News

20. April 2020 Zurück

Corona: Wichtige Fragen - und Antworten (FAQ)

 

Krisentelefon der WFG Kreis Unna:
Zentral: Tel. 02303/27-1690
Montag bis Donnerstag 9 bis 16 Uhr
Freitag 9 bis 14 Uhr
Außerhalb unserer Sprechzeiten erreichen Sie uns per Mail:
post@wfg-kreis-unna.de

 

 

NRW stoppt Corona Soforthilfen nach Betrugsvorfällen:

 

Wie erkenne ich gefälschte Internetseiten zur Corona-Soforthilfe?

Unseriöse Internetseiten können Sie besonders gut an der Internetadresse (URL) erkennen. Eine Internetseite lässt sich immer dann dem seriösen Anbieter zuordnen, wenn ihm der Serverbestandteil der Adresse zugeordnet werden kann. So enden alle Internetseiten des Landes NRW auf ".nrw" oder "nrw.de". Bei anderen abweichenden Schreibweisen handelt es sich nicht um eine offizielle Internetseite des Landes NRW.
(Quelle: Pressemitteilung des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalens vom 08.04.2020)

 

Was mache ich, wenn ich meine Daten auf einer gefälschten Internetseite eingegeben habe?

Haben Sie bereits Ihre Daten auf einer gefälschten Internetseite eingegeben, erstatten Sie eine Strafanzeige, bevorzugt über die Internet-Wache der Polizei NRW: https://polizei.nrw/internetwache
(Quelle: Pressemitteilung des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalens vom 08.04.2020)

 



Wo bekomme ich allgemeine Informationen zum Coronavirus?

Das Bundeswirtschaftsministerium hat unter Tel. 030/18615-1515 eine Hotline eingerichtet, unter der Experten von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr die Coronavirus-Fragen von Unternehmerinnen und Unternehmern beantworten - etwa zu Tourismus, Messen, Finanzierung oder Haftung. Auf einer Sonderseite beleuchtet das Ministerium zudem die Auswirkungen des Erregers auf die Wirtschaft.
Beim Robert Koch-Institut gibt es eine Liste von Fragen und Antworten sowie aktuelle Informationen zum neuartigen Coronavirus.    

 

Welche Hygienemaßnahmen sind im Betrieb angebracht?

Mit Einhaltung der Hygieneregeln, die auch zum Schutz vor luftübertragbaren Infektionskrankheiten wie z. B. Influenza gelten, verringert sich die Ansteckungsgefahr von Infektionskrankheiten bzw. die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung erheblich:    

  • Händeschütteln vermeiden
  • Regelmäßiges und gründliches Hände waschen
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • Husten und Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge
  • Im Krankheitsfall Abstand halten
  • Geschlossene Räume regelmäßig lüften

Die jeweils für Ihren Betrieb zuständige Berufsgenossenschaft bietet Aushänge für Hygieneinfos an. Eine Liste von Berufsgenossenschaften finden Sie auf der Seite der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGVU). Für die Allgemeinheit bietet zudem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Infografiken zum Download an.
Eine weitere Möglichkeit ist, je nach den betrieblichen Möglichkeiten, das Arbeiten im Home Office zu ermöglichen. Anstelle von Dienstreisen können womöglich auch Videokonferenzen oder Telefonkonferenzen durchgeführt werden.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat bereits vor zehn Jahren ein „Handbuch Betriebliche Pandemieplanung“ herausgegeben und seitdem aktualisiert. An dessen Erstellung haben Experten von Daimler, Voith oder IBM mitgewirkt. Darin sind zahlreiche Checklisten mit Punkten wie „Kernfunktionen des Betriebs festlegen“ oder „Schutzausrüstung beschaffen“.

Eine Kurzinformation kann als PDF heruntergeladen werden.

 

Was passiert in einem Verdachtsfall oder wenn sich Mitarbeitende infiziert haben?

