proWeiterbildung PLUS: Erfolgreiche UN-Konferenz

proWeiterbildung PLUS – 25.06.2024

Am 13. Juni 2024 fand auf Haus Opherdicke in Holzwickede die UN-Konferenz des Projekts proWeiterbildung PLUS statt. Zur Veranstaltung versammelten sich unterschiedliche Akteure der beruflichen Bildung und Partner des Förderprojekts, um über aktuelle Herausforderungen von Weiterbildung in der Region zu diskutieren.
Ziel des Projekts proWeiterbildung PLUS ist der Auf- und Ausbau einer gut vernetzten Weiterbildungslandschaft im östlichen Ruhrgebiet. Weiterbildungsanbieter und Personalverantwortliche arbeiten gemeinsam an passgenauen Weiterbildungsangeboten, um die Weiterbildungslandschaft in der Region geneinsam zu gestalten. Hinter dem Projekt steht ein Expertinnenteam des Netzwerkes Industrie RuhrOst e. V. (NIRO) sowie der Stiftung Weiterbildung innerhalb der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna mbH (WFG).

proWeiterbildung PLUS läuft noch bis Ende August 2024, zentrale Aufgaben sind bereits erfolgreich abgeschlossen. Auf der UN-Konferenz wurden die wichtigsten Projektergebnisse präsentiert, Perspektiven für die berufliche Weiterbildung der Region beleuchtet und sich untereinander vernetzt.  Der Weiterbildungsverbund der Region soll insgesamt gestärkt werden. Dabei liegt der Fokus auf digitalen und KI-Kompetenzen. Angestrebt ist eine bessere Vernetzung der Akteure der bestehenden Weiterbildungslandschaft. In Zusammenarbeit mit Verantwortlichen aus Unternehmen sind innerhalb des Projekts mehrere Kompetenzmodelle zur strategischen Personalentwicklung für die vier REGIO-Jobfamilien Produktion, Vertrieb/Marketing, Logistik und Nachhaltigkeit entwickelt worden.

Warum eine UN-Konferenz?
Das Format der UN-Konferenz spielt einerseits mit der Region rund um den Kreis Unna und des westfälischen Ruhrgebiets, als auch mit dem Hinweis auf den unkonventionellem Ablauf, der nicht primär frontal vermittelte Informationen bereithielt, sondern auf die Einbindung und Aktivität aller Teilnehmenden fokussiert war und thematisch eine große Bandbreite ermöglichte.

Zu Beginn begrüßte Sascha Dorday, Geschäftsführer der WFG Kreis Unna, im Bauhaus des Haus Opherdicke in Holzwickede die Gäste und gab einen kurzen Rückblick auf die umgesetzten Meilensteine. Er betonte die Bedeutung einer intensiven Zusammenarbeit von Unternehmen und Bildungsanbietern, um berufliche Bildung noch passgenauer anbieten zu können. Im Rahmen des Projekts wurde dies in den vergangenen Monaten auf unterschiedlichen Ebenen unterstützt. Ingrid Lange begrüßte als Geschäftsführerin des Netzwerks Industrie RuhrOst e. V. die Teilnehmenden und erklärte den weiteren Ablauf der UN-Konferenz.

Gallery Walk und Diskussion in Kleingruppen
Statt einzelner Vorträge standen Gespräche und Diskussionen in Kleingruppen in Form eines Gallery Walks im Vordergrund der weiteren Veranstaltung. Dazu waren an acht Stationen prägnante Thesen zu Schwerpunktthemen auf Stellwänden als Poster angebracht. Sie dienten als Diskussionsgrundlage. In zwei Durchgängen wanderten die einzelnen Gruppen die Poster ab und hatten jeweils acht Minuten Zeit, sich über die Thesen auszutauschen.


Angéla van den Boom, Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft für eine andere Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen (LAAW.NRW) stand für eine Weiterbildung out of the box und über Grenzen hinausgehend.
Dr. Andreas Kohne von der itkon Unternehmensberatung stellte Innovation in den Mittelpunkt und gab Input zu Change-Management und KI.
Tina Riedel und Patrycja Peters von der Regionalagentur Westfälisches Ruhrgebiet brachten unter anderem Überlegungen ein, welche Rolle Führungskräfte bei der Entwicklung eines positiven Mindsets gegenüber lebenslangem Lernen und Weiterbildung im Unternehmen spielen.
Bei Fabian Heim von BlackBox drehte sich alles darum, wie wirksames Feedback gegeben werden kann – und dass es gar nicht so schwer ist. Er war als Software-Experte daran beteiligt, die Kompetenzmodelle für unsere REGIO-Jobfamilien zu erstellen.
Roman Wink und Silja Erdsiek von der Bertelsmann Stiftung zeigten auf, dass KI-generierte Weiterbildungsvorschläge die Passung zwischen Weiterbildung und Teilnehmenden erhöhen können, indem sie individuell Weiterbildungen vermitteln.
Auch Escape Rooms können neue Formate in Sachen Weiterbildung ermöglichen. Das zeigte Daniel Steinbach von Verschlusssache: Niemand hat Lust auf weiß gestrichene Seminarräume.
Lernen braucht Emotionen.
Frank Opitz vom NH Computer Learning Center Dortmund gab Input zu maßgeschneiderten Weiterbildungen für Teams und zu ungewöhnlichen Lernmethoden für die Zukunft.
Ann-Kathrin Fechner vom Netzwerk Industrie RuhrOst e. V. erläuterte die in unserem Projekt erarbeiteten Kompetenzmodelle und wie diese gezielt die Personalentwicklung, -auswahl und -einschätzung verbessern können, um die strategische Unternehmensausrichtung zu unterstützen.

Außerdem informierten Lisa Schafran und Felix Senger, beide WFG Kreis Unna, über die Digitale Plattform, die sich in der Schlussphase ihrer Programmierung befindet und voraussichtlich im August 2024 zum Ende unseres Projekts online gehen wird. Sie soll die Sichtbarkeit der Bildungsdienstleister und der vorhandenen Angebote erhöhen, Interessierten einen einfachen Zugang zu Weiterbildungsangeboten in der Region bieten und auch zukünftig die Vernetzung zwischen Unternehmen und Bildungsdienstleistern zur Verstetigung des Weiterbildungsverbundes fördern.

Keynote für eine Weiterbildung out of the box
Zum Abschluss der UN-Konferenz fasste Angéla van den Boom, Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft für eine andere Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen (LAAW.NRW) in ihrer Keynote zusammen, was im Laufe des Nachmittags an verschiedenen Stellen deutlich wurde: Miteinander reden, zuhören, austauschen und netzwerken sind wesentliche Zutaten für einen erfolgreichen Weiterbildungsverbund. Sie appellierte an die Teilnehmenden, sich aus dem eigenen Kreis hinauszubewegen, um andere Meinungen und Sichtweisen kennenzulernen. Gegenseitige Inspiration und Motivation sind wichtig. Denn es zeigen sich immer wieder parallele Herausforderungen, denen gemeinschaftlich besser begegnet werden kann. Sie lud dazu ein, die eigene Blase zu verlassen, den eigenen Algorithmus zu stören, persönliche Kontakte aufzubauen und zu pflegen, eigenes Wissen einzubringen und Erfahrungen auszutauschen.

proWeiterbildung PLUS ist durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie EU-Mitteln gefördert. Auf der UN-Konferenz sorgte außerdem die Regionalagentur Westfälisches Ruhrgebiet dafür, dass für die Teilnehmenden eine Stärkung bereitstand.
 

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