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21. Juli 2020 Zurück

Unverhofft den Traumjob gefunden

Nicolas Vehling ist mehr als zufrieden mit seiner Auszubildenden Vanessa Sobottka, die er über das Ausbildungsprogramm NRW gefunden hat. Foto: Privat

Das Ausbildungsprogramm NRW macht’s möglich

Corona-Zeiten sind keine guten Zeiten für Auszubildende und ausbildende Unternehmen. Die unklaren Zukunftsausssichten verunsichern beide Seiten gleichermaßen. Dabei müssen Unternehmen gar nicht auf Hilfsinstrumente wie Corona-Ausbildungsprämien setzen - es gibt bereits Werkzeuge, die Unternehmen in Sachen Ausbildung unterstützen. Wie zum Beispiel das Ausbildungsprogramm NRW, das auszubildende Unternehmen nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch dafür sorgt, dass Betriebe und Azubis persönlich betreut werden. Noch in der Vor-Corona-Zeit hat das Bus- und Reiseunternehmen Vehling Reisen GmbH das Angebot des Ausbildungsprogramms angenommen:

Eigentlich wollte Vanessa Sobottka beruflich etwas ganz anderes werden. Dass die junge Frau nun beim Bergkamener Bus- und Reiseunternehmen Vehling Kaufffrau für Büromanagement lernt und dabei die große weite Welt entdecken darf, hätte sie sich so nicht vorgestellt.

Wunschberuf außer Reichweite

„Eigentlich wollte ich etwas in Richtung Medizin machen, besonders die Augenoptik hat mich sehr interessiert“, berichtet die Wernerin. Doch hier wollte es nicht klappen, zwei Mal begann sie nach ihrem Hauptschulabschluss eine Ausbildung, ein Mal als Optikerin, einmal als Medizinisch-Technische Angestellte in einer Augenarztpraxis, zwei Mal brach sie ab. „Es hat in den Betrieben einfach nicht richtig gepasst, ich wurde gemobbt und schließlich war ich total verunsichert, ob ich überhaupt eine Ausbildung schaffen würde“, erinnert sich Vanessa Sobottka.

Dabei hatte Vanessa Sobottka sich von Anfang an bemüht, hatte sich gut informiert und nach der ersten abgebrochenen Ausbildung mit einer Einstiegsqualifizierung für eine gute Grundlage gesorgt – dachte sie und dachte auch die Agentur für Arbeit, mit der die junge Frau immer eng zusammenarbeitete.

Oft sind es nur Kleinigkeiten, warum ein Jugendlicher keinen Ausbildungsplatz findet“, weiß Nadia Dierkes, die das Ausbildungsprogramm NRW für den Bildungsträger Werkstatt im Kreis Unna GmbH betreut. Unterstützt wird sie dabei von Viktoria Berntzen von der Regionalagentur Westfäli-sches Ruhrgebiet unter dem Dach der Wirtschaftsförderung für den Kreis Unna.

"Ich wollte unbedingt eine Ausbildungsstelle"

Vanessa Sobottka blieb trotz angeknackstem Selbstbewusstsein am Ball, jobbte im Einzelhandel und informierte sich weiter – „ich wollte unbedingt eine Ausbildungsstelle!“. Schließlich stieß sie auf das Ausbildungspro-gramm NRW und fragte gezielt bei der Agentur für Arbeit nach. Hier befürwortete man die Idee und verwies sie an die Werkstatt Unna, die sie dann 2019 im Rahmen des Ausbildungsprogramms NRW engmaschig weiter betreute.

