News

14. August 2017 Zurück

Pluspunkt Familie: Unternehmen stellen sich vor

Das Bild zeigt zwei Frauen die in einem Spielzimmer mit zwei Kleinkindern auf dem Boden sitzen.

Der Pflegedienst Busch bietet mit der "Buschbande" eine betrieblich unterstützte Kinderbetreuung für unter dreijährige an. Foto: A. Jauer

Insgesamt 15 Unternehmen und eine Kommune haben sich für den Wettbewerb "Pluspunkt Familie - Familienfreundliches Unternehmen Kreis Unna" beim Bündnis für Familie Kreis Unna beworben. Den ersten Unternehmen statteten die Interviewteams jetzt einen Besuch ab. Die Verantwortlichen in den Betrieben nutzten die Gelegenheit, um in einem Interview ihre familienfreundlichen Angebote ausführlich darzustellen. So war ein Interviewteam bereits bei der MAXIMAGO GmbH sowie beim Pflegedienst Busch zu Gast.

MAXIMAGO GmbH: Arbeitszeit ist Lebenszeit

Die MAXIMAGO GmbH in Lünen ist im Bereich IT und Softwareentwicklung aktiv. Insgesamt 36 Mitarbeitende, darunter acht Frauen, sind in dem Unternehmen beschäftigt. Chancengleichheit und Orientierung an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden sind bei MAXIMAGO Grundlagen der Unternehmensphilosophie. Für Gründer und Geschäftsführer Daniel Greitens gehört Familienfreundlichkeit unbedingt dazu. Die IT-Firma punktet mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, Homeoffice, Job-Sharing, Führen in Teilzeit, einem Eltern-Kind-Büro und mit der vollständigen Übernahme der Kinderbetreuungskosten. Zudem haben Eltern Priorität bei der Vergabe des Jahresurlaubs. Ergänzt werden die familienfreundlichen Maßnahmen durch verschiedene Gesundheitsangebote, wie einen Fitnessraum, verschiedene Gesundheitskurse oder einen Lauftreff in der Mittagspause. Regelmäßige Befragungen der Mitarbeitenden und Jahresgespräche werden u. a. dafür genutzt, um eine offene Atmosphäre zu schaffen und Anregungen der Belegschaft zur Optimierung der Angebote einzuholen, die häufig zeitnah umgesetzt werden.

Pflegedienst Busch: Betriebliche Kinderbetreuung
Beim Pflegedienst Busch aus Unna sind 230 Mitarbeitende, davon 180 Frauen beschäftigt. Inhaberin Christiane K. Busch und ihre Tochter Constanze Wesnigk gehen mit individuellen Arbeitszeitmodellen auf die Bedürfnisse der Beschäftigten ein. Alleinerziehende mit kleinen Kindern können beispielsweise ausschließlich Frühdienste übernehmen. Auch Führungspositionen sind in Teilzeit bzw. im Jobsharing möglich. Zudem bietet das Unternehmen mit der "Buschbande" eine betrieblich unterstützte Kinderbetreuung für unter dreijährige Kinder an. In einer kindgerecht eingerichteten Wohnung im gleichen Gebäude werden bis zu fünf Jungen und Mädchen von einer Tagesmutter betreut. Auch bei der Organisation der Pflege von Angehörigen bietet Christiane K. Busch ihren Mitarbeitenden Hilfestellung an, beispielsweise bei der Suche nach einem geeigneten Betreuungsplatz. Auch können die Mitarbeitenden in einem solchen Fall von flexiblen Arbeitszeiten profitieren. Die Anregungen der Mitarbeitenden werden beispielsweise im Rahmen von Beschäftigtenbefragungen und Jahresgesprächen miteinbezogen. Familienfreundlichkeit sei auch im Bezug auf die Fachkräftebindung aus wirtschaftlicher Sicht ein Erfolgsmodell: "Wenn wir eine Pflegefachkraft verlieren, ist es bei dem bestehenden Fachkräftemangel in der Pflege schwierig, gut qualifizierten Ersatz zu finden. Die dadurch entstehenden Vakanzen und die Einarbeitungszeit würden deutlich höhere Kosten verursachen, als wir für unsere familienfreundlichen Maßnahmen investieren", so Constanze Wesnigk.

Familienfreundlichkeit als Instrument der Fachkräftesicherung

Anke Jauer vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf bei der WFG Kreis Unna freut sich über die Bewerbungen von Unternehmen aus sehr unterschiedlichen Branchen, die alle für sich entschieden haben, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in ihrem Betrieb zu befördern und Familien in ihrem Lebensalltag zu unterstützen. Bei den Interviews wurde bisher sehr deutlich, dass Familienfreundlichkeit in den besuchten Unternehmen keine leere Hülse ist, mit der man im Internet punkten kann. "Es ist beeindruckend, zu sehen, dass in den Unternehmen versucht wird, möglichst passgenau Lösungen zu finden, die Familien und ihrer Situation gerecht werden", erklärt Anke Jauer. "Davon profitieren die Beschäftigten und die Unternehmen, die sich mit familienfreundlichen Strukturen ihre gut ausgebildeten (weiblichen) Fachkräfte sichern."

Weitere Unternehmensbesuche finden bis zum 18. September statt. Wenn alle Interviews geführt wurden, entscheidet eine Jury über die Auszeichnung der Gewinner. Die Jury besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der IHK zu Dortmund, der Handwerkskammer Dortmund, dem DGB, dem Evangelischem Kirchenkreis Unna, der WFG Kreis Unna, den Gleichstellungsstellen, dem Jugendamtselternbeirat und dem Unternehmensverband Westfalen-Mitte. Die familienfreundlichen Unternehmen mit ihren guten Beispielen werden bei der öffentlichen Präsentationsveranstaltung am 14. November im Kreishaus bekanntgegeben.

Ansprechpartner/in

Ute Heinze

Ute Heinze

T
+49 2303 27-2690

Wirtschaftsförderung Kreis Unna

Friedrich-Ebert-Straße 19
59425 Unna
Postfach 20 22
59410 Unna

Tel.:02303 271690
Fax:02303 271490

postwfg-kreis-unnade
www.wfg-kreis-unna.de