Als Verdachtsfall und damit quarantänepflichtig gilt man,

  • wenn man innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt zu einem Erkrankten mit einer laborbestätigten COVID-19-Diagnose hatte. Ein wirklich enger Kontakt bedeutet entweder, dass man mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen hat bzw. angehustet oder angeniest worden ist, während dieser ansteckend gewesen ist.
  • immer, wenn das Gesundheitsamt dies anordnet.

Nicht in Quarantäne muss man, wenn man

  • innerhalb der letzten zwei Wochen im gleichen Raum mit einem Erkrankten mit einer COVID-19 Diagnose war, ohne einen engen Kontakt,
  • in einem Gebiet mit steigenden Fallzahlen von COVID-19 war, da dann ein geringeres Risiko besteht, sich angesteckt zu haben. (Quelle: RKI, Stand 23.3.)

Treten bei Mitarbeitenden in Ihrem Betrieb im Kreis Unna Symptome einer Covid-19-Erkrankung auf, sollten Sie sich unmittelbar an das Gesundheitsamt des Kreis Unna wenden. Das Gesundheitsamt ist dann sowohl für den Meldeweg als auch für die Verhängung von weiteren Maßnahmen zuständig. Zudem informiert die Behörde Sie unter anderem darüber, wie Sie sich zu verhalten haben.

Infotelefon des Kreises Unna:
Tel. 0800 / 10 20 205
Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und Freitag von 8 bis 15 Uhr

Rufnummer zur Vereinbarung von Testterminen: 
Tel. 0 23 03 / 27 - 52 53 
Montag bis Freitag 8.30 bis 13.30 Uhr

Infizierte werden in der Regel vom Gesundheitsamt zu ihren Kontakten in den vergangenen Tagen und zu Symptomen befragt, sie werden namentlich registriert und gegebenenfalls Labortests unterzogen. Hier sollten Sie mit dem Amt kooperieren. Für Kontaktpersonen, die Symptome aufweisen aber nicht schwer krank sind, kann das Gesundheitsamt eine Heim-Quarantäne anordnen.

 

Darf ein Arbeitnehmender der Arbeit fernbleiben, weil sie/er Angst vor Ansteckung hat?

Grundsätzlich darf ein Arbeitnehmender die Arbeit nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte. Im Einzelfall kann der/die Arbeitgeber*in aber bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner/ihrer Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Arbeitnehmenden von der Arbeit freizustellen oder Arbeit im Homeoffice zu erlauben, wenn diese Möglichkeit besteht.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin beantwortet häufig gestellte Fragen zum Arbeitsschutz.

 


 

 

Was beinhaltet der Rettungsschirm des Landes NRW (19. März 2020, ergänzt 26. März 2020)?

NRW-Soforthilfe 2020

Um den Schaden für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen in Folge der Corona-Krise abzufedern, hat der Bund ein Soforthilfeprogramm Corona aufgelegt. Die Landesregierung hat beschlossen, das Angebot des Bundes 1:1 an die Zielgruppen weiterzureichen und dabei zusätzlich den Kreis der angesprochenen Unternehmen noch um die Gruppe der Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten zu erweitern.

Wer wird gefördert?

Anträge können von gewerblichen und gemeinnützigen Unternehmen, Solo-Selbstständigen und von Angehörigen der Freien Berufe, einschließlich Künstler/innen, mit bis zu 50 Beschäftigten (umgerechnet auf Vollzeitkräfte) gestellt werden, die

  • wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt als Unternehmen oder im Haupterwerb als Freiberufler oder Selbstständige tätig sind,
  • ihren Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen haben,
  • bei einem deutschen Finanzamt angemeldet sind
  • maximal 50 Beschäftigte haben (umgerechnet auf Vollzeitkräfte) und
  • ihre Waren oder Dienstleistungen bereits vor dem 31. Dezember 2019 am Markt angeboten haben.

Antragsberechtigt unter den o.g. Voraussetzungen sind auch Unternehmen mit landwirtschaftlicher Urproduktion.

Was wird gefördert?

