Den Direktvertrieb digitalisieren

Ute Heinze, WFG Kreis Unna – 23.02.2023

Marion Gurris hat ihn mit Hilfe der WFG-Gründungsberaterinnen gewagt, den Schritt in die Selbstständigkeit. Ihre App, in der sich alles um das Thema Direktvertrieb dreht - also beispielsweise um Tupperware oder die Reinigungsserie Prowin - steht kurz vor dem Launch.

Und so funktioniert es: Interessierte Privatpersonen können sich die App kostenlos herunterladen. Diese bietet einen Überblick über Firmen aller Branchen, die im Direktvertrieb tätig sind. Neben den Namen der Beraterinnen und Berater, anstehenden Events wie Online-Messen oder Vor-Ort-Veranstaltungen bietet die App auch eine Chat-Funktion, über die die Kundinnen und Kunden direkt Kontakt zu den Unternehmen aufnehmen können.

„Die Direktvertriebler haben die Möglichkeit sich gegen eine monatliche Gebühr in der App listen zu lassen und durch das Schalten von Werbung auf sich aufmerksam zu machen“, erklärt Marion Gurris, die seit 2009 selbst im Direktvertrieb tätig ist, das Konzept. Auch das Einstellen von Videos, die Organisation von Online-Partys und -Messen soll mit der App möglich sein. Der Vorteil liegt für die Gründerin auf der Hand: „Die Kundinnen und Kunden können online einkaufen und erhalten dabei eine umfassende und kompetente Beratung.“ Finanziert wird die App durch die Jahres- beziehungsweise Monatsbeiträge der Direktvertriebler.

Die Idee für die App kam der Schwerterin während der Corona-Pandemie: „Bis zum Beginn der Krise lebte der Direktvertrieb davon, dass die Kundinnen private Events bei sich zu Hause organisierten, bei denen die selbstständigen Beraterinnen und Berater dann die Produkte ihres Partnerunternehmens präsentierten. Als wegen Corona keine Präsens-Partys zum Vertrieb der Produkte mehr möglich waren, nutzen viele meiner Kolleginnen und Kollegen beispielsweise ihre privaten WhatsApp-Accounts, um Online-Partys und Events durchzuführen. Und dies trotz der datenschutzrechtlichen Bedenken und der Tatsache, dass WhatsApp eine gewerbliche Nutzung für private Accounts nicht vorsieht. Da es keine App gab, die sich auf den Direktvertrieb spezialisiert hat und gleichzeitig alle Anforderungen der Beraterinnen und Berater erfüllte, habe ich mich dazu entschlossen, selbst eine solche an den Start zu bringen“, berichtet die gelernte Einzelhandelskauffrau.

Ihre App soll Kundenkontakte, Chats, Events und Herstellerinformationen auf einer Plattform bündeln. Der Produktverkauf hingegen erfolge nicht über die App. Bei deren Entwicklung standen für Marion Gurris vor allem die Nutzerfreundlichkeit und Datensicherheit im Mittelpunkt. Umgesetzt hat sie die Anwendung, deren Entwicklung sie komplett aus ihrem Eigenkapital bestritt, mit einem IT-Experten. Aktuell arbeitet die 63-Jährige gemeinsam mit dem von ihr engagierten Programmierer daran letzte Fehler auszumerzen, bevor die App dann im Frühsommer in den Stores von Apple und Google zum Download bereitstehen soll.

„Von der ersten Unternehmensidee bis zum heutigen Tag wurde ich eng von den beiden Gründungsberaterinnen der Wirtschaftsförderung Kreis Unna unterstützt. Beide standen mir seit November 2020 mit Rat und Tat zur Seite und hatten immer ein offenes Ohr für meine Belange und suchten gemeinsam mit mir nach Lösungen, wenn es mal wieder eine zunächst scheinbar unlösbare Herausforderung zu überwinden galt. Auch von den Veranstaltungsformaten StartupUN Basics und StartupUN Talk habe ich enorm profitiert“, berichtet Marion Gurris. Die beiden WFG-Expertinnen machten die 63-Jährige auch auf das Gründerstipendium aufmerksam.

Damit unterstützt das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW Gründerinnen und Gründer mit einem monatlichen Stipendium in Höhe von 1.000 Euro und einem individuellen Coaching. „Dass ich dank der beiden WFG-Beraterinnen vom Gründerstipendium profitiere, ist eine große Hilfe. Ich bin so überzeugt von der App, dass ich meine kompletten finanziellen Rücklagen in das Projekt gesteckt habe“, so Marion Gurris abschließend. Dass die App ein Erfolg wird, daran glaubt auch WFG-Gründungsberaterin Sylke Schaffrin-Runkel, die Marion Gurris in den vergangenen Jahren eng begleitete. „Die Gründungsidee überzeugte nicht nur mich, sondern auch die Jury des Gründerstipendiums. Marion Gurris brennt für ihre Idee und ist mit so viel Leidenschaft bei der Sache, dass ich fest davon überzeugt bin, dass ihre Selbstständigkeit ein Erfolg wird“, so die WFG-Gründungsexpertin abschließend.

Interessierte, die ebenfalls planen, ihre unternehmerische Idee in marktfähige Produkte und Dienstleistungen umzusetzen, können sich für eine Erstberatung an die WFG wenden (Tel.: 0 23 03 / 27-16 90). Die Beratung ist kostenlos.
 

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