Kreis Unna: Stagnation am Arbeitsmarkt
Agentur für Arbeit – 07.01.2026
Im Kreis Unna verringerte sich der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat minimal um 13 auf 15.691. Im Vergleich zu Dezember 2024 stieg die Arbeitslosigkeit um 116 (+0,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote verblieb bei 7,2 Prozent und lag damit exakt auf dem Niveau von Dezember 2024.
„Im Dezember hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna erwartungsgemäß entwickelt. Die stabile Wetterlage sowie das Weihnachtsgeschäft sorgten dafür, dass sich Arbeitslosigkeit noch einmal minimal reduzieren konnte. Und abermals profitierten insbesondere Menschen in der Grundsicherung von neuen Beschäftigungschancen“, fasst Agenturchefin Sandra Pawlas die aktuelle Situation zusammen.
Saisonal eher untypisch, dafür umso erfreulicher, sei der starke Zuwachs an neuen Stellen: „Während es normalerweise zum Jahresende eher zurückhaltend bei Stellenmeldungen zugeht und viele Betriebe zunächst abwarten, bis neue Personalentscheidungen gefällt werden, hat es im Dezember eine starke Nachfrage nach neuen Arbeitskräften insbesondere im Dienstleistungssektor sowie im Handel gegeben. Nun bleibt abzuwarten, ob sich diese verstetigt.“ Für die kommenden Wintermonate rechnet Sandra Pawlas mit einem saisontypischen Anstieg an Arbeitslosen.
Unterbeschäftigung
Personen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder sich in einer kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit befinden, zählen in der Regel als unterbeschäftigt. Im aktuellen Berichtsmonat wurden insgesamt 19.500 Unterbeschäftigte im Kreis gezählt und damit 48 weniger als im letzten Monat. Im Dezember 2024 waren hingegen 287 Personen (+1,5 Prozent) mehr unterbeschäftigt. Die Unterbeschäftigungsquote beträgt 8,8 Prozent. Kurzarbeiter sind nicht in der Unterbeschäftigung enthalten.
Kurzarbeit
Im Dezember wurden im Kreis Unna 18 Anzeigen auf Kurzarbeit für 518 potenziell betroffene Mitarbeiter verzeichnet.
Zu- und Abgänge auf dem ersten Arbeitsmarkt
Im Berichtsmonat meldeten sich 948 Personen aus Erwerbstätigkeit neu oder erneut arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat waren das 11 Personen (+1,2 Prozent) mehr. Im Vergleich zu Dezember 2024 waren es 12 Personen mehr (+1,3 Prozent). Gleichzeitig beendeten im Berichtsmonat 692 Personen ihre Arbeitslosigkeit zu Gunsten einer Erwerbstätigkeit und damit 177 weniger als im Vormonat (-20,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr nahmen 70 Personen mehr (+11,3 Prozent) eine neue Erwerbstätigkeit auf.
Entwicklung in einzelnen Personengruppen
Im Kreis Unna leben derzeit 1.111 Arbeitslose, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ihre Anzahl stieg um 14 (+1,3 Prozent). Im Vorjahresvergleich ist der Bestand um 25 (+2,3 Prozent) gestiegen. Mehr als ein Viertel (4.287) aller Arbeitslosen ist älter als 55 Jahre. Dies entspricht einem Rückgang um 35 Personen gegenüber dem Vormonat. Vor zwölf Monaten gab es 176 ältere Arbeitslose (-4,3 Prozent) weniger.
Im Kreis Unna leben 4.892 ausländische Arbeitslose und damit 18 (-0,4 Prozent) weniger als im Vormonat. Im Dezember 2024 waren 358 ausländische Arbeitslose (+6,8 Prozent) mehr gemeldet.
Die Langzeitarbeitslosigkeit sank im Berichtsmonat um 55 auf 6.120 Personen. Im Vorjahresvergleich sind das 75 Personen (+1,2 Prozent) mehr.
Im Berichtsmonat sank die Anzahl der Arbeitslosen mit Behinderung um 23 (-1,5 Prozent) auf 1.484 und lag damit um 13 über dem Niveau des Vorjahres (+0,9 Prozent).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III)
Bei der Agentur für Arbeit waren 4.996 Arbeitslose gemeldet, 79 Personen mehr als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich waren es 382 Personen (+8,3 Prozent) mehr.
Entwicklung in der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II)
Im Dezember 2025 waren 10.695 Personen im Jobcenter Kreis Unna arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Anzahl somit um 266 Personen (-2,4 Prozent). Die neue Geschäftsführerin des Jobcenters Kreis Unna, Daniela Tomczak, bewertet die Entwicklung wie folgt: „Zum Jahresende ziehe ich eine positive Bilanz. Nicht nur die Anzahl der Arbeitslosen hat sich verringert, sondern auch die der Bedarfsgemeinschaften, die durch das Jobcenter Kreis Unna betreut werden. Im Dezember waren 16.412 Bedarfsgemeinschaften gemeldet, 134 weniger als im Vormonat November. Im Jobcenter schöpfen wir alle Möglichkeiten aus, um Bedarfsgemeinschaften ganzheitlich zu unterstützen, damit sie aus dem Geldleistungsbezug herauskommen und im besten Fall ihren Lebensunterhalt auskömmlich bestreiten können."
Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises
Vier Kommunen im Kreis Unna konnten im vergangenen Monat Arbeitslosigkeit abbauen. Am deutlichsten fiel der Rückgang in Unna aus (-1,2 Prozent bzw. 25 auf 2.056). Danach folgten Lünen ( -0,7 Prozent bzw. 31 auf 4.513), Bergkamen (-0,3 Prozent bzw. sechs auf 2.175) und Schwerte ( -0,1 Prozent bzw. zwei auf 1.732). In Kamen stagnierte die Arbeitslosigkeit bei 1.760 Personen. Die restlichen Kommunen verzeichneten einen Anstieg an arbeitslosen Menschen. Am geringsten fiel dieser in Fröndenberg aus (+1,0 Prozent bzw. sechs auf 595), danach folgten Werne (+1,0 Prozent bzw. acht auf 815), Bönen (+1,2 Prozent bzw. acht auf 699), Selm (+1,6 Prozent bzw. 13 auf 842) und Holzwickede (+3,3 Prozent bzw. 16 auf 504).
Arbeitskräftenachfrage
Der Bestand an Arbeitsstellen nahm im Dezember um 85 (+3,5 Prozent) zu auf 2.525. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es gerade einmal drei weniger (-0,1 Prozent). Arbeitgeber meldeten im Berichtsmonat 642 neue Arbeitsstellen und damit 196 mehr als im Dezember (+43,9 Prozent). Knapp sechs von zehn neu gemeldeten Stellen bezogen sich auf freiberufliche Dienstleistungen (z.B. Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Architektur- und Ingenieurbüros, Veterinärwesen), sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (z.B. Vermietung von beweglichen Sachen, Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, Reisebüros, Wach- und Sicherheitsdienste, Garten- und Landschaftsbau) sowie den Handel.