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01. Juni 2022 Zurück

Kreis Unna: Arbeitslosigkeit leicht gestiegen

Im Kreis Unna stieg der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 90 auf 14.359. Im Vergleich zu Mai 2021 reduzierte sich die Arbeitslosigkeit um 2.046 (-12,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote verblieb mit 6,7 Prozent auf dem Niveau des Vormonats. Vor einem Jahr betrug sie noch 7,7 Prozent. Das teilt die Agentur für Arbeit Hamm mit, die auch für den Kreis Unna zuständig ist.


„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Mai beruht nur auf einem Sondereffekt. Zum 1. Juni übernehmen die Jobcenter die Betreuung geflüchteter Menschen aus der Ukraine. Im Jobcenter Kreis Unna wurden rund 200 Personen aus der Ukraine bereits im Mai als Arbeitslose erfasst, was die tatsächliche Arbeitslosigkeit überzeichnet“, kommentiert Agenturchef Thomas Helm die aktuellen Daten und ergänzt: „Wir haben damit im Ergebnis etwas vorweggenommen, das die anderen Regionen im Juni auch erreichen wird. Im nächsten Monat haben wir diesen Anstieg schon ´eingepreist´“. Anzeichen für eine generelle Trendwende sieht Thomas Helm derzeit nicht: „Dass es auch im Mai einen Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Gruppe der Langzeitarbeitslosen gegeben hat, zeigt, dass der Arbeitsmarkt weiterhin aufnahmefähig ist.“

Unterbeschäftigung
Personen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder sich in einer kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit befinden, zählen in der Regel als unterbeschäftigt. Im aktuellen Berichtsmonat wurden insgesamt 18.771 Unterbeschäftigte im Kreis gezählt – das sind 101 Personen (+0,5 Prozent) mehr als im Monat zuvor. Im Mai 2021 waren 2.023 Personen (+9,7 Prozent) mehr unterbeschäftigt. Die Unterbeschäftigungsquote beträgt 8,7 Prozent. Kurzarbeiter sind nicht in der Unterbeschäftigung enthalten.

Kurzarbeit
Im Mai wurden im Kreis Unna 19 neue Anzeigen auf Kurzarbeit für 2.089 Beschäftigte verzeichnet. Seit Beginn der Pandemie gingen rund 5.450 Anzeigen aus fast allen Branchen für 130.000 potentiell betroffene Arbeitnehmer ein.
Erst nach Ablauf von mehreren Monaten zeigt sich die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit, da die Betriebe innerhalb dieses Zeitraums Kurzarbeit nachträglich abrechnen. Für Dezember 2021 liegen inzwischen Hochrechnungen für den Kreis Unna vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 367 Betriebe für 2.434 Arbeitnehmer ausgezahlt.

Zu- und Abgänge auf dem ersten Arbeitsmarkt
Im Berichtsmonat meldeten sich 892 Personen aus Erwerbstätigkeit neu oder erneut arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat waren das 12 Personen (-1,3 Prozent) weniger. Im Vergleich zu Mai 2021 waren es 58 Personen mehr. Gleichzeitig beendeten im Berichtsmonat 677 Personen ihre Arbeitslosigkeit zu Gunsten einer Erwerbstätigkeit und damit 134 weniger als im Vormonat (-16,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren es 211 Personen (-23,8 Prozent) weniger, die eine neue Beschäftigung aufnehmen konnten.

Entwicklung in einzelnen Personengruppen

Im Kreis Unna leben derzeit 877 Arbeitslose, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ihre Anzahl stieg um 10 (+1,2 Prozent). Im Vorjahresvergleich ist der Bestand um 337 Personen (-27,8 Prozent) gesunken.
Knapp ein Viertel (3.578) aller Arbeitslosen ist älter als 55 Jahre. Dies entspricht einem Anstieg um 33 Personen gegenüber dem Vormonat (+0,9 Prozent). Vor zwölf Monaten gab es 103 ältere Arbeitslose (+2,8 Prozent) mehr.
Im Kreis Unna leben 4.213 Arbeitslose mit Migrationshintergrund und damit 210 (+5,2 Prozent) mehr als im Vormonat. Im Mai 2021 waren 333 ausländische Arbeitslose (+7,3 Prozent) mehr gemeldet.
Die Langzeitarbeitslosigkeit sank im Berichtsmonat um 50 Personen (-0,8 Prozent) auf 6.297. Im Vorjahresvergleich sind das 1.113 Personen (-15,0 Prozent) weniger.
Im Berichtsmonat stieg die Anzahl der Arbeitslosen mit Behinderung um sieben (+0,5 Prozent) auf 1.509 und lag damit um 54 über dem Niveau des Vorjahres (+3,7 Prozent).

Entwicklung in der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II)
Im SGB II-Bereich ist ein leichter Anstieg der Arbeitslosenzahlen um 1,4 Prozent (+143 Personen) im Vergleich zum Vormonat zu verzeichnen. „Der Anstieg im Mai liegt an der bereits erfolgten Erfassung von rund 200 Menschen aus der Ukraine, die ab dem 1. Juni 2022 im Jobcenter Kreis Unna betreut werden“, erklärt Uwe Ringelsiep, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Unna. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind jedoch 1.059 Personen weniger im Jobcenter Kreis Unna arbeitslos gemeldet (-9,4 Prozent).
„Erfreulicherweise konnten Langzeitarbeitslose von der Frühjahrsbelebung im Mai profitieren“, so Ringelsiep. Die Anzahl Langzeitarbeitsloser sei aktuell um 48 Personen (-0,8 Prozent) gesunken. „Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai verzeichnen wir sogar 970 Langzeitarbeitslose (-14,6 Prozent) weniger.“

Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises
In sechs der zehn Kommunen des Kreises Unna ging die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat zurück. Den stärksten Rückgang verzeichnete Selm (-3,1 Prozent bzw. 26 auf 818). Danach folgen Holzwickede (-0,8 Prozent bzw. drei auf 389), Lünen (-0,5 Prozent bzw. 20 auf 4.212), Schwerte (-0,5 Prozent bzw. sieben auf 1.386), Bönen (-0,3 Prozent bzw. zwei auf 606) und Unna (-0,2 Prozent bzw. drei auf 1.785). In Fröndenberg stieg die Arbeitslosigkeit an (+0,2 Prozent bzw. eine Person auf 504), ebenso in Kamen (+2,7 Prozent bzw. 44 auf 1.645), Bergkamen (+3,3 Prozent bzw. 69 auf 2.189) und Werne (+4,7 Prozent bzw. 37 auf 825).


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