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Gründerpreis 2008


Die Preisträger

1. Platz: C.O.O.C. GmbH, Bönen
C.O.O.C. GmbH, BönenAngefangen hat alles Ende der 90er Jahre mit einem ergonomisch geformten Körnerkissen, dem so genannten ZappSack, den Friseurmeisterin Renate Zappe ihren Kundinnen zur Entspannung auf die Schultern legte und dessen Wirkung wahre Begeisterungsstürme auslöste. Bald schon stellte Renate Zappe die Säckchen in Serie her, ließ sie sich zertifizieren, experimentierte mit verschiedenen Inhaltsstoffen und gab schließlich ihren Salon auf, um sich ganz der Herstellung von Wellness-Produkten zu widmen. Zusammen mit ihrem Sohn Stefan, der seine Mutter bereits in der Jugend unterstützt und in der heimischen Küche die ZappSäcke befüllt hatte, gründete die Bönenerin 2006 die C.O.O.C GmbH, die Wohlfühlprodukte aller Art vor allem für den Einsatz in Spa-Bereichen vertreibt.

Vier- und Fünf-Sterne-Hotels in ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland gehören zu den Kunden des Unternehmens und nutzen in ihren Wellness-Bereichen Produkte, die in Bönen entwickelt und zum Teil auch produziert werden. Duftende Kräuterseifen, aromatische Badesalze, diverse Kräutertees, Massageöle, Kräuterstempel und natürlich der ZappSack sind inzwischen Bestandteile des umfassenden Sortiments, das auch praktische und formschöne Utensilien wie Schalen, Teekannen, Decken, Tücher, Massagehandschuhe, Möbel, asiatisch angehauchte Berufskleidung, Merchandisingartikel und sogar Musik-CDs umfasst - eben alles, was das Wohlgefühl steigert.

In Zeiten, in denen jedes gute Hotel auch an seinem Spa-Bereich gemessen wird, stoßen Mutter und Sohn mit ihren gut aufeinander abgestimmten Angeboten auf ein großes Interesse. Abnehmer sind neben Hotels auch Parfümerien, Nobelfriseure, und so genannte Konzept-Stores, also zielgruppenorientierte Imageshops, gehören zur Kundschaft. Verkaufstalent Stefan Zappe gelingt es, die Philosophie des Unternehmens in alle großen deutschen Städte zu tragen. Die Verbindung alter asiatischer Traditionen mit moderner europäischer Lebensart gefällt der Kundschaft ebenso wie die vier Maximen des Unternehmens, die sich auch im Firmennamen widerspiegeln. C.O.O.P. steht für candour (Aufrichtigkeit), openmind (Aufgeschlossenheit), optimism (Optimismus) und character (Persönlichkeit).

Ein D für determination (Zielstrebigkeit) könnte man glatt noch dahintersetzen. Denn was einst in der heimischen Küche und im kleinen Friseursalon begann, hat sich zum angesehenen Unternehmen gewandelt, das jetzt auch verstärkt den ausländischen Markt in den Blick nimmt. Aktuell plant Stefan Zappe zudem 140 neue Produkte im Bereich Naturkosmetik, er will das bestehende Angebot auf Bioqualität umstellen und denkt bereits an einen Umzug in größere Produktionsräume. Bis 2009 sollen zudem sechs weitere Mitarbeiter und fünf Aushilfen eingestellt werden.

Über den großen Erfolg des Unternehmens ist Stefan Zappe übrigens keineswegs überrascht. Der gelernte Industriekaufmann hatte von Anfang an ein gutes Gefühl und wusste: Mit dem richtigen Marketing lassen sich gute Produkte auch gut verkaufen.

2. Platz: Emiter GmbH, Unna
Emiter GmbH UnnaManch einer hätte resigniert, Christoph Makowski krempelte die Ärmel hoch: Als er 2006 mit 53 Jahren seinen Arbeitsplatz verlor, startete der Familienvater noch einmal durch und wurde sein eigener Chef.

In Unna gründete der gebürtige Pole, der 1984 als Aussiedler nach Deutschland kam, die Emiter GmbH und tut seitdem das, was er schon immer gemacht hat: Er konzipiert und verkauft Kabelschränke - mit großem Erfolg. Als selbstständiges Tochterunternehmen eines Herstellers in Polen bringt die Emiter GmbH günstige Herstellungspreise und deutsche Qualitätsansprüche zusammen. Vieles von dem, was Christoph Makowski an große deutsche Energieversorger, an Stadtwerke und Elektrofirmen in Serie verkauft, wird in Polen hergestellt und entwickelt. Die Ausrichtung auf den deutschen Markt, die Anpassung an hiesigen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen, der Einbau nach deutscher Norm sowie die Herstellung von Sonderanfertigungen erfolgen in Unna.