Die Unternehmen sollen bei der Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz und Überbrückung von akuten Finanzierungsengpässen, u.a. für laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten u.ä., sowie dem Erhalt von Arbeitsplätzen durch einen Zuschuss unterstützt werden. (Zur Reduzierung von Personalkosten gibt es das Kurzarbeitergeld.)
 
Voraussetzung: erhebliche Finanzierungsengpässe und wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge von Corona. Dies wird angenommen, wenn

  • mehr als die Hälfte der Aufträge aus der Zeit vor dem 1. März durch die Corona-Krise weggefallen ist (d.h. sich das Volumen des Auftragsbestandes mehr als halbiert hat)

oder

  • die Umsätze gegenüber dem Vorjahresmonat mehr als halbiert sind (für einen noch im März gestellten Antrag werden die Umsätze im Monat März 2020 gegenüber dem Monat März 2019 zugrunde gelegt. Wird der Antrag im April 2020 gestellt, ist der Vergleichsmonat April 2019. Kann der Vorjahresmonat nicht herangezogen werden (z.B. bei Gründungen), gilt der Vormonat.

 oder

  • die Möglichkeiten den Umsatz zu erzielen durch eine behördliche Auflage im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie massiv eingeschränkt wurden

oder

  • die vorhandenen Mittel nicht ausreichen, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten des Unternehmens (bspw. Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten) zu zahlen (= Finanzierungsengpass)

Der Antragsteller muss versichern, dass der Finanzierungsengpass nicht bereits vor dem 1. März bestanden hat. Der Antragsteller muss zusätzlich erklären, dass es sich bei dem Unternehmen zum Stichtag 31. Dezember 2019 nicht um ein "Unternehmen in Schwierigkeiten" handelte.

Das Antragsformular finden Sie HIER

Weitere Infos unter www.wirtschaft.nrw/nrw-soforthilfe-2020

Bürgschaften
In Nordrhein-Westfalen stehen die Bürgschaftsbank NRW (bis 2,5 Mio. Euro pro Unternehmen) und das Landesbürgschaftsprogramm (ab 2,5 Mio. Euro) bereit, um Kredite zu besichern. Die Bürgschaftsbank ermöglicht eine 72-Stunden-Expressbürgschaft.

Für Kontokorrent-Linien bis 100.000 Euro werden wir über die Bürgschaftsbank NRW 90 prozentige Bürgschaften in einem Schnellverfahren mit nur einem Tag Bearbeitungszeit anbieten, sobald vom Bundesministerium der Finanzen die Freigabe dafür erfolgt ist (Stand 26.3.).

Die NRW.Bank hat die Bedingungen ihres Universalkredits bereits attraktiver gestaltet und übernimmt nun schon ab dem ersten Euro bis zu 80 Prozent (statt bisher 50 Prozent) des Risikos.

Gründer und Startup
Private Investoren, die Startups weiteres Geld geben, soll ein Finanzierungsangebot der NRW.BANK an die Seite gestellt werden („Matching Fund“).
Es wird an einer Verlängerung des Gründerstipendium NRW gearbeitet, damit keine gute Gründeridee verloren geht.

Eine schematische Übersicht über die wichtigsten Maßnahmen finden Sie HIER

Die Hotline für den Rettungsschirm „Unternehmen-Soforthilfe NRW“ wird ab sofort von der ZENIT GmbH betreut. Sie erreichen die Hotline werktags zwischen 8 und 18 Uhr unter der Telefonnummer 0208/30004-39.

 


 

Welche steuerlichen Hilfsangebote gibt es?

