Erste Anzeichen des Sommertiefs auf dem Arbeitsmarkt

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Agentur für Arbeit, Ulrich Brauer – 30.06.2026

Im Kreis Unna gab es im Juni 16.560 arbeitslose Menschen und damit 145 mehr als im Vormonat. 
Im Vergleich zu Juni 2025 stieg die Arbeitslosigkeit um 205 Personen (+1,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote verblieb bei 7,6 Prozent und lag damit auf Vormonatsniveau. Im Juni 2025 betrug sie 7,5 Prozent.

„Der Juni hat einen ersten Vorgeschmack auf das jährlich einsetzende Sommertief geliefert“, bilanziert Agenturchefin Sandra Pawlas und erklärt: „Eine deutlich gestiegene Arbeitslosigkeit, insbesondere bei langzeitarbeitslosen Menschen, gepaart mit nachlassender Dynamik bei neu gemeldeten Stellen sind normalerweise typische Entwicklungen während der Sommerferien. Da die konjunkturellen sowie politischen Rahmenbedingungen es den Unternehmen gerade jedoch erschweren, optimistqsisch nach vorne zu blicken, ist bereits jetzt ein vorsichtigeres Einstellungsverhalten zu erkennen. Und wo Stellen knapper werden, setzen Unternehmen auf Bewerber, die sich durch ein breit aufgestelltes Leistungsportfolio hervortun können: Qualifikation, Berufserfahrung, Lernbereitschaft, Mobilität - jeder Aspekt zählt. Langzeitarbeitslose bringen jedoch in der Regel Einschränkungen mit, die ihre Chancen auf eine Einstellung deutlich minimieren.“ 
Insgesamt fielen die Tendenzen in überschaubarem Maße aus und seien keine Anzeichen für eine deutliche Verschlechterung der allgemeinen Arbeitsmarktlage im Kreis Unna. Entsprechend rechnet die Arbeitsmarktexpertin mit einer Fortschreibung im Verlauf der nächsten Monate.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III)
Bei der Agentur für Arbeit waren 5.336 Arbeitslose gemeldet, 36 Personen weniger als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich waren es 356 Personen (+7,1 Prozent) mehr.

Entwicklung in der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II)
Für den Juni vermeldet das Jobcenter Kreis Unna 11.224 Arbeitslose. Im Vergleich zum Vormonat nahm die Anzahl damit um 181 Personen zu (+1,6 Prozent). „Viele Unternehmen und Betriebe zögern aufgrund der anhaltend schwachen Konjunktur und des weltpolitischen Geschehens weiterhin, Personal einzustellen. Besonders unsere langzeitarbeitslosen Kundinnen und Kunden sind mit einem Anstieg von 120 neuen Personen hiervon betroffen. Bei der Bewerbergruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die unter anderem derzeit die Schule beenden und erst im August in Ausbildung gehen, ist die Anzahl ebenfalls um 4,8 Prozent auf 742 Personen angestiegen. Hier erhoffe ich mir für die kommenden Monate einen leichten Rückgang“, erklärt Daniela Tomczak, Geschäftsführerin des Jobcenters Kreis Unna.

Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises 
In vier Kommunen im Kreis Unna sank die Arbeitslosigkeit im Juni. Am deutlichsten fiel der Rückgang in Fröndenberg aus (-3,5 Prozent bzw. 22 auf 601), gefolgt von Holzwickede (-1,8 Prozent bzw. neun auf 500), Unna (-0,2 Prozent bzw. vier Person auf 2.097) und Schwerte (-0,1 Prozent bzw. zwei auf 1.834). In den übrigen sechs Kommunen stieg die Arbeitslosigkeit an. Am geringsten in Bönen (+0,4 Prozent bzw. drei auf 714), Kamen (+0,4 Prozent bzw. acht auf 1.881), Werne (+0,9 Prozent bzw. acht auf 884), Bergkamen (+1,3 Prozent bzw. 29 auf 2.348), Lünen (+2,0 Prozent bzw. 91 auf 4.749) und schließlich am deutlichsten in Selm (+4,7 bzw. 43 auf 952).

Arbeitskräftenachfrage 
Der Bestand an Arbeitsstellen nahm im Juni um 77 (+3,3 Prozent) zu auf 2.419. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 148 weniger (-5,8 Prozent). Arbeitgeber meldeten im Berichtsmonat 535 neue Arbeitsstellen und damit fünf weniger als im Mai (-0,9 Prozent), jedoch 142 mehr als im Juni 2025 (+36,1 Prozent). 
Mehr als sechs von zehn neuen Stellen (64 Prozent) bezogen sich auf sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (z. B. Vermietung von beweglichen Sachen, Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, Reisebüros, Wach- und Sicherheitsdienste, Garten- und Landschaftsbau),freiberufliche Dienstleistungen (z. B. Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Architekturund Ingenieurbüros, Veterinärwesen), das Gesundheits- und Sozialwesen sowie den Handel.

Ausbildungsmarkt
Von Oktober 2025 bis Juni 2026 haben sich bei der Agentur für Arbeit insgesamt 2.303 Bewerberinnen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen gemeldet, 10 mehr als im letzten Jahr (+0,4 Prozent). Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen beträgt 2.232 und stieg damit um 212 
(+10,5 Prozent). 
Es befinden sich Ende Juni noch 976 Jugendliche auf Ausbildungsplatzsuche, das sind fünf weniger (-0,5 Prozent) als im Vorjahr. Die Zahl noch nicht besetzter Ausbildungsstellen liegt bei 1.011 und damit um 95 unter dem Wert des letzten Jahres. Auf 100 unbesetzte betriebliche Berufsausbildungsstellen kommen 97 Ausbildungsinteressierte. Damit steht jedem Jugendlichen statistisch eine Stelle zur Verfügung.Für Agenturchefin Sandra Pawlas sind die Voraussetzungen, rund vier Wochen vor offiziellem Ausbildungsstart noch einen Ausbildungsvertrag zu unterschreiben, entsprechend gut: „Wer klug ist, sichert sich jetzt noch einen Ausbildungsplatz für dieses Jahr und profitiert einmalig davon, dass gymnasiale Abiturienten nicht zu den Mitbewerbern zählen. Im nächsten Jahr wird die Konkurrenz um die Stellen nämlich voraussichtlich wieder deutlich zunehmen. Die beste Zeit, die eigene Zukunft in die Hand zu nehmen, ist daher jetzt. Gerade die Sommerferien bieten sich für Kurzentschlossene an, in kurzen Betriebspraktika den eigenen Berufswunsch zu festigen.“
 

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