Gründungsportrait: Sophia Bettin – „Ich habe Energie, weil sich das richtig anfühlt.“

Anita Lehrke, WFG Kreis Unna – 30.03.2026

Manchmal führt der direkte Weg nicht sofort zum Ziel. Nach dem Abitur wusste Sophia Bettin zunächst nicht, wohin die Reise beruflich gehen sollte. „Ich wollte erst mal raus aus Lünen“, erzählt sie. Mit einer Freundin zog sie nach Köln und schrieb sich ohne klaren Plan für Philosophie und Linguistik ein. Heute ist die 33-Jährige zurück im Kreis Unna und startete im Januar 2026 in Holzwickede in ihre Selbstständigkeit.

Ein Praktikum bei einer Logopädin in Lünen veränderte während des Studiums alles: „Das war Liebe auf den ersten Blick – sowohl für die Logopädie als auch für meine jetzige Ex-Chefin.“ Sophia Bettin begann die Ausbildung zur Logopädin in Köln und arbeitete anschließend insgesamt neun Jahre in der Praxis in Lünen, in der alles begonnen hatte. „Die Arbeit dort hat mich zu der Therapeutin gemacht, die ich heute bin.“ Entsprechend schwer sei ihr der Abschied gefallen.

Lange Zeit war sie zufrieden im Angestelltenverhältnis. „Ich hatte nie die feste Intention, mich selbstständig zu machen.“ Doch der Wunsch nach mehr Gestaltungsspielraum wuchs. Im Oktober 2024 schrieb sie in ihr Notizbuch: „Meine eigene Chefin sein. Unabhängig sein.“ Was damit genau gemeint war, ist der Gründerin klar: „Verantwortung in voller Gänze für mich tragen. Wir tragen alle Glaubenssätze in uns und meiner war immer ‚Ich muss Verantwortung für andere übernehmen‘. Um das zu überwinden, schien mir die Selbstständigkeit als heilsame und logische Konsequenz.“ Von da an ging es schnell: Hauskauf in Holzwickede im Februar 2025, Praxiseröffnung am 5. Januar 2026 – im Untergeschoss des eigenen Hauses. Bis Ende 2025 arbeitete die Logopädin noch in Vollzeit, der Übergang verlief reibungslos.

Unterstützung erhielt die Gründerin von der Wirtschaftsförderung Kreis Unna. Über ein Gründerseminar für Logopädinnen kam sie in die Gründungsberatung. Der Gründerzuschuss wurde bewilligt – für WFG-Gründungsberaterin Elena Tebbe eine der schnellsten begleiteten Gründungen. „Ich erinnere mich noch an den Anruf mit dem Satz: ‚Ich habe ein Haus gekauft und an diesem Tag eröffnet die Praxis‘“, berichtet Elena Tebbe rückblickend. Auch im Mentoring-Programm „Match & Grow“ wird Sophia Bettin von einer erfahrenen Unternehmerin aus dem Kreis Unna begleitet.

In ihrer eigenen Praxis deckt sie ein großes Spektrum der Logopädie ab – von Aussprachestörungen über Unterstützte Kommunikation bis zur Stimmtherapie, auch für Transgender-Personen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Kindern im Autismus-Spektrum und mit Mutismus. „Das ist mein Steckenpferd geworden.“

Parallel absolvierte Sophia Bettin eine Weiterbildung zur systemischen Beraterin. Ihr Ansatz: Therapie ganzheitlich denken und individuell gestalten. „Das Schöne an der Selbstständigkeit ist, dass ich mehr auf die einzelnen Patientinnen und Patienten eingehen und meine Arbeit so gestalten kann, wie ich es für richtig halte.“

Für Sophia Bettin steht fest: Die Entscheidung zur Gründung war richtig. „Es hat sich von Anfang an richtig angefühlt.“

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