Die Finanzverwaltung kommt von der Krise betroffenen Unternehmen auf Antrag mit zinslosen Steuerstundungen (Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer) und der Herabsetzung von Vorauszahlungen (Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer) entgegen und nutzt ihren Ermessensspielraum zu Gunsten der Steuerpflichtigen weitestmöglich aus. Für die entsprechenden Anträge steht ab sofort ein stark vereinfachtes Antragsformular zur Verfügung.
Dies ist abrufbar unter www.finanzverwaltung.nrw.de

  • Von Vollstreckungsmaßnahmen wird bis auf Weiteres abgesehen. Säumniszuschläge werden erlassen.
  • Steuerstundungen
  • Sondervorauszahlungen für Dauerfristverlängerungen bei der Umsatzsteuer für krisenbetroffene Unternehmen werden auf Antrag auf Null herabgesetzt. Damit werden den Unternehmen Mittel im Umfang von mehr als 4 Milliarden Euro sofort zur Verfügung gestellt. Hierdurch werden für weite Teile der nordrhein-westfälischen Wirtschaft unmittelbare Liquiditätsverstärkungen in Milliardenhöhe erzielt.

Den Antrag auf Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus und eine Anleitung zur Erstattung der Umsatzsteuervorauszahlung gibt es auf www.finanzverwaltung.nrw.de.

Setzen Sie sich umgehend mit Ihrem Steuerberater in Verbindung!

Weitere Infos gibt es auf der Seite der Bundessteuerberaterkammer.

 

Welche Entschädigungen für ausgefallene Mitarbeitende gibt es?

Für die Erkrankten gelten im Falle einer Arbeitsunfähigkeit während der ersten sechs Wochen zunächst die normalen Regeln der Lohnfortzahlung. Danach erhalten gesetzlich Versicherte Krankengeld.

Wenn die Gesundheitsbehörde ein Beschäftigungsverbot angeordnet hat, hat das Unternehmen Anspruch auf Entschädigung vom Staat, muss jedoch – längstens für sechs Wochen – zunächst in Vorleistung treten. Zuständig für den Kreis Unna ist der Landschaftsverband Westfalen Lippe.
Anträge auf Entschädigung müssen schriftlich innerhalb von drei Monaten nach Ende der Quarantäne beziehungsweise Absonderung beim zuständigen Landschaftsverband gestellt werden.

Telefonische Auskunft des Landschaftsverband Westfalen Lippe:
0251-591-8218
0251-591-8411
0251-591-8136

Weitere Infos auf www.corona-infos.lwl.org/de/

Diejenigen, die ohne Krankheit vorsorglich unter Quarantäne stehen, haben per Gesetz einen Anspruch auf Verdienstausfall in Höhe ihres Nettoeentgelts. Den übernimmt zunächst das Unternehmen; innerhalb von drei Monaten kann er nach § 56 Infektionsschutzgesetz beim LWL einen Antrag auf Erstattung der ausgezahlten Beträge stellen.

Auch für Selbstständige gibt es staatliche Entschädigungsansprüche, wenn sie wegen einer Corona-Erkrankung oder eines Verdachtes einer Infektion nicht arbeiten können oder wegen einer Quarantäne nicht dürfen. Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach dem Gewinn, der im Steuerbescheid für das vergangene Kalenderjahr festgestellt wurde.

 

Was ist, wenn eine große Anzahl von Mitarbeitenden erkrankt oder Auftrags- oder Lieferengpässe eintreten und deshalb der Betrieb nicht aufrecht erhalten werden kann?

Treten Auftrags- oder Lieferengpässe auf, ist es möglich, dass Unternehmen Kurzarbeit beantragen. Zunächst muss ein Betrieb aber alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen, um Kurzarbeit zu vermeiden (z. B. Urlaub, Überstundenabbau, Homeoffice, etc.).
Die Regelungen für die Kurzarbeit sind bereits angepasst worden. Es wurden erleichterte Zugangsvoraussetzungen für das Kurzarbeitergeld eingeführt:
• Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.
• Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet.
• Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld.
• Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden (wenn dies tarifvertraglich geregelt ist) kann verzichtet werden.
Die Bundesagentur für Arbeit informiert über die Voraussetzungen von Kurzarbeitergeld.

 

Gibt es die Möglichkeit, Liquiditätsengpässe zu überbrücken?

Kredite durch KfW, NRW.Bank, Mikromezzaninfonds

KfW (Stand 31.3.2020)

  • Wer kann Anträge stellen?