„Für den Kreis Unna übernehmen wir von der „Werkstatt“ die weitere Arbeit“, erläutert Hanna Stoewe, Abteilungsleiterin bei der Werkstatt im Kreis Unna. „Dafür schauen wir uns erst einmal die Jugendlichen ganz genau an, wo liegen ihre Stärken, was wollen sie aus ihrem Leben machen. Dann suchen wir einen passenden Ausbildungsbetrieb und bringen die beiden zusammen.“

Nach eingehender Befragung von Vanessa Sobottka schlug die Werkstatt Unna ihr die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement vor. „Eigentlich wollte ich ja in die medizinische Richtung, doch auch der Kundenkontakt und die Bürotätigkeit waren mir wichtig“, erinnert sich die inzwischen 21-Jährige. Außerdem fragte man bei Nicolas Vehling an, Geschäftsführer der Vehling Reisen GmbH: „Wir haben bereits früher junge Leute über das Ausbildungsprogramm NRW ausgebildet. Durch die finanzielle Unterstützung und Betreuung der Auszubildenden durch die Werkstatt ist das für uns als Unternehmen eine gute Gelegenheit, ohne großes Risiko Jugendlichen eine Chance zu geben“, findet Nicolas Vehling.

Win-Win-Situation

Das „Matching“ der Werkstatt lieferte einen Volltreffer: Nach einem ersten Gespräch waren 2019 beide Seiten voneinander angetan. „Wir haben dann in einem Praktikum Frau Sobottkas offene und aufgeschlossene Art, die gerade in unserem Reisebüro passt, zu schätzen gelernt“, erinnert sich Nicolas Vehling. „Und dass ich hier im Rahmen meiner Ausbildung mit Reisen in alle Welt zu tun habe und sogar mit den Bussen mitfahren kann, finde ich richtig toll“, ergänzt Vanessa Sobottka.

Für Vehling eine „win-win-Situation“. Denn neben einer engagierten Auszubildenden gibt es bis zu zwei Jahre lang einen monatlichen Zuschuss. Finanziert wird dies durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und So-ziales (MAGS) NRW, bezuschusst durch ESF-Fördergelder. Voraussetzung: Der Ausbildungsplatz muss zusätzlich zu den sonst im Betrieb bereits vorhandenen Ausbildungsplätzen angeboten werden.

Mindestens monatlich sucht das Team von der Werkstatt das Gespräch mit dem Betrieb und dem Auszubildenden, „so können wir schnell reagieren, wenn es zu Problemen kommt“, erklärt Hanna Stoewe, „auch das gibt dem Betrieb eine zusätzliche Sicherheit.“ Denn die Experten kennen sich aus in der Vielfalt der Unterstützungsmöglichkeiten für Auszubildende, von ausbildungsbegleitenden Hilfen bis hin zu finanzieller Unterstützung.

Infos unter www.mags.nrw.ausbildungsprogramm-nrw
oder direkt bei der Werkstatt im Kreis Unna,
Hanna Stoewe, Tel. 02303/2805-126,
per Mail an h.stoewewerkstatt-im-kreis-unnade


Eckpunkte Ausbildungsprogramm NRW:

  • Ausbildungsverträge: Betriebe schließen reguläre Ausbildungsverträge mit den Jugendlichen ab.
  • Ausbildungsvergütung: Das MAGS bezuschusst durch ESF-Fördergelder in den ersten beiden Ausbildungsjahren bzw. für 24 Monate die Ausbildungsvergütung mit 400 Euro pro Monat. Den Zuschuss zur Ausbildungsvergütung bekommt der Ausbildungsbetrieb über die Werkstatt im Kreis Unna weitergeleitet.
  • Zusätzlichkeit: Die Ausbildungsplätze müssen zusätzlich sein.
  • Teilnehmergewinnung: Arbeitsagenturen und Jobcenter schlagen Bewerberinnen und Bewerber für einen Ausbildungsplatz vor. Die Besetzung erfolgt im Zusammenwirken mit Bildungsträger und Ausbildungsbetrieb.
  • Ausbildungsberufe: Im Regionalen Ausbildungskonsens wurde eine „Positivliste“ zu Ausbildungsberufen verabschiedet, die gute Übernahmechancen besitzen und eine realisierbare Nachfrage bei den Jugendlichen erwarten lassen. Grundsätzlich sind aber alle Ausbildungsberufe nach BBiG/HWO förderfähig (2 - 3,5-jährig).

Quelle: www.mags.nrw/ausbildungsprogramm-nrw

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