Gesamtschule Fröndenberg

„Das Lädchen“ – Schüler treffen Senioren

Alle Artikel im "Lädchen" müssen gut sichtbar mit Preisschildern ausgezeichnet werden. Fotos: WFG
Lehrerin Frauke Friederichs schaut ihren Schützlingen beim Einsortieren der Produkte über die Schulter.
Auch die Kassenaufnahme am Ende des Tages gehört zu den Aufgaben der Schülerinnen und Schüler.
Die Erstellung des Portraits der Schülerfirma wurde im Rahmen des Projekts „Netzwerk Zukunft Wirtschaft“ vom Land Nordrhein-Westfalen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der reginalen Wirtschaftsstruktur“ gefördert.

Ware überprüfen, einsortieren und etikettieren, Geld herausgeben und am Ende des Tages die Kassenaufnahme – vielfältige Aufgaben erledigen die Schülerinnen und Schüler während ihrer Schicht im „Lädchen“. Und auch bei der Kundschaft, die es zu bedienen gilt, gibt es oft das ein oder andere zu beachten. „Unser Lädchen befindet sich im Seniorenzentrum Schmallenbach-Haus“, erklärt die 14 Jahre alte Lina Degenhardt. Sie besucht die 8. Klasse der Gesamtschule Fröndenberg – eine Integrationsklasse.

Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Frauke Friederichs haben sie im vergangenen Jahr ihre eigene Schülerfirma gegründet. Die Pädagogin für Arbeitslehre spielte schon relativ lange mit dem Gedanken, ihren Schützlingen das Thema Wirtschaft praktisch am Beispiel erleben zu lassen. „Als das Schmallenbach-Haus die Schule für eine engere Zusammenarbeit ansprach, ergab sich automatisch die Idee, den kleinen Laden für die Senioren zu betreiben.“

Das Sortiment reicht von Süßigkeiten, Zigaretten und Zeitschriften bis zu Drogerieartikeln und Grußkarten für den Geburtstag der Zimmernachbarin – eben alles, was die Bewohnerinnen und Bewohner des Schmallenbach-Seniorenzentrums im Alltag so brauchen. Diese Artikel werden einmal pro Woche nach Schulschluss von den Jugendlichen verkauft. „Die Schülerinnen und Schüler opfern ihre Freizeit“, erläutert die Lehrerin. „Das ermöglicht uns, das Lädchen in den Schulferien zu führen.“

Dennoch ist das Lädchen eingebunden in das Unterrichtsgeschehen. In Klassenlehrerstunden und im Wirtschaftsunterricht wird nicht nur zugeteilt, wer wann welche Schicht übernimmt. Wie in einer richtigen Firma haben die Schülerinnen und Schüler zu Beginn des Projektes ein Unternehmens-Organigramm erstellt, einen Geschäftsführer bestimmt und einzelne Abteilungen gebildet. So kümmert sich etwa die Marketing-Abteilung um die Erstellung von Plakaten, die im Schmallenbach-Haus aufgehängt wurden. Regelmäßig werden Artikel für die Hauszeitschrift erstellt und sogar ein Werbefilm für den hauseigenen TV-Kanal gedreht.

Nach einem Jahr zieht Frauke Friederichs nun zufrieden Bilanz: „Es ist toll zu sehen, wie sich die Schüler im Laufe dieses einen Jahres weiterentwickelt haben. Besonders die Integrationskinder profitieren davon, selbst Verantwortung übernehmen und sich beweisen zu können. Das stärkt ihr Selbstvertrauen.“

Und auch den Schülerinnen und Schülern selbst hat das Experiment Spaß gemacht. „Am Anfang war ich vor jeder Schicht noch nervös und wusste auch nicht, wie ich mit den älteren Menschen umgehen sollte. Aber jetzt ist es richtig schade, dass wir unser Lädchen nach den Sommerferien an die nächste 8. Klasse abgeben müssen“, sagt Lina Deynhardt und wendet sich einer Frage ihres jüngeren Mitschülers zu, der heute zum ersten Mal hinter der Kasse steht. Einarbeitung der Nachfolger– das gehört eben auch zum Geschäftsalltag.

Die Gesamtschule Fröndenberg erreichte beim Wettbewerb IHK-Schulpreis-Wirtschaftswissen 2014 den 2. Platz.

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