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05. Januar 2021 Zurück

Kreis Unna: Weniger Arbeitslose im Dezember

Im Kreis Unna sank der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 88 auf 16.031. Im Vergleich zu Dezember 2019 stieg die Arbeitslosigkeit um 2.016 (+14,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote stagnierte bei 7,5 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 6,6 Prozent. Das teilt die Agentur für Arbeit Hamm mit, die auch für den Kreis Unna zuständig ist.

„Der Arbeitsmarkt hat sich auch in den vergangenen vier Wochen aufnahmefähig gezeigt und so ging, trotz Lockdowns und unsicherer Planungsgrundlage für die Unternehmen, die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Unna weiter zurück“, bilanziert Agenturchef Thomas Helm die aktuellen Entwicklungen.

Im Dezember hatten Stellenzugang und -bestand insbesondere für junge Menschen unter 25 für gute Jobchancen gesorgt. Insgesamt lasse die Dynamik jedoch allmählich nach, was sich an sinkenden Abgängen in Arbeit zeige: „Diesen Effekt haben wir bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr beobachtet. Auch damals nahm die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen ab.“

Für die ersten Monate des neuen Jahres geht der Arbeitsmarktexperte zunächst von steigenden Arbeitslosenzahlen aus: „Bisher ist nicht erkennbar, ab wann die volle wirtschaftliche Tätigkeit wiederaufgenommen werden kann, voraussichtlich wird sich der derzeitige Lockdown noch über den gesamten Januar fortsetzen. Hinzu kommen das Winterwetter und die allgemein im Winter eher nachlassende Einstellungsbereitschaft der Unternehmen.“

Kurzarbeit
Bislang sind seit Anfang März insgesamt 4.224 Anzeigen auf Kurzarbeit für 76.301 Beschäftigte eingegangen. Mittlerweile liegen außerdem die finalen Zahlen zur tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit bis einschließlich Juni vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld im Kreis Unna im April an 37.675 Beschäftigte aus 2.324 Betrieben und im Mai an 23.573 Beschäftigte aus 1.943 Betrieben ausgezahlt, bevor sich die Anzahl an betroffenen Betrieben im Juni auf 1.510 und die der kurzarbeitenden Beschäftigten auf 17.650 abschwächte.

Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2009, also während der Wirtschafts- und Finanzkrise, zeigten knapp 780 Betriebe für rund 16.600 Menschen im Agenturbezirk (Hamm und Kreis Unna) Kurzarbeit an.

 

Zu- und Abgänge auf dem ersten Arbeitsmarkt
Im Berichtsmonat meldeten sich 918 Personen aus Erwerbstätigkeit neu oder erneut arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat waren das 42 Personen (-4,4 Prozent) weniger. Im Vergleich zu Dezember 2019 waren es 162 Personen (-15,0 Prozent) weniger. Gleichzeitig beendeten im Berichtsmonat 775 Personen ihre Arbeitslosigkeit zu Gunsten einer Erwerbstätigkeit und damit 177 weniger als im Vormonat (-18,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren es 66 Personen (+9,3 Prozent) mehr, die eine neue Beschäftigung aufnehmen konnten.

 

Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises
In sechs von zehn Kommunen des Kreises Unna konnte Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat abgebaut werden. Den höchsten Rückgang verzeichnete Unna (-2,5 Prozent bzw. 51 auf 2.013). Danach folgen Schwerte (-2,0 Prozent bzw. 32 auf 1.541), Werne (-1,9 Prozent bzw. 17 auf 862), Kamen (-1,1 Prozent bzw. 19 auf 1.785), Holzwickede (-0,6 Prozent bzw. drei auf 503) und Lünen (-0,5 Prozent bzw. 25 auf 4.653). Den geringsten Anstieg an Arbeitslosen gab es in Bergkamen (+0,4 Prozent bzw. neun auf 2.409), gefolgt von Bönen (+1,4 Prozent bzw. zehn auf 709), Fröndenberg (+1,9 Prozent bzw. 11 auf 605) und Selm (+3,1 Prozent bzw. 29 auf 951).

 

Rückblick 2020
Die Corona-Pandemie war prägend für das vergangene Jahr 2020 auf dem Arbeitsmarkt. Sowohl im Frühjahr als auch im späten Herbst sorgten die wochenlangen Lockdowns für eine massive Inanspruchnahme der Kurzarbeit und für steigende Arbeitslosenzahlen. Die Entwicklung der Vorjahre konnte sich entsprechend nicht fortsetzen. In der Folge erhöhte sich der Bestand an Arbeitslosen im Vergleich zu 2019 um 1.788 Menschen auf 16.155, was einem Anstieg um 12,4 Prozent entspricht. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresschnitt 7,6 Prozent, während sie im vorigen Jahr noch bei 6,8 Prozent lag.

Alle Personengruppen waren von eingeschränkten Jobchancen im vergangenen Jahr betroffen und legten an Arbeitslosigkeit zu. Bei jungen Menschen unter 25 erhöhte sie sich um 22,9 Prozent (+225), bei Ausländern um 20,6 Prozent (+749), bei Langzeitarbeitslosen um 8,7 Prozent (+464), bei Menschen über 50 Jahre um 8,4 Prozent (+408) und bei Schwerbehinderten um 5,8 Prozent (+79).

Die unterjährige Entwicklung der Arbeitslosigkeit verlief im Kreis Unna bis einschließlich März saisontypisch, danach folgte sie den Ausschlägen der Pandemie. So erhöhte sich die Arbeitslosenquote im April sprunghaft auf 8,2 Prozent und stieg sukzessive bis August auf 9,0 Prozent an. Seit September zeigt sie sich rückläufig und betrug zuletzt 8,2 Prozent.

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit ließ deutlich die Auswirkungen der Coronakrise auf dem Arbeitsmarkt erkennen. So entwickelte sich die Inanspruchnahme dieses Instruments in nie dagewesenem Ausmaß. Deutlich erkennbar waren – analog zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit – zwei sprunghafte Anstiege im Frühling und Spätherbst. Insgesamt wurden von März bis Dezember 4.224 Anzeigen auf Kurzarbeit für 76.301 Beschäftigte gestellt, was einem Anstieg im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres von 4.143 Anzeigen (+5.114,8 Prozent) und 73.950 (+3.145,5 Prozent) entsprach.

Quelle: Agentur für Arbeit, Ulrich Brauer

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