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07. August 2019 Zurück

Ausbildung: Viele Unternehmen suchen noch

Vor Start des neuen Ausbildungsjahres sind viele Unternehmen noch auf Azubi-Suche. 40.384 Ausbildungsstellen sind aktuell in NRW unbesetzt. Bewerberinnen und Bewerber haben noch gute Chancen. „Insgesamt wird es für Betriebe zunehmend schwerer, Ausbildungsstellen zu besetzen. Auf der einen Seite wollen Unternehmen immer mehr ausbilden, um den erhöhten Bedarf an jungen Fachkräften zu decken. Auf der anderen Seite sinkt die Zahl der Bewerber“, sagte Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit NRW.

Noch über 40.000 Ausbildungschancen in NRW

„Statistisch ist der Ausbildungsmarkt in NRW zwar nahezu ausgeglichen, allerdings zeigen sich je nach Berufsgruppe und Region teilweise erhebliche Unterschiede. Ausbildungsbetriebe und Jugendliche finden nicht immer zusammen.“

Seit Beginn des Berichtsjahres meldeten sich 119.955 Bewerberinnen und Bewerber und damit 4.783 weniger als im Vorjahr. Dies bedeutet einen Rückgang von 3,8 Prozent. Im Juli hatten 33.344 Bewerberinnen und Bewerber noch keinen Ausbildungsplatz gefunden. Zugleich stiegen die gemeldeten Berufsausbildungsstellen um 4.963 bzw. 4,6 Prozent auf 112.589 Stellen. Davon sind aktuell noch 40.384 gemeldete Ausbildungsstellen unbesetzt.

Im Kreis Unna gibt es zum Start des neuen Ausbildungsjahres aktuell 727 freie Ausbildungsplätze.
Das bedeutet, dass noch 33 Prozent der gemeldeten Lehrstellen unbesetzt sind. 

Chancen für scheinbar Schwächere

„Für die Unternehmen, die derzeit noch keine Azubis finden konnten, gibt es die Möglichkeit, auch scheinbar Schwächeren eine Chance zu geben“ empfiehlt Christiane Schönefeld. Unterstützung dabei gibt es durch die Agenturen für Arbeit. So kann ein Auszubildender über ausbildungsbegleitende Hilfen Nachhilfe erhalten. Im Rahmen der Assistierten Ausbildung werden Unternehmen und Betriebe unterstützt, indem ein Coaching für die Azubis über den Zeitraum der gesamten Ausbildung angeboten wird. So kann aus dem Spätstarter noch eine Fachkraft werden.

Starke regionale Unterschiede am Ausbildungsmarkt in NRW

Der Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen ist bunt: Im Münsterland und Südwestfalen gibt es im aktuellen Ausbildungsjahr 2018/2019 mehr Ausbildungsstellen als junge Menschen, die auf der Suche nach einer dualen Ausbildung sind. Im Münsterland kommen 1,19, in Südwestfalen sogar 1,26 Ausbildungsstellen auf eine Bewerberin bzw. einen Bewerber. Ostwestfalen-Lippe und das Rheinland liegen mit 0,93 bzw. 0,95 nahezu auf dem NRW-Durchschnitt von 0,94. Weniger Stellen gibt es hingegen in der Mitte von NRW: Das Bergische Land verzeichnet eine Relation von 0,86, das Ruhrgebiet, zu dem auch der Kreis Unna gehört, von 0,79 Stellen je Bewerberin bzw. Bewerber.

Landesweit wird die gegenläufige Entwicklung von Angebot und Nachfrage in der Relation deutlich: Während es im Juli des Ausbildungsjahres 2017/2018 noch 1,12 unbesetzte Ausbildungsstellen je unversorgtem Bewerber gab, sind es aktuell bereits 1,21.

Die beliebtesten Berufe

Insgesamt 39,2 Prozent oder 46.980 Jugendliche suchen eine Ausbildungsstelle in den zehn beliebtesten Berufen. Auf den ersten beiden Plätzen liegen die Ausbildungen zum Kaufmann/-frau Büromanagement (8.357 oder 7,0 Prozent) bzw. Kaufmann/-frau im Einzelhandel (6.512 oder 5,4 Prozent), dicht gefolgt von den Medizinischen Fachanstellten (6.106 oder 5,1 Prozent) und Verkäufer/innen (5.981 oder 5,0 Prozent).

Bei der Ausbildungsplatzsuche sind junge Männer breiter aufgestellt: Von den 73.725 männlichen Bewerbern konzentrieren sich 27.849 bei der Ausbildungssuche auf die zehn beliebtesten Berufe. Dies entspricht 37,8 Prozent. Bei den jungen Frauen sind es hingegen 55,7 Prozent und damit 25.738 der 46.228 Bewerberinnen. Bei den männlichen Bewerbern ist weiterhin der KFZ-Mechatroniker, bei den weiblichen Bewerbern die Medizinische Fachangestellte der beliebteste Ausbildungsberuf.

Beratung bei wichtiger Entscheidung

Auch wenn Bewerber insgesamt gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle haben, gilt das nicht immer für den Wunschberuf. Da lohnt sich der Blick auf mögliche Alternativen. „Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agentur für Arbeit helfen gerne. Ausgehend von den Interessen und Neigungen der Jugendlichen helfen sie bei der Suche nach einer geeigneten Ausbildung. Junge Menschen sollten sich intensiv beraten lassen“, so die Arbeitsmarktexpertin Christiane Schönefeld. „Es ist schließlich wichtig, die richtige Entscheidung zu treffen.“

Kontakt zur Berufsberatung gibt es telefonisch unter der Service-Nummer 0800 4 5555 00 (gebührenfrei).

 

 

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Elke Böinghoff

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