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04. Juli 2019 Zurück

Ruhrkonferenz: Land hat nur die Großstädte im Blick

Die Kohlekraftwerke im Kreis werden abgeschaltet und geben Raum frei für Ansiedlung von Gewerbe. Doch wie die Aufbereitung der Flächen finanzieren? Der Kreis fühlt sich allein gelassen - trotz intensiver Gespräche wie im Mai auf der Ökostation. Foto: Kreis Unna

Er ist enttäuscht, aufgeben wird er nicht. Das machte Landrat Michael Makiolla im Kreistag bei seinem Bericht über den Stand der von der Landesregierung auf den Weg gebrachten Ruhrkonferenz und ihren Auswirkungen auf die Zukunft des Kreises Unna deutlich.

Bei der Ruhrkonferenz geht es darum, Themen zu benennen, deren Ausgestaltung die Entwicklung der Metropolregion vorantreibt – und schon hier hakt es aus Sicht des Landrates: „Zu großstadtorientiert“, lautet sein Fazit nach Blick auf die Themenliste. Dort hätte nach seiner Auffassung zwingend der Ausstieg aus der Steinkohle als Top-Thema gesetzt werden müssen.

Bedeutung der Nachnutzung von Kohlestandorten unterschätzt

Aufgegriffen wurde der sich anbahnende Strukturwandel bei einer Veranstaltung zur Flächenentwicklung. Da ging es aber nicht nur um die Nachnutzung von Kraftwerksstandorten – was der Bedeutung dieser neuerlichen wirtschaftlichen Herausforderung für den Kreis Unna und auch für die Stadt Hamm nach Meinung des Landrates angemessen gewesen wäre.

In seiner Berichterstattung listete Makiolla akribisch auf, wo, wann und in welcher Runde er und auch Dr. Michael Dannebom als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Unna (WFG) für den kreisangehörigen Raum betreffende Themen geworben oder sich in Diskussionsprozesse eingebracht hat. Der Landrat ließ auch keinen Zweifel daran, wo der Kreis nach seiner Überzeugung hätte am Tisch sitzen müssen – und nannte hier beispielhaft die Veranstaltung zu „urbanen Energielösungen“.

Regionales Entwicklungskonzept für den Kreis verabredet

Der aus Kreissicht unbefriedigend verlaufende Prozess der Ruhrkonferenz zeitigt Reaktionen. So hat Landrat Makiolla mit den Bürgermeistern der kreisangehörigen Städte und Gemeinden die Erstellung eines gemeinsamen regionalen Entwicklungsprojektes Kreis Unna verabredet. Darin Eingang findet das, was bisher im Rahmen der Zieldiskussionen zur Wirkungsorientierten Steuerung (WOS) erarbeitet worden ist. Auch die Ergebnisse der Nachhaltigkeitsstrategie sollen einfließen.

Der Entwurf des regionalen Entwicklungskonzeptes soll Mitte September vorliegen und Diskussionsgrundlage für die Bürgermeisterrunde, den WFG-Aufsichtsrat und die Politik werden. Landrat Makiolla rechnet damit, dass das Land eine Unterstützung von Projekten im Rahmen der Ruhrkonferenz von einem solchen Konzept abhängig macht. „Darauf müssen wir vorbereitet sein“, so das Credo des Landrats und WFG-Aufsichtsratsvorsitzenden.

Makiolla appellierte an die im Kreistag versammelte Politik, ihre politischen Kontakte zu nutzen, um auf die spezifischen Belange des Kreises bei der Ruhrkonferenz und beim Kohleausstieg hinzuweisen. „Wir haben viele konkrete Ideen, brauchen aber Anschubhilfe von Bund und Land“.

PK | PKU

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