Arbeitsmarkt Kreis Unna August 2026
– 28.08.2026
Im Kreis Unna gab es im August 17.089 arbeitslose Menschen und damit 350 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zu August 2025 stieg die Arbeitslosigkeit um 408 Personen (+2,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 7,9 Prozent und lag damit um 0,2 Punkte über Vormonats- sowie Vorjahresniveau.
„Im August hat die Zahl arbeitsloser Menschen um 350 noch einmal spürbar zugenommen, gleichzeitig gingen neue Stellenmeldungen weiter zurück – der Arbeitsmarkt im Kreis Unna hat damit voraussichtlich seinen Sommertiefpunkt erreicht“, fasst Agenturchefin Sandra Pawlas die derzeitige Lage zusammen. Diese Entwicklung treffe insbesondere junge Menschen unter 25 sowie Menschen ohne deutschen Pass. „Gleichwohl stimmen mich die derzeit noch über 600 freien Ausbildungsstellen hoffnungsfroh, dass sich in den nächsten Wochen viele junge Menschen für eine Ausbildung entscheiden und damit die Statistik kurzfristig wieder verlassen.“ Sandra Pawlas rechnet mit einer grundsätzlichen Arbeitsmarktbelebung im Herbst.
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III)
Bei der Agentur für Arbeit waren 5.603 Arbeitslose gemeldet, 68 Personen (+1,2 Prozent) mehr als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich waren es 382 Personen (+7,3 Prozent) mehr.
Entwicklung in der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II)
Im laufenden Monat stieg die Anzahl der Arbeitslosen in der Zuständigkeit des Jobcenters Kreis Unna um 282 Personen auf 11.486 Arbeitslose.
„Ein leichter Anstieg um diese Jahreszeit ist nichts Ungewöhnliches. Zu Beginn der Ferienzeit enden häufig Maßnahmen. Teilnehmende bewerben sich im Anschluss aktiv um eine Arbeitsaufnahme. Bei der Bewerbergruppe der arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist im Folgemonat damit zu rechnen, dass sie eine Ausbildung bzw. ein Studium beginnen werden“, bewertet Daniela Tomczak, Geschäftsführerin des Jobcenters Kreis Unna, die Entwicklung.
Ein rückläufiger Trend ist bei den Bedarfsgemeinschaften zu verzeichnen. Deren Zahl verringerte sich im Vergleich zum Vormonat um 215 auf insgesamt 15.909 (-1,3 Prozent).
Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises
In zwei Kommunen im Kreis Unna sank die Arbeitslosigkeit im August. Am deutlichsten fiel der Rückgang in Selm aus (-1,6 Prozent bzw. 15 auf 915), danach folgte Schwerte (-0,6 Prozent bzw. 12 auf 1.835). In den übrigen Kommunen stieg die Arbeitslosigkeit an. Am geringsten in Lünen (+1,1 Prozent bzw. 54 auf 4.910), gefolgt von Werne (+1,6 Prozent bzw. 14 auf 890), Bönen (+2,5 Prozent bzw. 18 auf 747), Fröndenberg (+3,0 Prozent bzw. 19 auf 654), Unna (+3,0 Prozent bzw. 63 auf 2.185), Kamen (+3,3 Prozent bzw. 62 auf 1.945), Holzwickede (+5,0 bzw. 26 auf 545) und schließlich am deutlichsten in Bergkamen (+5,2 Prozent bzw. 121 auf 2.463).
Arbeitskräftenachfrage
Der Bestand an Arbeitsstellen nahm im August um 244 (-9,7 Prozent) auf 2.260 ab. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 170 weniger (-7,0 Prozent). Arbeitgeber meldeten im Berichtsmonat 474 neue Arbeitsstellen und damit 153 weniger als im Juli (-24,4 Prozent), jedoch 25 mehr als im August 2025 (+5,6 Prozent).
Zwei Drittel aller neuen Stellen bezogen sich auf freiberufliche Dienstleistungen (z.B. Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Architektur- und Ingenieurbüros, Veterinärwesen), sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (z.B. Vermietung von beweglichen Sachen, Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, Reisebüros, Wach- und Sicherheitsdienste, Garten- und Landschaftsbau), das Gesundheits- und Sozialwesen sowie das Verarbeitende Gewerbe.
Ausbildungsmarkt
Von Oktober 2025 bis August 2026 haben sich bei der Agentur für Arbeit insgesamt 2.452 Bewerberinnen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen gemeldet, fünf mehr als im letzten Jahr (+0,2 Prozent). Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen beträgt 2.494 und stieg damit um 308 (+14,1 Prozent).
Es befinden sich Ende August noch 520 Jugendliche auf Ausbildungsplatzsuche, das sind 20 mehr (+4,0 Prozent) als im Vorjahr. Die Zahl noch nicht besetzter Ausbildungsstellen liegt bei 637 und damit um 75 unter dem Wert des letzten Jahres. Auf 100 unbesetzte betriebliche Berufsausbildungsstellen kommen 82 Ausbildungsinteressierte.
„Wie in jedem Jahr ist auch kurz nach dem Start des Ausbildungsjahres reges Treiben auf dem Ausbildungsmarkt zu verzeichnen. Gut jeder fünfte Jugendliche, der in diesem Jahr eine Ausbildung beginnen möchte, hat sich noch nicht auf eine Stelle festgelegt. Gleichzeitig steht auch noch jede vierte gemeldete Stelle zur Verfügung“, beschreibt Agenturchefin Sandra Pawlas die derzeitige Lage. An beide Seiten appelliert sie, entscheidungsfreudig zu sein: „Die Grundvorausset-zungen müssen stimmen, der Rest ist eine Frage der gemeinsamen Ausgestaltung und Entwicklung in den nächsten drei Jahren – es wäre utopisch zu glauben, dass Stelle oder Azubi von Beginn an in jeder Hinsicht perfekt sein können.“
Allen, die bisher noch keine Unterschrift unter einen Vertrag gesetzt haben, macht die Agenturchefin Mut: „Der Zug ist längst nicht abgefahren, denn die Kammern tragen noch bis in den Herbst neue Ausbildungsverhältnisse ein. Und wer noch Unterstützung braucht oder sich kurzentschlossen auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz machen möchte, findet in der Berufsberatung genau die richtigen Ansprechpartner. Denn eins steht fest: Wer dieses Jahr leichtfertig die Chance auf Ausbildung vergibt, rennt ihr im nächsten Jahr hinterher. Denn dann sind auch Abiturienten aus den Gymnasien wieder auf der Suche und erhöhen die Konkurrenzsituation.“