Die KfW-Corona-Hilfe steht kleinen und mittelständischen gewerblichen Unternehmen, Freiberuflern und großen Unternehmen zur Verfügung.

  • Was zeichnet die KfW-Corona-Hilfe aus?

- Es können Investitionen und Betriebsmittel finanziert werden.
- KfW übernimmt 90 % des Kreditrisikos bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), 80 % bei größeren Unternehmen und in der sog. Konsortialfinanzierung. Deckung durch Garantie des Bundes. Die erhöhte Haftungsfreistellung bei KMU soll den Banken und Sparkassen die Kreditvergabe erleichtern. Das Konstrukt der Haftungsfreistellung verteilt das Kreditrisiko damit zu 10 % auf die Hausbank (antragstellende Bank) und zu 90 % auf die KfW.

  • Wie ist der Zinssatz?

Aktuelle Konditionen unter www.kfw.de/

  • Wie wird der Antrag gestellt?

Anträge werden über die Hausbank gestellt. Auszahlungen erfolgen schnellstmöglich.

Die KfW hat dazu ein deutlich vereinfachtes Verfahren zur Risikoprüfung eingeführt: Konkret entfällt für Kredite bis zu 3 Mio. EUR pro Unternehmen die Risikoprüfung durch die KfW komplett; die KfW übernimmt sie vollständig vom Finanzierungspartner. Bei Kreditbeträgen über 3 Mio. EUR und bis einschließlich 10 Mio. EUR erfolgt eine deutlich vereinfachte Risikoprüfung in einem angepassten Fast Track-Verfahren. Bei Erfüllung der Fast Track-Kriterien bei Krediten bis zu 10 Mio. EUR beschränkt die KfW die Risikoprüfung auf ein Rating ohne weitere Dokumentation. Bei Krediten über 10 Mio. EUR gilt eine erweitere Risikobewertung (erhöhte Unterlagentiefe).

  • Antragstellende Unternehmen dürfen sich per 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten gemäß EU-Definition befunden haben. Was bedeutet das?

Die Programme stehen Unternehmen zur Verfügung, die wegen der Corona-Krise vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Konkret heißt dies, dass alle Unternehmen, die zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten waren, einen Kredit beantragen können; d. h. der Hausbank liegen keine Kenntnisse über ungeregelte Zahlungsrückstände von mehr als 30 Tagen vor.

Zum Zeitpunkt der Antragstellung muss für das Unternehmen unter der Annahme einer sich wieder normalisierenden wirtschaftlichen Gesamtsituation („wie vor der Krise“) eine positive Fort-führungsprognose (keine spezifischen Anforderungen durch die KfW) bestehen.

  • Was ist zu tun, wenn noch kein Jahresabschluss für das Jahr 2019 vorliegt?

Erleichterungen bei einzureichenden Unterlagen vereinbart: Liegt noch kein Jahresabschluss für das Jahr 2019 vor, ist der 2018er-Abschluss zuzüglich einer Betriebswirtschaftlichen Auswertung („BWA“) (per 31.12.2019) ausreichend. Die Anforderung der KfW ist damit konsistent zu den An-forderungen der meisten Hausbanken. Bei Kreditbeträgen bis zu 3 Mio. EUR verzichtet die KfW sogar vollständig auf die Einreichung von Unterlagen

  • Was sollte der Unternehmer mit zur Hausbank nehmen?

- Die KfW macht keine Vorgaben dazu.
- Die Hausbank wird - wie bei jeder Kreditvergabe - aktuelle Informationen zur Geschäftsentwicklung, aktuelle Zahlen sowie ggf. weitere Unterlagen einfordern. Bitte sprechen Sie dazu direkt mit Ihrer Hausbank.

