Kreis Unna: Arbeitslosenquote stagniert

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Agentur für Arbeit, Ulrich Brauer – 01.07.2024

Im Kreis Unna reduzierte sich der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 71 auf 15.839. Im Vergleich zu Juni 2023 stieg die Arbeitslosigkeit um 553 (+3,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote stagnierte bei 7,3 Prozent und lag damit um 0,2 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau. Das teilt die Agentur für Arbeit mit, die auch für den Kreis Unna zuständig ist.

„Im Juni konnte der Arbeitsmarkt im Kreis Unna die positive Entwicklung aus dem Vormonat fortsetzen, aktuell sind 71 Menschen über alle Personengruppen hinweg weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als im Mai“, beschreibt Agenturgeschäftsführer Thomas Keyen die derzeitige Lage. Besonders erfreulich sei, dass insbesondere bei Lebensälteren sowie jungen Menschen unter 25 Jahre der Abbau der Arbeitslosigkeit im Kreis Unna stärker ausfalle als im Landesschnitt. Keyen baut jedoch schon einmal vor, dass sich dieser Trend verlangsamen könne: „Arbeitgeber werden zunehmend vorsichtiger, was Neueinstellungen betrifft, und melden sukzessive weniger neue Stellen, was sich langfristig auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit auswirken kann. Das ist zwar in den Sommermonaten regelmäßig der Fall, da diese häufig für Betriebsferien genutzt und Neueinstellungen in den frühen Herbst verschoben werden, in diesem Jahr wird dieser Effekt jedoch durch die eingetrübten Konjunkturaussichten verschärft.“

Unterbeschäftigung
Personen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder sich in einer kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit befinden, zählen in der Regel als unterbeschäftigt. Im aktuellen Berichtsmonat wurden insgesamt 20.036 Unterbeschäftigte im Kreis gezählt und damit 101 weniger als im letzten Monat. Im Juni 2023 waren 62 Personen (+0,3 Prozent) mehr unterbeschäftigt. Die Unterbeschäftigungsquote beträgt 9,1 Prozent. Kurzarbeiter sind nicht in der Unterbeschäftigung enthalten.

Kurzarbeit
Im Juni wurden im gesamten Agenturbezirk (Stadt Hamm und Kreis Unna) nur 14 Anzeigen auf Kurzarbeit für 220 potenziell betroffene Mitarbeiter verzeichnet.

Zu- und Abgänge auf dem ersten Arbeitsmarkt
Im Berichtsmonat meldeten sich 796 Personen aus Erwerbstätigkeit neu oder erneut arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat waren das 110 Personen (-12,1 Prozent) weniger. Im Vergleich zu Juni 2023 waren es 83 Personen weniger (-9,4 Prozent). Gleichzeitig beendeten im Berichtsmonat 688 Personen ihre Arbeitslosigkeit zu Gunsten einer Erwerbstätigkeit und damit 118 weniger als im Vormonat (-14,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren es 38 Personen (-5,2 Prozent) weniger, die eine neue Beschäftigung aufnehmen konnten.

Entwicklung in einzelnen Personengruppen
Im Kreis Unna leben derzeit 1.169 Arbeitslose, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ihre Anzahl sank um 13 (-1,1 Prozent). Im Vorjahresvergleich ist der Bestand um 120 Personen (+11,4 Prozent) gestiegen.
Ein Viertel (3.918) aller Arbeitslosen ist älter als 55 Jahre. Dies entspricht einem Rückgang um 52 Personen gegenüber dem Vormonat (-1,3 Prozent). Vor zwölf Monaten gab es 82 ältere Arbeitslose (-2,1 Prozent) weniger.
Im Kreis Unna leben 5.371 ausländische Arbeitslose und damit 37 (-0,7 Prozent) weniger als im Vormonat. Im Juni 2023 waren 368 ausländische Arbeitslose (-7,4 Prozent) weniger gemeldet.
Die Langzeitarbeitslosigkeit sank im Berichtsmonat um 34 Personen (-0,6 Prozent) auf 6.101. Im Vorjahresvergleich sind das 51 Personen (-0,8 Prozent) weniger.
Im Berichtsmonat reduzierte sich die Anzahl der Arbeitslosen mit Behinderung um 13 (-0,9 Prozent) auf 1.443 und lag damit um 74 unter dem Niveau des Vorjahres (-4,9 Prozent).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III)
Bei der Agentur für Arbeit waren 4.595 Arbeitslose gemeldet, 44 (+1,0 Prozent) mehr als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich sind es 276 Personen (+6,4 Prozent) mehr.

Entwicklung in der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II)
Im Juni entwickelte sich die Anzahl an arbeitslosen Kundinnen und Kunden des Jobcenters Kreis Unna rückläufig. 11.244 waren in dem Zeitraum arbeitslos gemeldet, 115 Personen weniger als im Vormonat. Dabei fällt die rückläufige Entwicklung der Arbeitslosenzahlen bei den Jugendlichen bis zum Alter von 24 Jahren auf. Diese hat sich um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat verringert. Auch bei den anderen Personengruppen entwickeln sich die Arbeitslosenzahlen rückläufig. Ein besonderes Augenmerk richtet Jobcenter-Geschäftsführer Uwe Ringelsiep auf das Projekt Job-Turbo, das geflüchtete Menschen dabei unterstützt, eine passende Arbeitsstelle zu finden. „Hierfür erhalten regionale Unternehmen und Betriebe durch den Arbeitgeber-Service des Jobcenters und der Agentur für Arbeit verschiedene Hilfsangebote im Rahmen der Personalauswahl“, erklärt er.

Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises
In sechs der zehn Kommunen des Kreises Unna nahm die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat ab. Den stärksten Rückgang verzeichnete Schwerte (-2,0 Prozent bzw. 34 auf 1.646). Danach folgen Selm (-2,0 Prozent bzw. 18 auf 895), Kamen (-0,9 Prozent bzw. 16 auf 1.715), Bönen (-0,8 Prozent bzw. sechs auf 722), Lünen (-0,6 Prozent bzw. 30 auf 4.766) und Holzwickede (-0,2 Prozent bzw. eine Person auf 461). In Bergkamen stagnierte die Arbeitslosigkeit bei 2.240, während sie in Unna (+0,8 Prozent bzw. 16 auf 2.007), Fröndenberg (+1,0 Prozent bzw. sechs auf 597) und Werne (+1,5 Prozent bzw. 12 auf 790) anstieg.

Arbeitskräftenachfrage
Der Bestand an Arbeitsstellen nahm im Juni um 16 (+0,6 Prozent) auf 2.698 zu. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 311 Stellen (-10,3 Prozent) weniger. Arbeitgeber meldeten im Berichtsmonat 483 neue Arbeitsstellen und damit 83 weniger als im Mai (-14,7 Prozent).
Gut sechs von zehn neu gemeldeten Stellen bezogen sich auf den Handel, das Gesundheits- und Sozialwesen, die Öffentliche Verwaltung, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (z. B. Vermietung von beweglichen Sachen, Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, Reisebüros, Wach- und Sicherheitsdienste, Garten- und Landschaftsbau) und das Verarbeitende Gewerbe.
Branchenübergreifend lässt sich ein erhöhtes Interesse an Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz feststellen. Arbeitgeber nutzen die verfügbaren Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter zu qualifizieren und damit für die Anforderungen der Zukunft zu rüsten. Insbesondere der Bereich Pflege und Gesundheit sowie der Transport- und Logistiksektor tun sich hierbei hervor.

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