Arbeitsmarkt zeigt sich stabil

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Ulrich Brauer, Agentur für Arbeit – 03.01.2023

Im Kreis Unna sank der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 231 auf 14.879. Im Vergleich zu Dezember 2021 stieg die Arbeitslosigkeit um 768 (+5,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote reduzierte sich um 0,1 Punkte auf 7,0 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 6,6 Prozent. 

„Der Arbeitsmarkt hat sich auch im Dezember noch stabil gezeigt, die Arbeitslosigkeit sank weiter“, beschreibt Agenturchef Thomas Helm die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna. Dies sei keineswegs typisch, betont Helm: „In den letzten sieben Vorjahren, insbesondere jenen vor Corona, hatten wir hier im Durchschnitt immer einen leichten Anstieg zu verzeichnen.“ Helm weiter: „Hervorzuheben ist, dass der Bestand an Arbeitslosen insgesamt im Vergleich zum Vormonat stärker zurück gegangen ist als der Landesdurchschnitt. In keiner anderen Agentur des Landes ist der Bestand der beiden Altersgruppen der jüngeren Arbeitslosen (15 bis unter 20 Jahre und 15 bis unter 25 Jahre) stärker zurückgegangen.“

Kurzarbeit
Im Dezember wurden im Kreis Unna 21 Anzeigen auf Kurzarbeit für 380 potenziell betroffene Mitarbeiter verzeichnet. Nach Ablauf von mehreren Monaten zeigt sich die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit, da die Betriebe innerhalb dieses Zeitraums Kurzarbeit nachträglich abrechnen. Für Juni 2022 liegen inzwischen endgültige Werte für den Kreis Unna vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 145 Betriebe für 1.189 Arbeitnehmer ausgezahlt.

Zu- und Abgänge auf dem ersten Arbeitsmarkt
Im Berichtsmonat meldeten sich 864 Personen aus Erwerbstätigkeit neu oder erneut arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat waren das 95 Personen (-9,9 Prozent) weniger. Im Vergleich zu Dezember 2021 waren es elf Personen mehr (+1,3 Prozent). Gleichzeitig beendeten im Berichtsmonat 685 Personen ihre Arbeitslosigkeit zu Gunsten einer Erwerbstätigkeit und damit 108 weniger als im Vormonat (-13,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren es 113 Personen (-14,2 Prozent) weniger, die eine neue Beschäftigung aufnehmen konnten.

Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises
In neun der zehn Kommunen des Kreises Unna nahm die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat ab. Den stärksten Rückgang verzeichnete Holzwickede (-4,5 Prozent bzw. 11 auf 443). Danach folgen Selm (-4,3 Prozent bzw. 37 auf 815), Bönen (-3,2 Prozent bzw. 21 auf 644), Schwerte (-2,6 Prozent bzw. 37 auf 1.410), Lünen (-2,0 Prozent bzw. 91 auf 4.352), Fröndenberg (-1,8 Prozent bzw. 10 auf 540), Werne (-1,3 Prozent bzw. 12 auf 904), Bergkamen (-1,0 Prozent bzw. 21 auf 2.158) und Kamen (-0,2 Prozent bzw. drei auf 1.673). In Unna stieg die Arbeitslosigkeit an (+1,1 Prozent bzw. 22 auf 1.940).



Rückblick 2022
Während sich auch 2022 die Auswirkungen der Corona-Pandemie weiterhin auf dem Arbeitsmarkt zeigten, so war im vergangenen Jahr der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die damit verbundenen Folgen und Sanktionen prägend für die Entwicklung des Arbeitsmarktes auch im Kreis Unna. Der Bestand an erwerbsfähig gemeldeten Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit hat sich von 63 Personen noch im Dezember 2021 auf 2.228 Personen im Dezember 2022 signifikant erhöht. Diese Zahl ist fast identisch mit der Zahl sonstiger arbeitssuchender Personen mit Fluchtmigrationshintergrund exklusive Personen mit ukrainischer Herkunft, die ihrerseits bei 2.231 Personen im Kreis Unna liegt.

Dennoch ist die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Unna jetzt schon im dritten Jahr in Folge weiter gesunken und erreichte damit wieder das niedrige Niveau von 2019. Auch die Arbeitslosenquote liegt nur 0,2 Prozentpunkte über der Bestmarke in 2019.

Im Jahresdurchschnitt reduzierte sich der Bestand an Arbeitslosen im Vergleich zu 2022 um 893 (-5,6 Prozent) Menschen auf 15.008 (2020: 16.155). Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresschnitt 7,0 Prozent, während sie im vorigen Jahr noch bei 7,4 Prozent lag (2020: 7,6 Prozent). Auch die Unterbeschäftigung verzeichnete einen Rückgang um 4,2 Prozent auf 19.418, die Unterbeschäftigungsquote sank entsprechend um 0,3 Punkte auf 9,0 Prozent.

Menschen mit Migrationshintergrund, ältere und schwerbehinderte Menschen waren im vergangenen Jahr von eingeschränkten Jobchancen betroffen und legten an Arbeitslosigkeit zu. Bei den Menschen mit Migrationshintergrund erhöhte sie sich um 7,2 Prozent (+317), bei Älteren über 55 Jahren um 2,9 Prozent (+43) und bei Schwerbehinderten um 1,4 Prozent (+52). Für jüngere Menschen sowie Langzeitarbeitslose verbesserte sich die Situation. Im Jahresdurchschnitt waren 169 junge Menschen unter 25 (-14,7 Prozent) weniger arbeitslos gemeldet als 2021, die Zahl der Langzeitarbeitslosen reduzierte sich um 11,7 Prozent (-838).

Auch 2022 erwies sich Kurzarbeit als höchst wirksames Instrument gegen Entlassungen und steigende Arbeitslosigkeit. Doch konnte sie an die Höchstwerte 2020 bei weitem nicht mehr anknüpfen und ihre Inanspruchnahme entwickelte sich auch 2022 weiterhin kontinuierlich rückläufig. Im Juni 2022 war es mit 145 Betrieben gerade noch knapp ein Zehntel der Anfang 2021 gemeldeten 1.518 Betriebe, die dieses Instrument genutzt haben. So waren im Juni 2022 nur noch 1.189 Arbeitende von Kurzarbeit betroffen.