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12. Dezember 2016 Zurück

„Familie 4.0 – Familie in 20 Jahren“

Schülerinnen und Schüler der Schollibotics aus Lünen erklären Ministerin Kampmann ihren Roboter. Foto: Birgit Kalle – Kreis Unna

Die Digitalisierung verspricht einen Zugewinn an Zeit, Flexibilität und Lebensqualität. Rund um die Chancen und Risiken dieser neuen Wirklichkeit drehte sich eine Familienkonferenz auf Haus Opherdicke. Titel: „Familie 4.0 – Familie in 20 Jahren“.

Das Interesse war groß: Rund 90 Teilnehmer aus dem gesamten Kreisgebiet waren nach Holzwickede gekommen. Das Bündnis für Familie Kreis Unna hatte zu der Veranstaltung eingeladen und prominente Gäste gewonnen: Mit Christina Kampmann, der NRW-Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, und Dr. Remi Stork von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft Familie NRW war das Podium neben Vertretern aus dem Kreisgebiet besetzt.

„Zeitnot ein drängendes Problem“
Die Familienministerin erklärte: „Beim mobilen Arbeiten gibt es noch viele ungenutzte Potentiale. Lokale Bündnisse, wie das Bündnis für Familie im Kreis Unna können einen wichtigen Beitrag leisten und bei Arbeitgebern für mehr mobiles Arbeiten werben. Denn für Familien ist quer durch alle Gesellschaftsschichten Zeitnot ein drängendes Problem. Hierbei ist die Digitalisierung eine große Chance. Diese müssen wir alle gemeinsam nutzen.“

Wie die Digitalisierung nicht nur Familienalltag und Arbeitsleben beeinflussen, sondern welche Rolle sie auch im Kita- und Schulalltag sowie für das Zusammenleben und Wohnen in Familien spielt, wurde in verschiedenen Foren erörtert. Fast die Häfte der Tagungsbesucher beteiligten sich im Forum Familie und Beruf, das von Anke Jauer, Kompetenzzentrum Frau & Beruf Westfälisches Ruhrgebiet (Competentia), und Ulrike Schatto, Jobcenter Kreis Unna, moderiert wurde. Die Teilnehmenden diskutierten, welche Herausforderungen die fortschreitende Digitalisierung und der Wandel in der Arbeitswelt für die Lebenswelten von Familien mit sich bringen. Daniel Marx, UNIQ GmbH, und Philipp Halbach, Diagramm Halbach, GmbH & Co. KG, berichteten, wie sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützen, die Elternzeit, den Wiedereinstieg in den Job und individuelle Wünsche bei der Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf möglichst flexibel zu gestalten. Beide waren sich einig, dass die Digitalisierung den Unternehmen erweiterte Handlungsspielräume für flexiblere Lösungen biete.
Allerdings steht der zunehmend gewünschten Flexibilisierung das Risiko der Vermischung von Berufs- und Privatleben gegenüber. So plädierten einige Diskussionsteilnehmer, darunter auch eine Schülerin, für eine strikte Trennung, andere sprachen sich für die Entwicklung einer modernen Arbeitswelt aus, in der die Beschäftigten selbst entscheiden können, wann und wo sie ihre Arbeitsaufgaben erledigen.


Viele praktische Beispiele
Mit vielen praktischen Beispielen bereicherten die Gäste Daniel Marx (Geschäftsführer UNIQ GmbH), Daniela Walkenhorst (Vorsitzende des Jugendamtselternbeirats der Kreisstadt Unna) und die Schollibotics – die frisch von der Welt-Roboter-Olympiade aus Indien zurückgekehrte Schülergruppe aus Lünen – die Diskussion.

„Wir haben gesehen, dass es selbstbewusste Menschen braucht, um die Digitalisierung sinnvoll zu nutzen“, fasste Petra Buschmann-Simons als Vorsitzende des Bündnisses für Familie die Konferenz zusammen.

Text: Constanze Rauert (Kreis Unna) und Anke Jauer

 

 

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