5-Standorte-Programm

Spätestens 2038 ist es so weit: Deutschland wird alle Steinkohlekraftwerke vom Netz nehmen. Im Kreis Unna sind mit zweien in Lünen, einem in Werne und einem in Bergkamen gleich vier Kraftwerksstandorte mit mehr als 1.000 Beschäftigten betroffen.

Das 5-Standorte-Programm
Um die Wertschöpfungs- und Beschäftigungsverluste aufzufangen und den mit dem Ende der Steinkohleverstromung einhergehenden Strukturwandel zu meistern, stellt der Bund über das 5-Standorte-Programm für den Kreis Unna und die Städte Hamm, Herne, Duisburg und Gelsenkirchen bis zu 662 Mio. Euro für Strukturstärkungsprojekte zur Verfügung. Mit diesen Mitteln sollen innovative Projekte auf den Weg gebracht werden, um neue Perspektiven für die fünf Wirtschaftsstandorte zu schaffen.

Der Prozess im Kreis Unna und auf Landesebene

Der Kreis Unna hat gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der zehn Städte und Gemeinden einen Prozess etabliert, bei dem ein vorgeschlagenes Projekt verschiedene Stufen durchlaufen muss, bevor das Projekt abschließend den Mitgliedern im Kreistag vorgestellt wird. Erhält es dort die politische Unterstützung, folgt ein weiterer, langwieriger und komplizierter Qualifizierungsprozess auf Landesebene, für den der Strukturstärkungsrat verantwortlich ist. Dieses Gremium beurteilt mit Hilfe des Projektträgers Jülich, der Bezirksregierung und den Fachressorts aus den zuständigen Ministerien die eingereichten Projekte. Erst wenn die Experten des Strukturstärkungsrates mit der Qualität des Projektes einverstanden sind und Förderwürdigkeit sowie Förderfähigkeit gegeben sind, kann ein entsprechender Förderantrag gestellt werden.

Die Rolle der WFG

Die WFG fungiert für die Kommunen und alle anderen Akteure aus dem Kreis Unna, die ein Projekt einreichen möchten, als Prozesslotse. Von der ersten Projektidee bis zum finalen Förderantrag: Isabel Rulff und Dr. Michael Dannebom unterstützen die Projektpartner bei der Qualifizierung ihrer Idee. Sie geben Hinweise zur Optimierung der Projekte, führen Akteure zusammen und beraten hinsichtlich der förderkonformen Ausrichtung der Projekte. Dabei fungieren die beiden WFG-Experten auch als Schnittstelle zu verschiedenen institutionellen Einrichtungen wie der Business Metropole Ruhr, dem Wirtschaftsministerium, dem Projektträger Jülich oder der Bezirksregierung. Zudem wurde 2021 einen Förderantrag über 400. 000 Euro jährlich an die zuständige Bewilligungsbehörde gestellt, um weitere vier Mitarbeitende einstellen zu können, die das 5-Standorte Programm bei der WFG in den kommenden vier Jahren begleiten und die Projektanträge aus dem Kreis Unna qualifizieren.

Bisher ist es gelungen, eine Reihe von Projekten auf Kreisebene zu qualifizieren, sodass die politischen Entscheidungsträger im Kreistag diese für die Präsentation im Strukturstärkungsrat nominierten. Diese Projekte müssen sich nun im 5-Standorte-Prozess auf Landesebene gegenüber anderen Projekten aus den übrigen vier Städten behaupten. Welches der Projekte dann von einer Förderung profitieren wird, wird sich im Laufe des Jahres 2022 zeigen.

Außerdem gilt: Der Prozess ist nicht abgeschlossen – auch neue Projektideen haben noch die Chance, im 5-Standorte-Programm zum Zuge zu kommen.

Folgende Projekte durchlaufen den Prozess:

Machbarkeitsstudien

  • Machbarkeits- und Vorprojektstudie „Zukunftscampus Gesundheits- und Sozialwirtschaft“ (Kamen, Awo)
  • Machbarkeitsstudie „DigIn Lab – Zentrum für Digitalisierung im Asset Management und die industrielle Instandhaltung für die Prozessindustrie“ (Kamen, Technopark Kamen, Orgatech SEC GmbH)
  • Machbarkeitsstudie „SCNCWAVE / SURFWRLD“ (Werne, SW GmbH & Co. KG)


Projekte:

  • DigitaLE – Aufbau und Erprobung eines digitalen Lerncenters ([Bergkamen], Werkstatt im Kreis Unna in Kooperation mit der TU Dortmund und der Hochschule Ruhr West Bottrop)
  • Digital Valley Ruhr Ost (Kreis Unna, WFG, FH Dortmund, FTK - Forschungsinstitut für Telekommunikation und Kooperation e. V.)
  • H2 Power Ruhr Ost (Lünen, WZL Lünen)
  • VaLUE e. V. (Lünen, WZL Lünen)
  • Bio-Economy-Campus Kreis Unna/Hamm (Bönen, Bio-Security GmbH, Hochschule Hamm-Lippstadt)
  • Werkstoffforum der Zukunft (Schwerte, Stadt Schwerte, TWS Schwerte, Kunststoffinstitut Lüdenscheid, REMONDIS, Wuppertal Institut, ZENIT)
  • SURFWRLD/SCNCEWAVE (Werne, SW GmbH & Co. KG)


Die Machbarkeitsstudien wurden auf Kreisebene vom Landrat bewilligt und vom Kreistag beschlossen. Die Machbarkeitsstudie SCNCWAVE/SURFWROLD hat bereits den Prozess im Strukturstärkungsrat durchlaufen und einen Förderantrag eingereicht. Die Bewilligung steht noch aus. Bei keinem der oben genannten Projekte und Machbarkeitsstudien ist derzeit klar, ob dieses gefördert wird und somit umgesetzt wird.

Ansprechpartner/in

Dr. Michael Dannebom

Dr. Michael Dannebom

T
+49 2303 27-1590
Isabel Rulff (in Elternzeit)

Isabel Rulff (in Elternzeit)

T
+49 2303 27-2990

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