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27. Juli 2020 Zurück

Corona: Was tun gegen die zweite Welle?

In Deutschland steigen die Zahlen der Personen mit einer Coronainfizierung aktuell wieder an. So hat am Freitag die Zahl der neu übermittelten Corona-Fälle mit 815 deutlich höher als in den Vorwochen gelegen. Laut RKI ist dies der höchste Anstieg innerhalb eines Tages seit dem 15. Mai.

Einen großen Einfluss auf diese Erhöhung können Reiserückkehrer*innen und Saisonarbeiter*innen haben. Nach den dem Kreis-Gesundheitsamt (Stand 27. Juli) vorliegenden Ergebnissen wurden für den Kreis Unna seit dem 22. Juli 657 Reiserückkehrer*innen gezählt. Acht davon wurden seitdem positiv auf Covid-19 getestet.

Zwar existiert die grundsätzliche Regelung, dass, wer aus einem Risikogebiet kommt, sich unverzüglich beim Gesundheitsamt (Kreis Unna: Tel. 02303 / 27-6553) melden und in eine 14-tägige Quarantäne begeben muss, aber was ist mit den Urlaubsrückkehrer*innen zum Beispiel aus Spanien oder Kroatien? Diese Länder sind nicht als Risikogebiete eingestuft, weisen aber ebenfalls einen sehr hohen Anstieg der Infektionszahlen auf.

Aus aktuellem Anlass hat sich letzten Freitag auch die Gesundheitsministerkonferenz zum Thema Urlaubsrückkehrer*innen getroffen und vereinbart, dass rückkehrende Urlauber*innen aus Risikogebieten sich künftig bei ihrer Ankunft an deutschen Flughäfen auf das Coronavirus auf eigenen Wunsch hin testen lassen können.

Viele offene Fragen am WFG-Krisentelefon

„Unbeschadet dieser Neuregelung deuten viele Fragen am Krisentelefon der WFG darauf hin, dass es hier immer noch eine Vielzahl ungeklärter Punkte gibt. Zum Beispiel wie es sich mit Reiserückkehrer*innen verhält, welche nicht mit dem Flugzeug einreisen, wie es sich mit der Prüfpflicht von Kindern verhält oder mit Familienangehörigen und Lebensgefährten und und und“, gibt Wirtschaftsförderin Sabine Radig einen Überblick über häufig gestellte Fragen. Außerdem herrscht große Unsicherheit bezüglich der Bereitschaft, sich freiwillig testen zu lassen bzw. dem Gesundheitsamt gegenüber Meldung zu machen, dass man aus einem Risikogebiet kommt.

Vor diesem Hintergrund scheint es für Arbeitgeber*innen zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll, ähnliche Vorsichtsmaßnahmen zur Anwendung zu bringen, wie im Mai diesen Jahres zu Zeiten des Lockdowns. „Optimal wäre es, wenn mit den Mitarbeitenden Regelungen vereinbart werden könnten, dass alle Reiserückkehrer*innen für einen Zeitraum von mindestens fünf, bestenfalls aber 14 Tagen, organisatorisch von der übrigen Belegschaft getrennt arbeiten könnten, sei es durch die Versetzung in ein Einzelbüro, Homeoffice oder ähnliche Regelungen. In produzierenden Unternehmen kann ein Schichtbetrieb mit festen Teams Sinn machen“ schlägt Sabine Radig vor.

Auch der Umgang mit externen Besuchern bzw. mit Außendiensttätigkeiten der eigenen Mitarbeitenden sollten nun noch einmal überdacht werden.

„Angesichts der ungewissen Entwicklung des Infektionsgeschehens können wir nur alle Unternehmen eindringlich bitten, sich über die gegenwärtige Lage Gedanken zu machen und sich bei den zuständigen Stellen wie auf den Internetseiten des Kreises Unna, des Landes NRW oder des Robert-Koch-Instituts zu informieren“, so Sabine Radig abschließend. Und dies am besten täglich, denn die Entwicklung verläuft sehr dynamisch.

Die Kreisgesundheitsbehörde Unna selbst richtet keine Teststellen ein, hat aber ausschließlich für Reiserückkehrer*innen einen Telefonkontakt eingerichtet. Die Rufnummer lautet 0 23 03 / 27-65 53.

Ansprechpartner/in

Zentrale Rufnummer

T
02303 27-1690

Wirtschaftsförderung Kreis Unna

Friedrich-Ebert-Straße 19
59425 Unna
Postfach 20 22
59410 Unna

Tel.:02303 271690
Fax:02303 271490

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