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04. Juni 2019 Zurück

Schere am Ausbildungsmarkt schließt sich

In NRW waren im Mai bei den Agenturen für Arbeit noch 53.151 gemeldete Ausbildungsplätze unbesetzt. Dem standen 47.447 junge Menschen gegenüber, die noch keine Ausbildungsstelle oder eine Alternative gefunden haben. In Hamm und im Kreis Unna suchen aktuell noch 1.943 junge Männer und Frauen einen Ausbildungsplatz. Ihnen stehen 1.585 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung und damit statistisch noch 0,8 Stellen pro Bewerber.

Dieses Verhältnis stagniert im Vergleich zum Vorjahr und liegt damit weiterhin deutlich unter dem landesweiten Schnitt (1,1) oder in Bezug zur Nachbarstadt Dortmund (1,4). Im Agenturbezirk weist der Kreis Unna die bessere Lage (0,9) auf als die Stadt Hamm (0,7). Agenturleiter Thomas Helm macht deutlich: „Auch, wenn die Kombination von rückläufigen Bewerberzahlen und gleichzeitig steigendem Ausbildungsstellenangebot in die richtige Richtung geht, so reichen die Bemühungen bisher nicht aus, um ein Gleichgewicht herzustellen und damit jedem einzelnen Wunsch nach Ausbildung nachkommen zu können. Damit bleibt der Bezirk der Arbeitsagentur Hamm hinter seinen Erwartungen sowie den Bilanzen der Nachbarregionen und des Landes zurück."

Im Vergleich zum Vorjahr stagniert die Situation auf dem Ausbildungsmarkt im Kreis Unna im Wesentlichen. Es kann in diesem Jahr kein weiterer Bewerberrückgang verzeichnet werden, sondern ein leichter Anstieg um 0,8 Prozent (19 Jugendliche). Die Zahl an gemeldeten Ausbildungsstellen liegt um 1,9 Prozent (34 Stellen) über der Marke des letzten Jahres. Seit Oktober 2018 haben sich 2.267 junge Menschen in der Berufsberatung gemeldet, gleichzeitig wurden 1.813 Berufsausbildungsstellen entgegengenommen. Damit verbleibt die Bewerber-Stellen-Relation mit 0,8 nahezu auf dem Niveau des Vorjahrs (0,79).

Mehr Jugendliche in Ausbildung

Aktuell sind noch 1.230 Bewerber unversorgt. Hinzu kommen 229 junge Menschen, die zwar eine Alternative haben, als erste Wahl jedoch eine Ausbildung anstreben. Es fällt auf, dass fünf Prozent mehr Bewerber aus dem Vorjahr erneut auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz gehen, als dies im vorigen Berufsberatungsjahr der Fall war.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich jedoch die Anzahl an Jugendlichen, die bereits jetzt einen Ausbildungsvertrag unterzeichnen konnten, um 12,3 Prozent (40 junge Menschen) erhöht. Dazu Thomas Helm: „Das ist eine wichtige Verbesserung, gleichermaßen für junge Menschen und Arbeitgeber, denn beide Seiten können sich damit ihren Wunsch nach Ausbildung erfüllen und müssen nicht über alternative Lösungen nachdenken."

Alternativen bedenken

Der Agenturchef sieht zwar eine gestiegene Bereitschaft zum Umdenken bei Arbeitgebern und Jugendlichen, diese führe jedoch noch nicht weit genug: „Rein statistisch stagniert der Ausbildungsmarkt weitestgehend, große Sprünge wie im Vorjahr können wir aktuell nicht verzeichnen. Umso mehr ist die Kreativität und Einstellung jedes Einzelnen gefragt, sich Wettbewerbsvorteile zu erarbeiten: Warum sich als Arbeitgeber nicht auch mal mit einer ausgefallenen Videobotschaft in den angesagten sozialen Netzwerken bei den Jugendlichen vorstellen? Das bedeutet, Angebote zu beschreiben, anstatt Anforderungen zu stellen. Jugendliche haben auch im Kreis Unna viele schulische oder akademische Ausbildungsalternativen.

Info für Arbeitgebende und Auszubildende

Falls noch nicht geschehen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, noch auf die Suche nach einer Ausbildungsstelle für diesen Sommer zu gehen. Es stehen noch zahlreiche unbesetzte Stellen zur Verfügung.

Jugendliche, die sich beruflich orientieren möchten, können sich jederzeit bei der Berufsberatung melden unter: 0800 / 4 5555 00 oder im BiZ der Arbeitsagentur Hamm unter 02381 / 910 1001.

Arbeitgeber können jederzeit freie Arbeits- und Ausbildungsplätze melden unter: 0800 / 4 5555 20. (Die Servicerufnummern sind für den Anrufer kostenfrei.)

Ansprechpartner/in

Elke Böinghoff

Elke Böinghoff

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