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16. September 2020 Zurück

Größter Surfpark der Welt entsteht in Werne

Seit der Stilllegung der Zeche Werne I/II im Jahr 1975 liegt das Areal an der Flöz-Zollverein-Straße brach. Nun präsentiert die Stadt Werne gemeinsam mit der SW GmbH & Co. KG eine neue Planung für das 15 Hektar große Areal: „SURFWRLD“ wird der größte Surfpark der Welt. „Wir freuen uns sehr, heute eine neue und wirklich spannende Idee für das freie Zechengelände in Werne vorzustellen“, so Bürgermeister Lothar Christ am Rande eines Pressetermins.

Geplant ist zum einen der Bau einer Freizeitanlage mit dem Schwerpunkt Wassersport und zum anderen die Nutzung der Einrichtung für die wasserbauliche Forschung. Kernstück der Anlage sind große Becken, in denen Wellen erzeugt werden, die im Sommer für verschiedene Sportarten – vor allem Wellenreiten – und im Winter für Wissenschaft und Technik genutzt werden. Die Pläne treffen auch beim derzeitigen Eigentümer, der RAG Aktiengesellschaft, auf breite Zustimmung.

„Wir werden in Werne den größten Surfpark der Welt errichten. Die SURFWRLD wird zweimal so viele Becken, fast dreimal so viel Wasserfläche und fast viermal längeres Surfen am Stück als herkömmliche Anlagen dieser Art bieten“, bringt es Dr. Michael Detering vom Projektträger SW GmbH & Co. KG auf den Punkt. Er ist in Werne ansässig und bezeichnet den Standort als ideal für dieses Vorhaben.

Ähnliche Freizeitanlagen ziehen bereits im Ausland zahlreiche Wassersportler und Besucher an.
Mit dem Becken der ersten Ausbaustufe (Abmessungen ca. 250 m x 90 m x 2 m) entstehen alle 15 Sekunden Wellen mit bis zu zwei Metern Höhe. Eine Surfschule, Beachvolleyballfelder, Liegewiesen, Gastronomie, ein Wohnmobilstellplatz und eine sogenannte stehende Welle wie am Eisbach in München sind auch dabei. Ein zweites großes Becken mit ähnlichen Abmessungen ist für die nächste Ausbaustufe geplant. Die Projektentwickler sind teilweise selbst in der Umwelttechnik und wasserbezogenen Forschung aktiv. Deshalb wurden sie sehr schnell darauf angesprochen, die Anlage auch für Forschungszwecke nutzen zu können. Führende wissenschaftliche Partner sind die RWTH Aachen und die TH Köln, die an der Konzeption der Anlage bereits seit gut einem Jahr mitwirken. Die Einrichtung steht nach Fertigstellung aber auch anderen Hochschulen offen.

„Die Stadt Werne begrüßt das Projekt ausdrücklich“, erklärt Bürgermeister Lothar Christ. „Neben der Revitalisierung der Brachfläche und der Schaffung von Arbeitsplätzen ist das Vorhaben besonders als touristischer Anziehungspunkt für Stadt und Region von hoher Bedeutung, “ so Christ weiter.

Ein Teil der erforderlichen Gutachten und Studien zur Realisierung, Umweltverträglichkeit und zur Auslegung sind bereits abgeschlossen. „Die Aufstellungsbeschlüsse für das notwendige Bebauungsplanverfahren und das FNP-Änderungsverfahren sollen am 22. September 2020 in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr gefasst werden“, erläutert Planungsdezernent Ralf Bülte die nächsten Schritte. „Darüber hinaus befinden wir uns im Hinblick auf die übergeordnete Planung in guter und enger Abstimmung mit der Regionalplanungsbehörde in Essen.“

Das Vorhaben kalkuliert für die erste Ausbaustufe mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 30 Millionen Euro. Dabei entfallen rund 20 Millionen Euro auf die Freizeiteinrichtung und 10 Millionen Euro auf den Forschungsteil. „Wir befinden uns im intensiven Austausch mit dem Wirtschaftsministerium, der Bezirksregierung Arnsberg und der Business Metropole Ruhr im Hinblick auf mögliche Förderprogramme und rechnen uns gute Chancen auch im Rahmen des 5-Standorte-Programms aus“, skizziert Bürgermeister Lothar Christ eine Unterstützung auch durch öffentliche Fördergelder.

Der Projektträger SW GmbH & Co. KG rechnet damit, dass jährlich 200.000 Gäste die SURFWRLD besuchen werden. „Werne hat eine hervorragende Lage. Das Einzugsgebiet umfasst in einer Stunde Fahrzeit 10 Millionen und in zwei Stunden 20 Millionen Einwohner“, so Dr. Detering.

Für die SURFWRLD wird gegenüber des Südrings eine neue Zufahrt auf das Zechengelände erschlossen. Beim gesamten Projekt berücksichtigt die Stadt Werne zudem die Anbindung an das Radwegenetz. Dr. Michael Detering: „Wir haben einen sehr engagierten Zeitplan, möchten die Anlage Ende 2022 für den Forschungsteil in Betrieb nehmen und dann im Frühjahr 2023 die Eröffnung des Surfparks feiern.“

Erste Einblicke in die SURFWRLD sind ab sofort auf der Website www.surfwrld.de zu finden. Neben der Vorstellung des Projekts gibt es dort ausführliche Informationen, unter anderem zum Thema Nachhaltigkeit.

Quelle: Stadt Werne, Ansprechpartnerin Carolin Brautlecht

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