News

22. Oktober 2019 Zurück

Zu Besuch im Logistikzentrum

Unfassbare Dimensionen: Das Unnaer Logistikzentrum der DHL Solutions GmbH bietet auf 80.000 Quadratmetern Platz für 130.000 Paletten. Doch hauptsächlich umgeschlagen werden Bekleidungsartikel, die in Kartons gelagert und ausgeliefert werden.

Der Taschensorter transportiert jeden Tag tausende von Kleidungsstücken vom Wareneingang zum Warenausgang. Hier werden sie in Kartons zusammengefasst in die jeweiligen Shops in ganz Europa verteilt. Dabei legt die Ware allein schon im Logistikzentrum an der Gießerstraße Kilometer zurück – hängend in einzelnen Taschen.

Mit Hochregalstaplern fahren die besonders geschulten Mitarbeiter ihre Waren durch die schmalen Gänge. Dabei geht es bis zu zwölf Meter in die Höhe, um die Kartonware in die Regale zu verteilen bzw. die angeforderten Artikel im Logistikzentrum weiter zu verteilen. Von oben erschließt sich die Dimension eines solchen Hochregals, von dem es hier über 100 gibt.

Christian Dittrich demonstriert ein neues System, das in Zukunft den Wareneingang automatisieren könnte. Dabei wird die Ware ähnlich wie bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen durch einen Scannertunnel gefahren und auf den korrekten Inhalt geprüft. Fotos: Böinghoff

Der Kreis Unna ist eine Logistikregion. Zahlreiche Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren hier mit ihren Logistikzentren angesiedelt, nutzen die Vorteile der naheliegenden Autobahnverbindungen, die Wasserstraßen und Flughäfen im Umkreis oft nur weniger Kilometer. Auch dank der so geschaffenen Arbeitsplätze hat die Region den Strukturwandel nach dem Ende des Steinkohlebergbaus gemeistert.

Doch wie zukunftssicher ist die Logistik, wie werden sich Automatisierung und Digitalisierung in Zukunft auf den Arbeitsmarkt in der Region auswirken? Dieser Frage sind wir in einem der modernsten Logistikzentren Deutschlands auf den Grund gegangen, bei der DHL Solutions GmbH an der Gießerstraße in Unna.

„Wir sind die auf der anderen Seite“, stellt Standortleiter Christian Dittrich sich und sein Logistikzentrum schmunzelnd vor. Denn tatsächlich werden DHL Solutions, Gießerstraße 8, und DHL Solutions Fashion, gegenüberliegend an der Gießerstraße 5, oft in einen Topf geworfen. „Als das ‚Karstadt-Lager‘ ist die Gießerstraße 5 zuerst bebaut worden und ist daher immer besonders im Fokus. Da wir beide ‚DHL‘ im Namen führen, werden wir oft für das gleiche Unternehmen gehalten. Dabei gehören wir zu zwei unterschiedlichen Unternehmensgesellschaften innerhalb der Deutsche Post DHL Group (DPDHL)“, erläutert Dittrich.

Aktuell hat DHL Solutions Unna drei Kunden aus dem Fashion- und Konsumgüterbereich, die bereits seit mehreren Jahren das Logistikzentrum zur Verteilung ihrer Waren nicht nur in Deutschland sondern europaweit nutzen. Mode nach Barcelona, Kosmetikartikel nach Hamburg oder Reinigungsmittel nach Zürich - dafür stellt DHL Solutions auf 80.000 Quadratmetern Fläche modernste Technik und Arbeitskräfte zur Verfügung. „Wir bieten hier einen breiten Mix an verschiedensten Berufen“, erläutert Christian Dittrich, vom ungelernten Lagerhelfer bis hin zum hochspezialisierten IT-Fachmann ist alles dabei.

Neuer Sorter - neue Zeiten

„2017 brachen mit einem neuen Fashion –Sorter für uns neue Zeiten an“, berichtet er weiter. Denn die Anlage sucht seinesgleichen in Europa und gehört zum Modernsten, was ein Logistikzentrum bieten kann. „Das sichert uns die Kunden auch im europäischen Konkurrenzkampf der Logistikzentren, andererseits ist diese Anlage ohne qualifizierte und erfahrene Arbeitskräfte nicht zu bedienen.“

In Unna ist – entgegen einem landläufigen Vorurteil - der Anteil an Mitarbeitern von Zeitarbeitsfirmen eher gering, zu 80 Prozent besteht die Belegschaft aus Festangestellten. „Wir haben nahezu das ganze Jahr über Konjunktur“, weiß Dittrich. Und damit widerlegt er das ebenfalls häufige Vorurteil, dass die Logistik vor allem Ungelernten Jobs bietet. „Der Anteil ungelernter Arbeitskräfte wird immer weniger, dafür brauchen wir gut ausgebildete Logistikfachkräfte, aber auch Fachleute wie IT-Spezialisten, Fördertechniker oder Systemelektroniker.“

Was Logistikzentren wie auch DHL Solutions zunehmend zu schaffen macht, ist der Arbeitskräftemangel. „Wir haben im vergangenen Jahr begonnen, Fachkräfte gezielt auszubilden“, so Dittrich. Zudem will man vermehrt junge Mütter für Arbeit in Teilzeit werben. „Mit diesen Mitarbeiterinnen haben wir besonders gute Erfahrungen gemacht und erleben sie als außerordentlich motivierte und zuverlässige Kolleginnen“, erklärt Christian Dittrich.

Weniger Arbeitskräfte führt zu mehr Automatisierung

Darüber hinaus macht der anhaltende Arbeitskräftemangel auch die weitergehende Automatisierung für Unternehmen erforderlich. „Wir bleiben ein ‚people business‘, sind aber auch immer auf der Suche nach Möglichkeiten, besonders repetitive oder beschwerliche Arbeiten durch Maschinen zu ersetzen oder zu erleichtern.“ Ein weiterer Effekt der Automatisierung ist, dass sich die Job-Profile in der Logistik wandeln. Auch hier am Standort in Unna. „Die Tätigkeiten werden attraktiver und der Einsatz moderner Technik kommt auch bei den Mitarbeitern gut an“, erklärt dazu der Standortleiter. Daher wird die Logistikbranche auch auf Jahrzehnte hinaus ein wichtiger Arbeitgeber in der Region bleiben, aber zunehmend in qualifizierten Berufen.



Infos zu Jobs und Ausbildungsstellen für das Ausbildungsjahr 2020/21 gibt es unter dpdhl.jobs , bzw. dpdhl.de/ausbildung.

eb

Ansprechpartner/in

Elke Böinghoff

Elke Böinghoff

T
+49 2303 27-2690

Wirtschaftsförderung Kreis Unna

Friedrich-Ebert-Straße 19
59425 Unna
Postfach 20 22
59410 Unna

Tel.:02303 271690
Fax:02303 271490

postwfg-kreis-unnade
www.wfg-kreis-unna.de