Arbeitslosigkeit leicht gestiegen

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Ulrich Brauer, Agentur für Arbeit Hagen – 01.03.2023

Im Kreis Unna stieg der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 60 auf 15.468. Im Vergleich zu Februar 2022 stieg die Arbeitslosigkeit um 774 (+5,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 7,3 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 6,9 Prozent. Das teilt die Agentur für Arbeit Hamm mit, die auch für den Kreis Unna zuständig ist.  

Thomas Helm, Chef der Arbeitsagentur Hamm, relativiert das Ergebnis: „Auch wenn wir im Februar, mit Ausnahme von Lünen und Kamen, noch einmal einen Anstieg zu verzeichnen haben, so bleibt dieser saisontypisch erklärbar. Er ist jedoch etwas stärker als in den Vorjahren. Zu beachten ist hierbei, dass sich dieser Anstieg nicht gleichmäßig über alle Personengruppen zieht und sich etwa bei Frauen, älteren Personen, Langzeitarbeitslosen und Arbeitnehmern mit Migrationshintergrund nicht zeigt. Erfreulich ist, dass die Zahl der monatlich gemeldeten Stellen seit Jahresbeginn weiter an Fahrt aufnimmt, im Februar waren dies 522 neu gemeldete Stellen nach noch 495 Stellen im Januar.“

Unterbeschäftigung
Personen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder sich in einer kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit befinden, zählen in der Regel als unterbeschäftigt. Im aktuellen Berichtsmonat wurden insgesamt 20.342 Unterbeschäftigte im Kreis gezählt und damit 174 mehr als im letzten Monat. Im Februar 2022 waren 1.300 Personen (-6,8 Prozent) weniger unterbeschäftigt. Die Unterbeschäftigungsquote beträgt 9,4 Prozent. Kurzarbeiter sind nicht in der Unterbeschäftigung enthalten.

Kurzarbeit 
Im Februar wurden im Kreis Unna 19 Anzeigen auf Kurzarbeit für 203 potenziell betroffene Mitarbeiter verzeichnet. Nach Ablauf von mehreren Monaten zeigt sich die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit, da die Betriebe innerhalb dieses Zeitraums Kurzarbeit nachträglich abrechnen. Für September 2022 liegen inzwischen endgültige Werte für den Kreis Unna vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 31 Betriebe für 300 Arbeitnehmer ausgezahlt. 

Zu- und Abgänge auf dem ersten Arbeitsmarkt 
Im Berichtsmonat meldeten sich 997 Personen aus Erwerbstätigkeit neu oder erneut arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat waren das 102 Personen (-9,3 Prozent) weniger. Im Vergleich zu Januar 2022 waren es 71 Personen mehr (+7,7 Prozent). Gleichzeitig beendeten im Berichtsmonat 716 Personen ihre Arbeitslosigkeit zu Gunsten einer Erwerbstätigkeit und damit 196 mehr als im Vormonat (+37,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren es 194 Personen (-21,3 Prozent) weniger, die eine neue Beschäftigung aufnehmen konnten.

Entwicklung in einzelnen Personengruppen 
Im Kreis Unna leben derzeit 1.062 Arbeitslose, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ihre Anzahl stieg um 42 (+4,1 Prozent). Im Vorjahresvergleich ist der Bestand um 42 Personen (+4,1 Prozent) gestiegen. 
Knapp ein Viertel (3.792) aller Arbeitslosen ist älter als 55 Jahre. Dies entspricht einer Verringerung um 28 Personen gegenüber dem Vormonat (-0,7 Prozent). Vor zwölf Monaten gab es 201 ältere Arbeitslose (-5,6 Prozent) weniger. 
Im Kreis Unna leben 5.109 Arbeitslose mit Migrationshintergrund und damit 15 (-0,3 Prozent) weniger als im Vormonat. Im Januar 2022 waren 974 ausländische Arbeitslose (-23,6 Prozent) weniger gemeldet. 
Die Langzeitarbeitslosigkeit sank im Berichtsmonat um 13 Personen (-0,2 Prozent) auf 6.079. Im Vorjahresvergleich sind das 588 Personen (+8,8 Prozent) mehr. 
Im Berichtsmonat erhöhte sich die Anzahl der Arbeitslosen mit Behinderung um 16 (+1,1 Prozent) auf 1.516 und lag damit um 5 über dem Niveau des Vorjahres (+0,3 Prozent).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) 
Bei der Agentur für Arbeit waren 4.285 Arbeitslose gemeldet, 13 (+0,3 Prozent) mehr als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich sind es 41 Personen (-0,9 Prozent) weniger. 

Entwicklung in der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 
Auch im SGB II-Bereich ist die Arbeitslosigkeit im Februar 2023 leicht steigend. Im Vergleich zum Vormonat Januar sind aktuell 47 Menschen mehr im Jobcenter Kreis Unna arbeitslos gemeldet (+0,4%). Der Bestand an Arbeitslosen beträgt somit im Januar insgesamt 11.183 „Erfahrungsgemäß steigt die Anzahl an Arbeitslosen in den ersten zwei Monaten eines neuen Jahres eher. Ich gehe jedoch davon aus, dass ab dem kommenden Monat die Frühjahrsbelebung einsetzt und auch unsere Kundinnen und Kunden davon profitieren und wieder Arbeit aufnehmen werden“, erklärt Uwe Ringelsiep, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Unna. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Anzahl an Langzeitarbeitslosen um 7,6 Prozent auf 5.546 Personen zurück.

Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises 
In acht Kommunen des Kreises Unna nahm die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat zu, in zwei Kommunen ab. Den stärksten Zugang verzeichneten Fröndenberg (+4,9 Prozent bzw. 28 auf 601) und Holzwickede (+2,7 Prozent bzw. sechs auf 461). Danach folgen Selm (+1,5 Prozent bzw. 13 auf 905), Bergkamen (+1,2 Prozent bzw. 27 auf 2.227), Schwerte (+1,0 Prozent bzw. 15 auf 1.492) Werne (+1,0 Prozent bzw. 9 auf 921), Bönen (+0,4 Prozent bzw. 3 auf 683) und Unna (+0,3 Prozent bzw. 6 auf 1.983). Eine Reduzierung der Arbeitslosigkeit verzeichnen Lünen (-0,4 Prozent bzw. -18 auf 4.476) und Kamen (-2,0 Prozent bzw. -35 auf 1.719).

Arbeitskräftenachfrage 
Der Bestand an Arbeitsstellen nahm im Februar um 105 (-3,1 Prozent) auf 3.323 ab. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 571 Stellen (-14,7 Prozent) weniger. Arbeitgeber meldeten im Berichtsmonat 522 neue Arbeitsstellen und damit 27 mehr als im Januar. 
Auffällig ist mit 732 Stellen bzw. 22 Prozent die Nachfrage in Fertigung und Fertigungstechnik. 632 Stellen bzw. 19 Prozent wurden im Bereich Lager/Logistik/Verkehr ausgeschrieben, 475 Stellen bzw. 14 Prozent im Gesundheitsbereich. Insgesamt liegen über 55 Prozent der neu ausgeschriebenen Stellen in den zuvor beschriebenen Bereichen.
 

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