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27. Mai 2019 Zurück

Wirtschaftsgespräch zum Thema Künstliche Intelligenz

Referenten und Veranstalter des diesjährigen IHK-Wirtschaftsgesprächs in Unna. Foto: Schaper/IHK zu Dortmund

Kaum eine Gesprächsrunde über Digitalisierung kommt ohne den Begriff „Künstliche Intelligenz“ (KI) aus. Gerade für die Wirtschaft ergeben sich in diesem Bereich ganz neue Möglichkeiten. Dabei ist das Thema nicht nur für globale Großkonzerne wie Google, Apple und Amazon oder IT-Dienstleister wichtig. Auch für den regionalen Mittelstand gewinnt KI immer mehr an Bedeutung, wie das diesjährige Wirtschaftsgespräch der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund in der Mercedes-Benz-Niederlassung Unna zeigte. IHK-Vizepräsident Andreas Tracz, Geschäftsführer der K&K Networks GmbH, und IHK-Regionalbetreuer Michael Ifland konnten hierzu zahlreiche Gäste aus Unternehmen, Politik und Verwaltung begrüßen. Für die WFG mit dabei war Julian Pflichtenhöfer, der hier das zdi-Netzwerk und den Förderverein Perspektive Technik vorstellte.

Einfluss auf den Wirtschaftsstandort Unna

Unnas Bürgermeister Werner Kolter skizzierte die Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort unter dem wachsenden Einfluss der Digitalisierung. Sein Fazit: „Die aktuellen Rahmenbedingungen des Wirtschaftsstandortes Unna sind sehr positiv. Der Zuwachs sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze und der weitere Rückgang der Arbeitslosigkeit bestimmen das Bild. Umso mehr gehören die Herausforderungen der Digitalisierung und der Industrie 4.0 zu den Aufgaben kommunaler Wirtschaftsförderung.“

In seinem Vortrag berichtete IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber über aktuelle Entwicklungen in der IHK-Arbeit. Dabei ging er zunächst auf die sehr gute konjunkturelle Stimmung in der Region ein. Im Frühjahr bewerteten fast 55 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, weniger als drei Prozent waren unzufrieden.

Positiv stellt sich die aktuelle Gesamtsituation auch auf dem Ausbildungsmarkt im Kreis Unna dar. Ende April verzeichnete die IHK insgesamt 482 neue Ausbildungsverhältnisse, was gegenüber dem Vorjahreswert (438) ein deutliches Plus darstellt. In Unna selbst hinken die Zahlen (81) verglichen mit 2018 (93) allerdings noch hinterher. „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir in den kommenden Monaten das sehr gute Niveau des Vorjahres erreichen“, so Schreiber.

2018 konnten in der IHK-Region insgesamt 5.149 neue Azubiverträge notiert werden. Schreiber appellierte in diesem Zusammenhang an die Unternehmer, auch zukünftig Kandidatinnen und Kandidaten für das ehrenamtliche Prüferwesen bereitzustellen. „Es ist für unsere Wirtschaft von größtem Interesse, wenn der künftige Fachkräftenachwuchs gut und praxisnah ausgebildet wird.“

Kohleaus kostet Kohle 

Schreiber ging auch auf die Ergebnisse der „Kohlekommission“ ein: Mit der Schließung von vier Steinkohlekraftwerken im Kreis Unna könnten mittelfristig bis zu 1.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Vor diesem Hintergrund betonte Schreiber die Notwendigkeit, dass die vom Bund zugesagten finanziellen Hilfen nicht nur den rheinischen Braunkohlerevieren zukommen. „Auch hier vor Ort im Kreis Unna brauchen wir Geld, um diesen Strukturwandel abzufedern.“

Zugleich müsse bei den Planungen für die Nachnutzung der riesigen Areale das große Potenzial als Industrie- und Gewerbeflächen beachtet werden. Die IHK werde sich beim Ruhrkonferenz-Themenforum „Heimat.Ruhr“ am 29. Mai in Bochum dafür einsetzen. Denn: „Unsere Wirtschaft braucht Flächen, um wachsen zu können. Beim bisherigen Entwurf des Regionalplans Ruhr kommen die Bedürfnisse der Unternehmen zu kurz. Es fehlen rund 800 Hektar Fläche für potenzielle Gewerbeflächen“, erläuterte Schreiber.

Forderung nach Ausbau der Bahnstrecke

Abschließend widmete er sich noch dem erforderlichen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Lünen und Münster und bezeichnete das 27 Kilometer lange Teilstück als die am stärksten vernachlässigte Metropolenverbindung in Deutschland. „Die Diskussion nach der Entscheidung für den Teilausbau einfach für beendet zu erklären, ist weder zeitgemäß noch angemessen.“

Julian Pflichtenhöfer: Der Wandel ist in vollem Gange

In einem weiteren Tagesordnungspunkt stellte Julian Pflichtenhöfer, Geschäftsführer des Fördervereins, die Aktivitäten des „zdi-Netzwerks Perspektive Technik“ vor: „Künstliche Intelligenz, Mensch-Maschine-Interaktionen oder intelligente Produktion – der Wandel der Arbeitsanforderungen ist im vollen Gange. Mit unseren Angeboten wollen wir Kinder und Jugendliche frühzeitig mit den neuen Technologien vertraut und fit für die Arbeitswelt der Zukunft machen.“

Abschließend ging Gary Hilgemann, Geschäftsführer der raypack GmbH und rebotnix GmbH aus Lünen, in seinem Vortrag auf die Möglichkeiten und Perspektiven der Nutzung von KI und der Wirtschaftlichkeit für kleine und mittlere Unternehmen ein.

 

Quelle: IHK zu Dortmund

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