  • Wo finde ich weitere Informationen?

www.kfw.de/

Die NRW.BANK vergibt Kredite ausschließlich über die Hausbank oder einen Finanzierungspartner. Eine direkte Beantragung bei der NRW.Bank ist nicht möglich. Für ein Erstgespräch mit der Hausbank sollten Firmen eine Liquiditätsplanung mitbringen, heißt: welche nicht reduzierbaren Kosten in den nächsten Monaten stehen welchen Einnahmen in einem Worst-Case-Szenario gegenüber. Daraus ergibt sich dann ein Liquiditätsbedarf, der über den Betriebsmittelkredit der NRW.BANK finanziert werden kann.

Zusätzlich berät Sie das Service-Center der NRW.Bank unter Tel. 0211/9 17 41 48 00 kostenlos zu den passenden Förderprogrammen. Auf der Homepage gibt es einen umfangreichen FAQ-Katalog zu Fragen rund um Kredite und finanzielle Hilfen in der Corona-Krise.

Die Kreditprogramme von KfW und NRW.Bank können miteinander kombiniert werden!

Desweiteren gibt es Mikromezzaninfonds für kleine Unternehmen und Existenzgründer. Die Beteiligungshöhe liegt maximal bei 50.000 Euro; bis zu 150.000 Euro für Antragsteller aus den besonderen Zielgruppen des Fonds (max. 75.000 Euro pro Vorhaben).

Laufzeit: 10 Jahre, Rückzahlung: nach dem 7. Jahr in 3 gleich hohen Jahresraten
Konditionen: Festentgelt 8 % p.a. zzgl. Gewinnbeteiligung max. 1,5 % der Einlage (6,5 % p.a. Festentgelt bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen); variable Gewinnbeteiligung 1,5 % p. a. der Beteiligung; einmaliges Bearbeitungsentgelt von 3,5 %
Für wen?
Kleine Unternehmen sowie Existenzgründer. Spezielle Zielgruppen sind Unternehmen, die ausbilden, die aus der Arbeitslosigkeit gegründet oder von Frauen oder Menschen mit Migrationshintergrund geführt werden Gewerblich orientierte Sozialunternehmen und umweltorientierte Unternehmen Freiberufler, die nicht dem Standesrecht unterliegen
Wer zahlt? In NRW erfolgt die Beantragung über Kapitalbeteiligungsgesellschaft NRW (KBG NRW)

Mezzaninkapital ist eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital. Das Unternehmen erhält wirtschaftliches Eigenkapital. Der Kapitalgeber bekommt weder Stimmrechte, noch mischt er sich ins Tagesgeschäft ein. Die Mikromezzaninfinanzierung erfolgt als typisch stille Beteiligung und trägt zur Verstärkung der wirtschaftlichen Eigenkapitalbasis bei.

www.kbg-nrw.de/mikromezzaninfonds

 

Welche Hilfen gibt es für Kulturschaffende?

Mit einer Soforthilfe in Höhe von zunächst fünf Millionen Euro unterstützt die Landesregierung freischaffende, professionelle Künstlerinnen und Künstler, die durch die Absage von Engagements in finanzielle Engpässe geraten. Sie erhalten eine existenzsichernde Einmalzahlung in Höhe von bis zu 2.000 Euro. Die Soforthilfe kann mittels eines einfachen Formulars bei der für den Kreis Unna zuständigen Bezirksregierung in Arnsberg beantragt werden und muss später nicht zurückgezahlt werden.
 
Daneben schaffen zusätzliche Anpassungen im regulären Förderverfahren Sicherheit für die Kultureinrichtungen und -akteure. Grundsätzlich gilt dabei: Bereits bewilligte bzw. derzeit noch in Prüfung befindliche Förderungen in Höhe von mehr als 120 Millionen Euro werden in jedem Falle ausgezahlt – auch dann, wenn die Veranstaltungen und Projekte wegen Corona abgesagt oder verschoben werden müssen.

Zusätzliche Ausnahmeregelungen sollen Veranstalter und Einrichtungen finanziell wie zeitlich entlasten: So können etwa Ausfallkosten, die durch Absagen entstehen, als zuwendungsfähige Ausgaben im Rahmen der Förderungen anerkannt werden sowie die üblicherweise bei der Verwendung von Fördermittel geltenden Zwei-Monats-Fristen gelockert werden.
 
