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24. April 2017 Zurück

Wandhofen: Spuren eisenzeitlicher Besiedlung entdeckt

In Wandhofen haben Archäologen Spuren einer eisenzeitlichen Besiedlung entdeckt. Foto: Archbau

Um das Gelände auf Funde zu überprüfen werden Sondageschnitte gemacht. Foto: WFG (Ute Heinze)

Die WFG Kreis Unna plant derzeit die Erschließung des Gewerbegebietes Wandhofen in Schwerte. Doch bevor sich die ersten kleinen und mittelständischen Betriebe auf dem rund 9,3 Hektar großen Areal ansiedeln können, sind nun erstmal die Archäologen gefragt. Sie untersuchen das Areal auf Bodendenkmäler. Dies sieht der Gesetzgeber so vor, um die Funde für die Nachwelt zu dokumentieren und weitere historische Erkenntnisse zu gewinnen.


Dass die Experten in Wandhofen fündig werden, war zu erwarten: Schließlich befindet sich in unmittelbarer Nähe zu dem geplanten Gewerbegebiet das Bodendenkmal Haus Wandhofen. "Erste schriftliche Belege gehen auf das Jahr 1299 zurück, als ein Johann des Wandhofen in der Dortmunder Bürgerliste aufgenommen wurde. Die ehemalige Wasserburg war Sitz des Rittergeschlechts von Wanthoft", erklärt Archäologe Björn Linnemann von der Firma Archbau, die die WFG mit den Grabungen beauftragt hat. Zudem gebe es in der Nähe Steingräber aus der Jungsteinzeit. Die Nähe zum Haus Wandhofen als auch besondere Geländemerkmale, die sich auf dem Areal befinden, lassen vermuten, dass das Areal von unseren Vorfahren besiedelt war", so der Experte.


Bereits im Sommer des vergangenen Jahres machten sich Linnemann und seine Kollegen mit Bagger, Schüppe, Kelle und Maßband in Schwerte ans Werk: "Damals haben wir sieben so genannte Sondageschnitte über das Feld verteilt und somit 5.400 Quadratmeter aufgedeckt", so Linnemann. In den Schnitten erkannten die Experten 88 Stellen, die sie schriftlich, vermessungstechnisch und zeichnerisch für die Nachwelt dokumentierten. Dabei stießen die Archäologen vor allem auf Gruben und Pfostengruben. Auch erkannten sie einige Feuerstellen und einen Brunnen und fanden Keramik. Eine Verfärbung, dessen Außenseite aus Keramik gebildet wurde und im Inneren gebrannt wirkte, wurde vollständig im Block geborgen und zur weiteren Bearbeitung zum LWL-Amt für Denkmalpflege nach Olpe gebracht. Die Bodendenkmäler stammen, so bilanzieren die Archäologen, im Wesentlichen aus der Eisenzeit und sind damit ca. 2500 Jahre alt. Das Archbau-Team geht zudem bei einigen Pfostengruben davon aus, dass diese zu Gebäuden aus der Neuzeit gehören und eine Verbindung zum unweit gelegenen Haus Wandhofen denkbar ist.


Auch bei den jetzt wieder aufgenommenen Grabungen - untersucht werden nun weitere 10.000 Quadratmeter - wurden die Archäologen und die Grabungshelfer fündig: Sie entdeckten beispielsweise weitere Gruben und Pfostengruben, die zu der eisenzeitlichen Besiedlungsphase des Wandhofener Bruchs gehören. "Nachdem der Bagger bei den Sondageschnitten bis zu 70 Zentimeter Boden auf einer Breite von ca. sechs Meter und einer Länge von bis zu 150 Metern abgetragen hat, suchen wir nach Verfärbungen im Boden, die auf menschliche Eingriffe schließen lassen", erklärt Linnemann und ergänzt: "Wir haben beispielsweise Holzkohlereste gefunden, so dass wir davon ausgehen können, dass es Feuerstellen gegeben hat. Auch Steine, die vom Feuer verfärbt sind, lassen diesen Schluss zu. Ob es neben der eisenzeitlichen auch eine mittelalterliche und/oder neuzeitliche Besiedlung gab, haben die Experten noch nicht abschließend geklärt.


Prof. Dr. Michael Baales, Leiter der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie für Westfalen, geht davon aus, dass es auf dem Areal eine kleine eisenzeitliche Siedlung gegeben hat, wie sie in der Region häufig zu finden sind. Die Befunde seien nicht ungewöhnlich. Dennoch habe jede Siedlung gewisse Eigenheiten und lasse auf Verbindungen in andere Regionen schließen", so Prof. Baales abschließend. Deshalb sei die Dokumentation für die Archäologen so wichtig.
Sobald die Experten ihre Grabungen abgeschlossen haben, will die WFG im Spätsommer mit der Erschließung beginnen.

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Ute Heinze

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