Arbeitsmarkt Kreis Unna: Arbeitslosigkeit steigt leicht, Nachfrage stabil
Bundesagentur für Arbeit – 30.04.2026
Im Kreis Unna ist die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 209 auf 16.516 gestiegen. Gegenüber April 2025 erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 79 Personen (+0,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg um einen Prozentpunkt auf 7,6 Prozent und lag damit exakt auf dem Niveau des Vorjahres.
„Im April konnte sich die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna leider nicht fortsetzen. Wie auch im Landesdurchschnitt nahm die Arbeitslosigkeit zu – eine Reaktion auf die schwierige industrielle Lage sowie die unvorhersehbare weltpolitische Situation“, kommentiert Agenturgeschäftsführer Thomas Keyen die Entwicklung. Positiv hervorzuheben sei jedoch das bislang stabile Stellenangebot: „Für Unternehmen ist es derzeit schwierig, verlässlich zu planen. Umso erfreulicher ist es, dass der Stellenbestand weiter gestiegen ist. Das zeigt, dass Betriebe weiterhin in Fachkräfte investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“
Für die kommenden Monate rechnet der Arbeitsmarktexperte mit Schwankungen: „Bis politische Impulse greifen und sich die weltweite Sicherheitslage entspannt, wird sich der Arbeitsmarkt eher außerhalb der üblichen Muster entwickeln.“
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III)
Bei der Agentur für Arbeit waren 5.428 Arbeitslose gemeldet – 42 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 450 Personen (+9,0 Prozent).
Entwicklung in der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II)
Auch im Jobcenter Kreis Unna stieg die Zahl der Arbeitslosen im April um 167 auf 11.088. Daniela Tomczak, Geschäftsführerin des Jobcenters Kreis Unna, bewertet die Lage wie folgt: „Die angespannte weltpolitische Situation wirkt sich auch auf die regionale Wirtschaft aus. Der Zugang an Arbeitslosen betrifft alle Kundengruppen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Nationalität – und zeigt, wie zurückhaltend Betriebe derzeit bei der Personalplanung sind, auch vor dem Hintergrund einer ungewissen Zukunft. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten; ich rechne jedoch nicht mit einer schnellen Verbesserung der Rahmenbedingungen.“
Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises
In zwei Kommunen des Kreises Unna sank die Arbeitslosigkeit im April. Den stärksten Rückgang verzeichnete Kamen (-1,8 Prozent bzw. -35 auf 1.878), gefolgt von Bönen (-0,6 Prozent bzw. -4 auf 707). In den übrigen Kommunen stieg die Arbeitslosigkeit: am geringsten in Holzwickede (+0,2 Prozent bzw. +1 auf 523), gefolgt von Selm (+0,9 Prozent bzw. +8 auf 877), Schwerte (+1,4 Prozent bzw. +26 auf 1.841), Bergkamen (+1,5 Prozent bzw. +35 auf 2.322), Unna (+1,6 Prozent bzw. +34 auf 2.132), Lünen (+1,7 Prozent bzw. +81 auf 4.729), Fröndenberg (+4,1 Prozent bzw. +25 auf 631) und am stärksten in Werne (+4,5 Prozent bzw. +38 auf 876).
Arbeitskräftenachfrage
Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen stieg im April um 44 (+1,9 Prozent) auf 2.356. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies 203 Stellen weniger (-7,9 Prozent). Im Berichtsmonat meldeten Arbeitgeber 483 neue Arbeitsstellen – vier weniger als im März (-0,8 Prozent), aber 56 mehr als im April 2025 (+13,1 Prozent).
Knapp 70 Prozent der neu gemeldeten Stellen entfielen auf sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (z. B. Vermietung beweglicher Sachen, Arbeitsvermittlung und -überlassung, Reisebüros, Wach- und Sicherheitsdienste, Garten- und Landschaftsbau), freiberufliche Dienstleistungen (z. B. Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Architektur- und Ingenieurbüros, Veterinärwesen), den Handel, das Baugewerbe sowie die öffentliche Verwaltung.