Weitere Informationen sowie das Antragsformular finden Sie unter www.mkw.nrw/Informationen_Corona-Virus.

Weitere Hilfen:

Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL)

Deutsche Orchestervereinigung

 

Ich bin selbstständig und habe hohe Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung. Können die Beiträge reduziert werden?

Ja, für zukünftige Beiträge. Dafür muss es zu einer Unverhältnismäßigen Belastung kommen. Sie liegt vor, wenn das aktuelle Arbeitseinkommen um mehr als ein Viertel gegenüber dem zuletzt für die Beitragsberechnung festgestellten Arbeitseinkommen reduziert ist.
Die Einnahmen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit haben sich um mindestens 25 Prozent gegenüber dem Arbeitseinkommen verringert, welches für die letzte Beitragsberechnung eingesetzt wurde.

Beantragung:
Die Reduzierung der Beitragsbemessungsgrundlage erfolgt nur auf Antrag des freiwilligen Mitgliedes. Die Beitragsreduzierung kann nur zukunftsbezogen vorgenommen werden.
Die freiwillig versicherten Selbstständigen müssen einen Antrag bei ihrer Krankenkasse auf Reduzierung der Beitragsbemessungsgrenze stellen.
Grundlage für die Berechnung sind der Vorauszahlungsbescheid zur Einkommensteuer und ergänzend dazu Unterlagen, die das voraussichtliche Arbeitseinkommen nachweisen.

Weitere Infos für Solo-Selbständige: selbststaendige.verdi.de

 

Was können Arbeitnehmer*innen und Solo-Selbstständige noch für Unterstützung beantragen?

Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie wurden der Kinderzuschlag angepasst. Für den Zeitraum vom 01. April bis 30. September 2020 gilt der Notfall-KiZ. Ausschlaggebend für den Anspruch ist nun das Einkommen des letzten Monats. Außerdem muss Vermögen - so lange es nicht erheblich ist - nicht angegeben werden.
Weitere Informationen: www.wfg-kreis-unna.de/aktuelles/presse/news/artikel/artikel/corona-notfall-kinderzuschlag-auch-fuer-selbststaendige.html

 

Können Sozialversicherungsbeiträge gestundet werden?

Ja. Wenn ein Unternehmen in Folge der Corona-Krise in Schwierigkeiten gerät, ist die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen eine Möglichkeit, dem Unternehmen finanziell wieder ein wenig Luft zu verschaffen.

Voraussetzung ist, dass das Unternehmen ersthafte Zahlungsschwierigkeiten hat oder im Falle der sofortigen Einziehung der Beiträge in solche Schwierigkeiten geraten würde. Die Entscheidung über eine Stundung fällen die zuständigen Krankenkassen der einzelnen Mitarbeitenden.

 

Wo bekomme ich Unterstützung bei der Einrichtung von Home Office-Arbeitsplätzen?

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Handwerksbetriebe können ab sofort finanzielle Unterstützung erhalten, wenn sie kurzfristig Homeoffice-Arbeitsplätze schaffen. Erstattet werden bis zu 50 Prozent der Kosten einer unterstützenden Beratung durch ein vom BMWi autorisiertes Beratungsunternehmen. Das Förderprogramm „go-digital“ des BMWi sieht hierfür ein spezielles, schnelles und unbürokratisches Verfahren vor.
Von der Förderung können rechtlich selbständige Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich des Handwerks mit technologischem Potenzial mit weniger als 100 Beschäftigten und einem Vorjahresumsatz oder einer Vorjahresbilanz von höchstens 20 Millionen Euro profitieren. Bei einem maximalen Beratertagessatz von 1.100 Euro beträgt der Förderumfang maximal 30 Tage.
Info beim Projektträger EURONORM GmbH, Tel. 030-97003-333.

 

Bin ich im Home Office gesetzlich unfallversichert?

