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22. November 2018 Zurück

Ausbildung in Teilzeit bei der Skyfloor GmbH

Ina Budimir (vorne) absolviert eine Teilzeitberufsausbildung bei der Skyfloor GmbH. Foto: Heinze

Ina Budimir aus Kamen absolviert seit August dieses Jahres eine Teilzeitberufsausbildung bei der Skyfloor GmbH. Die 23-jährige Mutter eines kleinen Sohnes ist froh, dass sie einen familienfreundlichen Arbeitgeber in ihrer Heimatstadt gefunden hat, der es ihr ermöglicht, Ausbildung und Kindererziehung zu vereinbaren. „Ich möchte nicht abhängig sein und meinem Kind eine Zukunft bieten", sagt die angehende Groß- und Außenhandelskauffrau, die nach dem Abitur 2014 eine Ausbildung als Produktdesignerin begann. „Diese musste ich allerdings aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Nach langer Krankheit bin ich dann schwanger geworden und schon damals war mir klar, dass ich nach der Elternzeit unbedingt eine Ausbildung machen möchte", berichtet die junge Mutter.

28 Bewerbungen schrieb Ina Budimir. Von 27 Betrieben bekam sie noch nicht einmal eine Antwort. Nils Schürmann, Geschäftsführer der Skyfloor GmbH, stellte die Kamenerin ein. „Ich hatte überhaupt keine Bedenken, was Frau Budimir angeht. Eine junge Mutter arbeitet doch nicht schlechter. Sie bringt aus meiner Sicht vielmehr Verantwortungsgefühl mit, ist lebenserfahrener und zuverlässig und sehr motiviert", erklärt Schürmann, der das Unternehmen 2016 gemeinsam mit seinem Partner Stefan Holznagel gründete. Das Team, das mittlerweile aus vier Festangestellten und drei externen Designern besteht, vermarktet und vertreibt erfolgreich Heimtextilien aller Art an Discounter in Deutschland.

Geschäftsführer Schürmann erfuhr von dem Modell Teilzeitberufsausbildung, als er sich entschloss, selbst auszubilden und sich bei der IHK über die Voraussetzungen informierte. Ina Budimir wurde ihrerseits durch die Agentur für Arbeit auf die Teilzeitausbildung aufmerksam. Die zuständige Sachbearbeiterin nahm direkt Kontakt zur IHK auf und Arbeitgeber und Auszubildende fanden zusammen.

Zweimal in der Woche besucht Ina Budimir nun die Berufsschule. An den anderen drei Tagen in der Woche ist sie zwischen 8:30 und 14:30 Uhr im Betrieb. Ihr kleiner Sohn bleibt solange bei der Tagesmutter, die nur wenige hundert Meter vom Betrieb entfernt wohnt.

„Für uns ist die Teilzeitausbildung ein super Modell. Wir haben nicht immer so viel zu tun, dass wir Frau Budimir volle acht Stunden beschäftigen könnten. Da passt es doch super, wenn sie früher geht und sich dann um ihren Jungen kümmert", sagt Schürmann.
Ihn und seine Auszubildende ärgert eigentlich nur eins: Dass die Teilzeitberufsausbildung in vielen Betrieben und Personalabteilungen völlig unbekannt ist. Das bedauern auch die Verantwortlichen bei der Agentur für Arbeit, bei der IHK und der bei der Wirtschaftsförderung Kreis Unna angesiedelten Regionalagentur: „Die Teilzeitberufsausbildung richtet sich sowohl an Väter und Mütter aber auch an pflegende Angehörige sowie Menschen mit gesundheitlichen oder körperlichen Einschränkungen", erklärt Anke Jauer von der WFG. Der Schulstoff und die Dinge, die im Betrieb zu lernen sind, sind für die Teilzeitauszubildenden dieselben, wie für die Vollzeit-Auszubildenden. 

Im Kreis Unna setzt der Verein IN VIA das landesweite Projekt „TEP - Teilzeitausbildung - Einstieg begleiten - Perspektiven öffnen" um und steht sowohl den Auszubildenden als auch den Betrieben in den ersten Monaten der Ausbildung bei allen Fragen mit Rat und Tat rund um die Teilzeitberufsausbildung zur Seite. Das TEP-Projekt wird durch den Europäischen Sozialfonds gefördert, im Kreis Unna durch die Regionalagentur Westfälisches Ruhrgebiet begleitet und durch die IHK die Handwerkskammer sowie das örtliche Jobcenter und die Agentur für Arbeit unterstützt.

Betriebe, die sich über die Teilzeitberufsausbildung informieren möchten, können sich an Anke Jauer, a.jauerwfg-kreis-unnade oder Tel.: 02303 27-4090 wenden.

Ansprechpartner/in

Elke Böinghoff

Elke Böinghoff

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+49 2303 27-2690

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