Eine Gründung, die Brücken baut

Anita Lehrke, WFG Kreis Unna – 28.04.2026

Wie genau ihr Unternehmen heißen wird, weiß Mana Arian noch nicht. Was die 35-Jährige jedoch ganz genau weiß: wofür sie steht. Im August 2025 hat die Psychologin ihr Unternehmen in Unna gegründet, mit dem Ziel, Brücken zu bauen. Zwischen Kulturen, zwischen wissenschaftlicher Theorie und praktischem Alltagswissen, zwischen Prävention und Therapie sowie zwischen Fachkräften und Familien.

Mana Arian stammt aus dem Iran und lebt seit zehn Jahren in Deutschland, davon acht Jahre in Unna. Ihre Gründungsidee richtet sich mit ihrem Angebot insbesondere an Familien, Kinder, schwangere Frauen und junge Mütter – sowohl an deutsche Familien als auch an Familien mit Migrationshintergrund. Durch ihre Muttersprache Farsi und ihren eigenen Integrationsprozess in Deutschland als Erwachsene bringt sie hierfür eine besondere interkulturelle Kompetenz mit. Ihr Angebot: kultursensible, psychologische Beratung, die niedrigschwellig unterstützt und frühzeitig ansetzt.

„An der aktuellen Situation im Iran will ich kein Geld verdienen“, betont die Gründerin. Deshalb bietet sie für Iranerinnen und Iraner im Iran kostenlose digitale Formate an. Über Social-Media-Kanäle wie YouTube und Instagram teilt sie Wissen, Impulse sowie alltagstaugliche Tipps, um Schwangerschaft und Familienleben auch unter belastenden Bedingungen und mit traumatischen Erfahrungen besser bewältigen zu können. Die digitale psychologische Beratung für Iranerinnen und Iraner außerhalb des Irans bietet Mana Arian hingegen als kostenpflichtige Dienstleistung an.

In ihrer Arbeit greift die Psychologin auf eine fundierte akademische Ausbildung zurück. Nach ihrem Bachelorstudium der Klinischen Psychologie in Teheran absolvierte sie einen Master an der Universität Münster. Ihr Masterstudium hatte den Schwerpunkt Entwicklung, Lernen und Beratung im interkulturellen Kontext. Der Fokus ihrer Masterarbeit lag auf psychischer Resilienz im Migrationsprozess. Darüber hinaus absolvierte die Gründerin Weiterbildungen im Bereich Traumatherapie mit besonderem Fokus auf die Arbeit mit Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung. Bereits während und nach dem Studium sammelte sie praktische Erfahrung in einer Frühförderstelle sowie einem psychosozialen Zentrum.

Neben digitaler Einzel- und Gruppenberatung plant Mana Arian künftig auch Workshops und Fortbildungen im Kreis Unna anzubieten – insbesondere für Fachpersonal in Einrichtungen, die mit Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten, wie Kitas, Schulen, Ausländerbehörden oder die Agentur für Arbeit. Ziel ist es, einen trauma- und kultursensiblen Umgang mit potenziell belasteten Menschen praxisnah zu fördern.

Parallel dazu plant die Gründerin Kinder und Familien zu begleiten – von der Schwangerschaft bis zur Schulzeit – inklusive Fortbildungen zu zentralen entwicklungspsychologischen Grundlagen, etwa zu Bindung, emotionaler und sozialer Entwicklung sowie Resilienz. Ganz bewusst grenzt sich Mana Arian von therapeutischen Angeboten ab: „Psychologische Unterstützung sollte früher, präventiver, kultursensibler und niederschwelliger stattfinden“, erklärt sie. Genau hier setzt ihr vielfältiges Angebot an.

Für den Start in die Selbstständigkeit erhält Mana Arian den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit. „Die Förderzeit nutze ich, um meine Social-Media-Präsenz und meine Website aufzubauen. Diese soll künftig auf Deutsch, Englisch und Farsi verfügbar sein“, berichtet sie. „Sobald die Strukturen stehen, kann ich weitere Klientinnen und Klienten aufnehmen – die Nachfrage ist bereits jetzt sehr groß.“

Bei der Ausarbeitung ihres Businessplans wurde Mana Arian von der Gründungsberatung der Wirtschaftsförderung Kreis Unna unterstützt. Begleitet wurde sie dabei von WFG-Gründungsberaterin Elena Tebbe. Darüber hinaus nimmt die Gründerin am Mentoring-Programm Match & Grow teil. „Das Programm richtet sich gezielt an Gründerinnen wie Mana“, erklärt Tebbe. „Eine erfahrene Mentorin begleitet sie nun auf ihrem Weg, hilft dabei, die Geschäftsidee weiter zu schärfen und unterstützt sie bei den Herausforderungen der Selbstständigkeit.“

 

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