Die gesetzliche Unfallversicherung unterscheidet streng zwischen privaten und beruflichen Tätigkeiten. Prinzipiell gilt: Während der Ausübung des Berufs und auf dem Weg zu und von der Arbeit sind Arbeitnehmer gesetzlich unfallversichert. Für Unfälle, die nicht in Verbindung mit der beruflichen Tätigkeit stehen, leistet die gesetzliche Unfallversicherung hingegen nicht. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. GDV schreibt dazu:

Allein durch die räumliche Situation verschmelzen im Home Office der berufliche und private Bereich noch stärker als etwa auf dem Arbeitsweg. Die Rechtsprechung versucht, Berufliches und Privates nach Unfällen im Homeoffice zu trennen.

Beispiel: Wer sich im Homeoffice etwas zu essen oder zu trinken holt und dabei stürzt, ist nicht versichert. Ein Arbeitnehmer war im Homeoffice in seiner Dachgeschosswohnung zum Wasser holen die Treppe hinuntergestiegen und schwer gestürzt. Das BSG hat 2016 entschieden, dass dieser Sturz nicht gesetzlich unfallversichert ist. "Wenn bei einer häuslichen Arbeitsstätte (Home-Office) ein Weg innerhalb des Wohngebäudes zurückgelegt wird, um einer eigenwirtschaftlichen Tätigkeit (hier: Trinken) nachzugehen", so das Urteil, bestehe kein Versicherungsschutz. Laut BSG könne man den Arbeitgeber nicht für die Risiken in der privaten Wohnung des Arbeitnehmers verantwortlich machen (Urt. v. 05.07.2016 - B 2 U 5/15 R).

Auch wer im Büro zur Toilette geht, ist gesetzlich unfallversichert. Im Homeoffice gilt diese Regel nicht. So sieht es jedenfalls das SG München. Ein Arbeitnehmer war auf dem Rückweg vom heimischen WC gestürzt und wollte den Sturz als Arbeitsunfall geltend machen (Urt. v. 04.07.2019 - S 40 U 227/18).

Zusammengefasst: Wer im Homeoffice etwas tut, was nicht in direktem Zusammenhang zu seiner Arbeit steht, ist nicht gesetzlich unfallversichert.

 




 

Die wichtigsten Anlaufstellen

Infotelefon des Bundesgesundheitsministeriums zum Coronavirus
Telefon: 030/3 46 46 51 00
Mo – Do 8 bis 18 Uhr
Fr 8 bis 12 Uhr   

 

Hotline des Bundeswirtschaftsministeriums für allgemeine wirtschaftsbezogene Fragen zum
Coronavirus:
Telefon: 030/1 86 15 15 15
Mo– Fr 9 bis 17 Uhr                                                                                                                              
E-Mail: buergerdialogbmwi.bundde

 

Beantragung von Kurzarbeitergeld:
Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur in Hamm: Tel. 02381/9 10 22 22
Unternehmerhotline der Bundesagentur: Tel. 0800/4 55 55 20   

 

Hotline „Unternehmen-Soforthilfe NRW“ ZENIT GmbH  
werktags zwischen 8 und 18 Uhr 
Tel. 0208/3 00 04-39

 

Infotelefon des Kreises Unna:
Tel. 0800/10 20 205
Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und Freitag von 8 bis 15 Uhr

 

Krisentelefon der WFG Kreis Unna:
Zentral: Tel. 02303/27-1690
Montag bis Donnerstag 9 bis 16 Uhr
Freitag 9 bis 14 Uhr

 

JobCenter Kreis Unna
Service-Hotline für Kunden Tel. 02303/25 38-0 oder 02303/25 38-22 22

Ansprechpartner/in

Zentrale Rufnummer

T
02303 27-1690

Wirtschaftsförderung Kreis Unna

Friedrich-Ebert-Straße 19
59425 Unna
Postfach 20 22
59410 Unna

Tel.:02303 271690
Fax:02303 271490

postwfg-kreis-unnade
www.wfg-kreis-unna.de