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11. Februar 2020 Zurück

Gemeinsam für ein starkes Ruhrgebiet

Gleich vier Kraftwerksstandorte werden im Kreis Unna geschlossen. Foto: Blossey

Business Metropole Ruhr: Das Projektbüro Fünf-Standorte stellt sich vor

Das Ende der Steinkohleverstromung bis zum Jahr 2038 steht fest. Schon heute gilt es, den Strukturwandel an den Kraftwerksstandorten in NRW zu gestalten und neue Wertschöpfung aufzubauen. Von der Logistik über den Kraftwerksbau bis hin zur Energieerzeugung und Wärmeauskopplung ist die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zu Forschung und Entwicklung involviert. Einige Tausend Arbeitsplätze sind derzeit noch von der wesentlich auf fossilen Brennstoffen basierenden Energiewirtschaft abhängig.

Das Aus der Kohleverstromung bis 2038 bedeutet für die betroffenen Kommunen eine besondere Herausforderung. Besonders betroffen: der Kreis Unna. Gleich vier Steinkohlekraftwerke gehen hier in den kommenden Jahren vom Netz und hinterlassen dann nicht nur ein großes Minus an Arbeitsplätzen und Wertschöpfung, sondern auch auch große Flächen, die es zu entwickeln gilt.

Es bedarf intensiver strukturpolitischer Anstrengungen, um die negativen Effekte zu kompensieren. Gleichzeitig bietet sich die einmalige Gelegenheit, den Rückzug der Kraftwerke für Neuansiedlungen und die Entwicklung des Standorts zu nutzen. Um die Wachstumspotenziale zu heben, braucht es frühzeitig einen breiten Ansatz: eine nachhaltige Regional- und Flächenentwicklung, die technologische Lösungen und gesellschaftliche Herausforderungen mitdenkt.

Dieser Prozess kann nur dauerhafte Erfolge hervorbringen, wenn es gelingt, regionale Lern- und Synergieeffekte zu erzielen. Es gilt, einen Strategieprozess mit kommunalen Handlungsfeldern regional abzustimmen. Das nordrhein-westfälische Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie hat die Business Metropole Ruhr GmbH beauftragt, diesen Prozess mit einem Projektbüro zu moderieren.


Die Handlungsfelder
Projektbüro Fünf-Standorte


Flächenentwicklung
Die Metropole Ruhr leidet als polyzentrischer Ballungsraum unter erheblicher Flächenknappheit. Wirtschaftliches Wachstum benötigt aber Gewerbe- und Industrieflächen. Diese müssen vorrangig auf Brachflächen entwickelt werden, um Klimaschutz- und Nachhaltigkeitszielen gerecht zu werden. Gerade Brachflächen sind allerdings häufig kontaminiert oder schlecht erschlossen. Ihre Entwicklungskosten sind dann so hoch, dass sie nicht marktgängig sind. Um das Delta zu einem marktüblichen Preis zu schließen, benötigen die betroffenen Kommunen finanzielle Unterstützung. Beim Screening konkret in Frage kommender Flächen und der Entwicklung von Umnutzungspotenzialen unterstützt das Projektbüro Fünf-Standorte.

Energie & Klimaschutz
Der wirtschaftliche Erfolg der Metropole Ruhr war 200 Jahre von der Verfügbarkeit von Steinkohle als Energieträger und den sich deshalb ansiedelnden energieintensiven Industrien abhängig. Eine erste Welle des Strukturwandels hat bewirkt, dass durch eine gezielte Gründung einer vitalen Universitäts- und Hochschullandschaft und einer gezielten Diversifizierung der Wirtschaft eine resilientere Wirtschaftsstruktur entstanden ist, die allerdings einen leistungsfähigen industriellen Kern behalten hat. Hierbei hat auch das weltweit führende Know-how des Ruhrgebiets im technischen Umweltschutz beigetragen.

Das Projektbüro Fünf-Standorte möchte Projekte vorantreiben, die hieran anknüpfen. Die Herausforderung, den Industriellen Kern weltweit führend in Sachen Ressourceneffizienz und Digitalisierung zu machen, ist für die Metropole Ruhr eine Chance. Sie kann sich, wie im technischen Umweltschutz, als Wegbereiter in Forschung und Entwicklung sowie neuen Produktionsverfahren etablieren.

Mobilität & Infrastruktur
Ohne eine Kraftanstrengung zur Herstellung eines zukunftsfähigen Mobilitätssystems wird die Metropole Ruhr ihr jetziges und künftiges Potenzial für mehr Wachstum nicht ausschöpfen können. Deshalb unterstützt das Projektbüro Kommunen darin, gemeinsam mit Partnern Konzepte zu entwickeln, die Güter- und Personenmobilität so realisieren, dass Wege kürzer und Orte schneller erreichbar werden. Hierbei sollen die Skaleneffekte, die die Digitalisierung bietet, bestmöglich genutzt werden.

Innovation & Bildung
Die bisherigen Erfolge in der Transformation der Metropole Ruhr haben gezeigt, dass sie nur mit dem konsequenten Ausbau hervorragender Bildungs-, Ausbildungsangebote sowie in Breite und Spitze leistungsfähiger Forschung und Entwicklung zu erreichen ist. Das Projektbüro Fünf-Standorte will helfen, diesen Erfolgspfad durch die Beschreibung eines konsequenten Wachstumskurses zu verstärken und Angebote auch gemeinsam mit den Kommunen zu entwickeln, die bislang nur unterdurchschnittlich vom Ausbau der Wissenslandschaft im Ruhrgebiet profitiert haben. Hierbei gilt es, gerade die Bereiche auszubauen, die für eine klimagerechte, ressourceneffiziente und digitalisierte Wirtschaft maßgeblich sein werden.

Das Projektbüro unterstützt die Kommunen im Prozess zur Erstellung konkreter Projektskizzen. Die jeweiligen Handlungsbedarfe werden gemeinsam analysiert. Projektideen werden priorisiert und schlussendlich qualifiziert. Der regionale Ansatz verstärkt die nachhaltige Wirkung. So hat die Region die Gelegenheit, den Strukturwandel proaktiv zu gestalten und Herausforderungen in Chancen zu verwandeln.

 

Quelle: Business Metropole Ruhr

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