1,9 Millionen Euro für die Zukunftsarbeit im Kreis Unna

WFG, Ute Heinze – 03.06.2026

Der Ausstieg aus der Steinkohleverstromung verändert die Wirtschaft im Kreis Unna. Damit aus diesem Wandel neue Chancen entstehen, gibt es bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna mbH, kurz WFG, ein eigenes Projektbüro für das 5-StandorteProgramm. Dieses Projektbüro kann seine Arbeit nun fortsetzen: Die WFG erhält rund 1,9 Millionen Euro Förderung für weitere vier Jahre – von April 2026 bis März 2030. Mit der Förderung von Bund und Land werden vier Personalstellen bei der WFG finanziert.

Das Projektbüro ist die zentrale Anlaufstelle des Kreises Unna für den wirtschaftlichen Wandel rund um den Ausstieg aus der Steinkohleverstromung. Es identifiziert und entwickelt Projektideen, bringt passende Partner zusammen und bereitet Vorhaben so vor, dass daraus förderfähige und umsetzbare Projekte entstehen können. Im Mittelpunkt stehen innovative Vorhaben, die Arbeitsplätze, Wertschöpfung und wirtschaftliche Perspektiven im Kreis Unna stärken können. Dafür prüft das Team Projektansätze, begleitet Anträge und vermittelt zwischen Kommunen, Ministerien, Behörden und weiteren Partnern. Aktuell arbeitet das Projektbüro an Vorhaben und Vorstudien, unter anderem in den Bereichen digitale Bildung, moderne Lerntechnologien, Wasserstoff und Energie, Bioökonomie sowie Robotik, Sensorik und Künstliche Intelligenz. Die Fortführung ist deshalb wichtig, um weitere Projektideen so vorzubereiten, dass sie beantragt und umgesetzt werden können.

„Diese Förderung ist eine wichtige Anerkennung für die hervorragende Arbeit des Projektbüros“, betont Landrat und WFG-Aufsichtsratsvorsitzender Mario Löhr. „Die Kolleginnen und Kollegen sorgen dafür, dass der Kreis Unna seine Chancen im Strukturwandel aktiv nutzt. Sie unterstützen die zehn Kommunen gezielt bei der Entwicklung und Umsetzung von Projekten, die unsere Region zukunftsfähig machen, und haben in den vergangenen vier Jahren bereits viel erreicht.“

Seit Bestehen des Projektbüros wurden zahlreiche Vorstudien und Projekte angestoßen, bewilligt und begleitet. Insgesamt sind bisher rund 34 Millionen Euro an Fördermitteln für Projekte mit Zuwendungsbescheid in den Kreis Unna geflossen. 
Zu den Beispielen zählen das bereits umgesetzte Werkstoffforum der Zukunft in Schwerte sowie der derzeit in Planung befindliche Bio-Economy-Campus in Bönen. Das Werkstoffforum beschäftigt sich mit nachhaltigen Werkstoffen, Recycling und Kreislaufwirtschaft. Der Bio-Economy-Campus soll Unternehmen, Forschung und Qualifizierung zusammenbringen und neue Entwicklungen im Bereich der Bioökonomie schneller in die praktische Anwendung bringen.

Hintergrund
Das 5-StandorteProgramm soll Regionen in Nordrhein-Westfalen unterstützen, die vom Ausstieg aus der Steinkohleverstromung besonders betroffen sind. Neben dem Kreis Unna gehören auch Hamm, Herne, Duisburg und Gelsenkirchen dazu. Für das Programm stellt der Bund in Nordrhein-Westfalen insgesamt rund 662 Millionen Euro bereit. Im Kreis Unna betrifft der Wandel besonders die Kraftwerksstandorte in Bergkamen, Werne und Lünen. Ziel des Programms ist es, neue wirtschaftliche Chancen zu schaffen, Arbeitsplätze zu sichern und die Region langfristig zukunftsfähig aufzustellen.

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