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31. Juli 2020 Zurück

Arbeitsmarkt im Juli: Personalbedarf steigt wieder

Im Kreis Unna erhöhte sich die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 394 auf 17.388. Im Vergleich zu Juli 2019 stieg die Arbeitslosigkeit um 2.958 (+20,5 Prozent) an. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Punkte auf 8,1 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 6,8 Prozent.

„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie gepaart mit dem Beginn der Sommerferien haben im Juli im Kreis Unna zu einem Plus an Arbeitslosen geführt und damit den Trend der letzten Monate fortgesetzt“, fasst Agenturleiter Thomas Helm die Entwicklung der vergangenen vier Wochen zusammen. Wie jeden Sommer zeichne sich auch dieser durch Betriebsferien, eingeschränkte Neueinstellungen und auslaufende Verträge aus.

Aber: „Schon jetzt zeigt sich, dass Betriebe grundsätzlich Personalbedarf haben und Mitarbeiter einstellen wollen, sofern sie geeignete Fachkräfte finden. Für alle, die auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung sind, bietet sich daher aktuell die Chance, mit einer passenden Qualifizierung das persönliche Leistungsprofil aufzuwerten und sich attraktiv für den Arbeitsmarkt zu machen.“

Entwicklung am Arbeitsmarkt unklar

Wie und in welchem Tempo sich der Arbeitsmarkt perspektivisch entwickeln wird, bleibe abzuwarten: „Bisher können wir noch nicht zuverlässig absehen, ob sich der Arbeitsmarkt noch in diesem Jahr deutlich wieder in die Vor-Corona-Richtung entwickeln wird. Vieles wird davon abhängen, welche politischen Entscheidungen nach den Sommerferien getroffen werden, sollten die Infektionszahlen weiter steigen.“

Unterbeschäftigung

Personen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder sich in einer kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit befinden, zählen in der Regel als unterbeschäftigt. Im aktuellen Berichtsmonat wurden insgesamt 21.678 Unterbeschäftigte im Kreis gezählt – das sind 231 Personen (+1,1 Prozent) mehr als im Monat zuvor. Im Juli 2019 waren 2.169 Personen (-11,1 Prozent) weniger unterbeschäftigt. Die Unterbeschäftigungsquote beträgt derzeit 9,9 Prozent. Kurzarbeiter sind nicht in der Unterbeschäftigung enthalten.

Kurzarbeit

Bislang sind seit Anfang März insgesamt 3.568 Anzeigen auf Kurzarbeit für 69.811 Beschäftigte eingegangen. Damit sind oder waren gut die Hälfte (52 Prozent) aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis Unna von Kurzarbeit betroffen. Die Zahl an Neumeldungen zeigte sich auch im Juli stark rückläufig.

Tatsächliche Zahlen für März liegen vor

Mittlerweile liegen auf Agenturebene erste Hochrechnungen für die tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit für März vor. Danach wurden im Agenturbezirk (Hamm und Kreis Unna) 1.778 Anträge auf Kurzarbeit für 11.765 Beschäftigte gestellt. Ob die tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit weiterhin niedriger ausfällt, als zunächst erwartet, kann im Laufe der nächsten zwei Monate gesagt werden. Dann nämlich werden auch die Anträge für die Monate April und Mai abgerechnet, für die Arbeitgeber grundsätzlich bis zu drei Monate Zeit haben.

Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2009, also während der Wirtschafts- und Finanzkrise, zeigten knapp 780 Betriebe für rund 16.600 Menschen im Agenturbezirk (Hamm und Kreis Unna) Kurzarbeit an.

Zu- und Abgänge auf dem ersten Arbeitsmarkt

Im Berichtsmonat meldeten sich 1.023 Personen aus Erwerbstätigkeit neu oder erneut arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat waren das 99 Personen (+10,7 Prozent) mehr. Im Vergleich zu Juli 2019 waren es 50 Personen (+5,1 Prozent) mehr. Gleichzeitig beendeten im Berichtsmonat 738 Personen ihre Arbeitslosigkeit zu Gunsten einer Erwerbstätigkeit und damit 55 mehr als im Vormonat (+8,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren es 108 Personen (-12,8 Prozent) weniger, die eine neue Beschäftigung aufnehmen konnten.

Entwicklung in der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II)

Das Jobcenter Kreis Unna verzeichnet im Juli 2020, trotz andauernder Corona-Pandemie und den damit einhergehenden wirtschaftlichen Eintrübungen, einen leichten Rückgang an arbeitslosen Menschen (-0,4%). „Die Veränderung am Arbeitsmarkt erfolgt nur langsam“, kommentiert Geschäftsführer Uwe Ringelsiep. „Immerhin konnten im aktuellen Berichtsmonat 260 Arbeitslose eine neue Beschäftigung aufnehmen und 317 gingen in Ausbildung oder eine Fortbildungsmaßnahme.“ Das seien insgesamt deutlich weniger Abgänge an Arbeitslosen als im Vorjahresmonat (-38,4%), aber eine Steigerung im Vergleich zu den letzten Monaten. „Aktuell bemühen wir uns insbesondere darum, junge Bewerber und Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen. Ziel ist es, möglichst vielen Schulabgängern eine Anschlussperspektive zu ermöglichen“, so Ringelsiep und fügt hinzu: „Natürlich geht es dabei auch um die zukünftige Fachkräftesicherung für die regionalen Betriebe.“

Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises

Die Arbeitslosigkeit stieg im vergangenen Monat in allen Kommunen des Kreises Unna an. Den geringsten Anstieg verzeichnete Lünen (+0,9 Prozent bzw. 45 auf 4.997). Danach folgen Selm (+1,5 Prozent bzw. 14 auf 955), Bergkamen (+1,7 Prozent bzw. 42 auf 2.563), Schwerte (+3,2 Prozent bzw. 53 auf 1.719), Bönen (+3,3 Prozent bzw. 25 auf 786), Kamen (+3,3 Prozent bzw. 62 auf 1.969), Unna (+3,4 Prozent bzw. 74 auf 2.279), Holzwickede (+3,6 Prozent bzw. 20 auf 574), Fröndenberg (+3,6 Prozent bzw. 22 auf 628) und Werne (+4,2 Prozent bzw. 37 auf 918).

Arbeitskräftenachfrage

Der Bestand an Arbeitsstellen nahm im Juli um 206 (+8,2 Prozent) auf 2.711 zu. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 1.179 Arbeitsstellen (-30,3 Prozent) weniger. Arbeitgeber meldeten im Berichtsmonat 774 neue Arbeitsstellen, 72 (+10,3 Prozent) mehr als im Juni. Mehr als die Hälfte dieser Meldungen bezogen sich auf wirtschaftliche und freiberufliche Dienstleistungen, weitere Schwerpunkte lagen in Handel, Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Verarbeitenden Gewerbe. Ebenfalls steigend sind Anfragen zu Qualifizierungsberatungen. Viele Arbeitgeber erkundigen sich nach abschlussorientierten Maßnahmen, um ihr Personal weiterzubilden.

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