Zu Beginn seiner Selbstständigkeit konzentrierte sich Makowski vor allem auf die Entwicklung und Prüfung neuer Produkte, die am deutschen Markt orientiert sind. Viele Ideen, die er als Angestellter nicht realisieren konnte, wurden nun umgesetzt - mit tatkräftiger Unterstützung ehemaliger Kollegen. Denn als Christoph Makowski sich 2006 selbstständig machte, stellte er gleich fünf Leidensgenossen ein, die mit ihm zusammen den Arbeitsplatz verloren hatten und alle um die 50 und älter waren. Anders als sein früherer Chef weiß der angegraute Jungunternehmer die Fähigkeiten erfahrener Mitarbeiter zu schätzen. Inzwischen sind weitere Beschäftigte im Team - insgesamt 12, aber dabei soll es nicht bleiben.

Christoph Makowski hat weitere Pläne. Er will expandieren und plant bereits den Bau eigener, größerer Produktionsstätten, denn in der gemieteten Halle reicht der Platz schon nicht mehr aus. Die Ideen für neue Projekte gehen dem rührigen Geschäftsführer ebenfalls nicht aus. In der Umwelttechnik und der Fertigung von Spezialschränken sieht er noch erhebliches Potential. In einem Alter, in dem andere bereits an den Ruhestand denken, schmiedet der 55-Jährige weitreichende Zukunftspläne.

3. Platz: Feuer und Flamme, Bergkamen
Feuer und Flamme BergkamenAls sich Uwe Klasing vor knapp zwei Jahren selbstständig machte, da hatte der Trend zum Heizen mit natürlichen Brennstoffen gerade eingesetzt. Angesichts steigender Öl- und Gaspreise verlegten sich immer mehr Menschen auf den Einbau von Kaminöfen und so mancher befeuerte auch seine Heizungsanlage mit Holz-Pellets.

Der rührige Jungunternehmer sorgt seitdem dafür, dass die Feuer lodern und immer weitere dazukommen. In seiner Brennstoffhandlung "Feuer und Flamme" bietet Uwe Klasing diverse Formen von Holzbriketts und Pellets sowie kammergetrocknetes Kaminholz an und beliefert von Bergkamen-Rünthe aus Kunden in ganz NRW und drüber hinaus. Was im Kleinen begann, hat inzwischen beachtliche Ausmaße erreicht. Tag für Tag gewinnt Uwe Klasing ein bis zwei neue Kunden hinzu - und zwar das ganz Jahr über. Denn das befürchtete Sommerloch blieb bisher aus. Während der warmen Jahreszeit gibt es bei "Feuer und Flamme" nicht nur Grillkohle, Schwedenfeuer und Baumstammfackeln für die Terrasse oder nette Dekoartikel für das Heim, sondern auch Holzbriketts, Kaminholz und natürlich Pellets.

Der Schlüssel zum unternehmerischen Erfolg des 51-Jährigen liegt in der Qualität der angebotenen Produkte und der guten Beratung. Mit seinem Fachwissen hat Uwe Klasing längst auch Kaminhändler, Heizungsinstallateure und Energieberater in der ganzen Region überzeugt, die ihre Kunden und Klienten gerne zur weiteren Beratung an die kleine Brennstoffhandlung verweisen.

Ein gutes Händchen hatte der Rünther auch bei Verhandlungen mit Herstellern, die ihm zuverlässig und schnell Ware zur Verfügung stellen, wenn es mal wieder heißt: ausverkauft. Denn obwohl Uwe Klasing bereits zusätzliche Lagerflächen angemietet hat und stets reichlich Brennstoffe vorhält, wird er von seinen Kunden immer wieder einmal leergekauft. Schon reicht der Anhänger mit dem der Jungunternehmer seine Waren bis an die Haustür bringt nicht mehr aus. Und auch personell schreit das kleine Unternehmen nach Aufstockung. Denn allein mit familiärer Unterstützung wird der Unternehmer der Auftragslage kaum noch Herr.

Künftig möchte er einige Aufgaben delegieren und sich selbst vor allem auf die Beratung seiner Kunden konzentrieren. Denn Uwe Klasing kennt sich aus mit natürlichen Brennstoffen. Er weiß, welches Material für welche Anwendung am besten geeignet ist und gibt auch schon einmal praktische Tipps zum Anfeuern. Selbst die ökologischen Aspekte des Heizens mit nachwachsenden, CO2-neutralen Brennstoffen kann er einfach und plausibel erklären. Und das macht ihm noch mehr Spaß, als das rasante, wirtschaftliche Wachstum seines Betriebes, der eigentlich im viel kleineren Stil geplant war.
 
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